Finanzierung


Die komplette Ausbildung von Alec sollte über 14.500 € zzgl. Fahrtkosten und Spesen kosten. Das ist jedoch nur ein Beispiel. Die Kosten sind je nach Ausbildungsmethode und Trainingsinstitut sehr unterschiedlich. 

 

Für mich war das eine Menge Geld und ich war nicht in der Lage, diese Summe aufzubringen. Die Finanzierung ist für fast alle Betroffenen die größte Hürde. Meine Mutter unterstützt mich zwar so weit es ihr möglich ist, doch reicht es bei Weitem nicht. Eine weitere Familie hatte ich nicht, die mir helfen konnte. Die Krankenkasse, wie in allen Fällen, zahlte ebenfalls nichts.

 

Deshalb musste ich mir überlegen, wie ich meinen Assistenzhund anders finanzieren konnte. Ich war auf Spenden angewiesen. Aber wie sollte ich denn wildfremde Menschen motivieren, für Alec's Ausbildung zu spenden? Ich bin doch nur ein kleines Licht und in der Welt passiert gerade so viel Schlimmes und es gibt so unglaublich viele Menschen die kein Heim haben, hungern müssen oder im Krieg leben! Totzdem ändert das ja nichts an der Tatsache, dass Alec für mich das Weiterleben bedeutete und so unglaublich wichtig war. Aber sollte ich mich jetzt mit der Sammelbüchse in die Fußgängerzone stellen? ... äh nee, geht ja gar nicht, ohne Hilfe kann ich meine Wohnung ja gar nicht verlassen!


Fundraising Plattform

Im Internet fand ich verschiedene Fundraising Plattformen. Und wenn es Leute gibt, die Spenden für einen neuen Computer oder ihre Urlaubsreise sammeln, dann müsste das für mich doch auch funktionieren... oder? 

 

Ich entschied mich damals für Betterplace, die Plattform ist jetzt leider nur noch für gemeinnützige Projekte zugänglich. Eine andere geeignete Plattform ist z. B. www.leetchi.com/de


Spendenkonto

Über die Betterplace Seite ist nur die Zahlung mit PayPal oder Kredit Karte möglich. Viele Leute haben oder möchten das nicht und deshalb habe ich bei meiner Hausbank ein extra Spendenkonto eröffnet. Ein zweites Bankkonto ist sinnvoll, weil dadurch die Spenden von meinem anderen Geld getrennt verwaltet werden. Die Menschen bei der Bank waren sehr entgegenkommend und freundlich. Das Konto ist ebenfalls gebührenfrei. 


Webseite und Soziale Netzwerke

Meine Geschichte und meinen Spendenaufruf habe ich zuerst auf meiner persönlichen Facebook-Seite vorgestellt und mit der Zeit, auch auf meiner Facebook-Seite PTBS Assistenzhund Alec. Viele Leute wurden darauf aufmerksam und ich habe vielen lieben Zuspruch bekommen. 

 

So eine Webseite oder Facebook Seite anzulegen, bringt natürlich erstmal so gar nichts. Wichtig ist, dass viele Leute die Seite in ihren eigenen Kreisen weiter verbreiten, damit ich auch Menschen erreiche, die mich gar nicht persönlich kennen. Ich poste einigermaßen regelmäßig Updates zu unserer Ausbildung und Infos zu psychischen Erkrankungen. Für mich ist es jedoch auch immer ein Balanceakt zwischen Aufklärung und Jammern (und das will ich echt gar nicht).

 

Auch diese Webseite diente dazu, den Spenderinnen und Spendern mein Projekt genau vorzustellen und zu zeigen, wo die Spenden ankommen und wie viel mir dies hilft.


Stiftungen

Ich habe über die Monate unzählige Stiftungen angeschrieben. Bis jetzt ist dabei leider nichts rausgekommen. Dazu braucht man wirklich einen langen Atem, denn die meisten Stiftungen nehmen sich viel Zeit bis sie antworten. Leider haben eine Menge Stiftungen mir überhaupt nicht geantwortet, was sehr verunsichernd und ärgerlich ist. 

 

Es gibt tausende von Stiftungen, mit ganz unterschiedlichen Stiftungszielen und Satzungen. Die Listen abzuarbeiten ist sehr mühsam.

Dies ist eine von vielen Seiten auf der man suchen kann: www.stiftungen.org/de/service/stiftungssuche.html

 

Ich wurde von dem DRK Sponsorenkreis in Stade unterstützt, eine liebe Bekannte meiner Mutter hatte dort für mich angefragt. 


Weitere Möglichkeiten

Ende Februar 2016 kam im Stader Wochenblatt ein wirklich schöner und ansprechender Artikel über Alec und mich. Daraufhin habe ich noch einige weitere Spenden von ganz fremden Menschen bekommen. Presseberichte in örtlichen Zeitungen sind immer hilfreich.

 

Von einigen Hobbykünstlern habe ich Sachspenden bekommen, die ich in meinem Charity Shop verkaufe. Wahrscheinlich würde der Verkauf auf einem Flohmarkt besser laufen, das geht für mich aber leider gar nicht. Ein großer Erfolg war das allerdings nicht.

 

Meine Mutter, die einen großen Bekanntenkreis hat, und auch das Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Stade haben meinen Spendenaufruf in ihren Email-Verteilern verbreitet, was mir etliche Spenden brachte.

 

Ich habe auch verschiedene Radio- und Fernsehsender angeschrieben, aber leider ohne Erfolg. 

 

Von Anderen habe ich gehört, dass sie sich mit Infoflyern auf Messen stellen und dort aufklären und sich vorstellen.


Noch ein paar Tipps für's Spendensammeln!

Spendensammeln ist wirklich nicht einfach und es braucht viel Zeit und Energie. Ich habe viele Stunden mit dem Formulieren von Texten und Anschreiben verbracht. Hol dir Hilfe beim Korrektur-lesen! 

 

Wenn du bei Facebook aktiv bist, überleg dir gut, wo es Sinn macht etwas zu posten. In Betroffenen-gruppen wirst du wahrscheinlich keine zahlungskräftigen Spender finden. 

 

Ich finde es super wichtig, dass die ganze Spendenaktion transparent und nachvolziehbar ist, damit die Spender/innen einem vertrauen können. Schließlich möchte niemand Geld spenden und hinterher erfahren, dass das Geld für ganz andere Dinge verwendet wurde. 

 

Außerdem muss klar sein, dass man wirklich gut überlegt hat und dass das ganze Projekt Hand und Fuß hat. Es muss klar sein, dass man die Kosten für die Hundehaltung selbst aufbringt, z. B. Futter, Tierarzt, Versicherung. Es kann nicht funktionieren, die laufenden Kosten über Spenden zu finanzieren.

 

Lass dich nicht entmutigen, gerade bei den Stiftungen. Für Spendenaufrufe muss man immer wieder die Werbetrommel rühren, auch wenn es einem schwer fällt. 


Persönliches Fazit

Ganz am Anfang habe ich nie damit gerechnet auch nur einen Euro zu bekommen. Insgesamt wurde ich von über 90 Privatpersonen unterstützt. Mit kleinen, großen und riesengroßen Spenden. Innerhalb von 8 Monaten sind somit fast 10.000 € zusammen gekommen. Ich bin für jeden einzelnen Cent und jeden Menschen der für mich gespendet hat unglaublich dankbar. Und ich wertschätze diese Nächstenliebe von ganzem Herzen.