Alec ist wieder in Schleswig Holstein

Was soll ich sagen... ich bin immer noch sprachlos. Hätte ich nur auf mein allererstes Bauchgefühl gehört! Ich mache mir sehr viele Vorwürfe und mir tut es unendlich leid für Alec, was in der letzten Zeit vorgefallen ist.

 

Alec war für drei Wochen bei seinem neuen Besitzer in Nordrhein-Westfalen. Dort hat er mit einer Trainerin trainiert, die auch bei der Akademie für Assistenzhunde im Trainernetzwerk war. Sehr unvorbereitet bekam ich mit dem Ablauf der Rücktrittsfrist die Rücktrittserklärung vom Kauf - mit der Erklärung, dass Alec nicht geeignet sei und nichts könne. Zwei Trainerinnen der AfA hätten ihm angeblich dazu geraten, Alec zurückzugeben. Der Käufer sagte uns, dass Alec sich komplett verweigerte und nichts mehr machte.

 

Eine Woche später, an einem Freitag, wurde Alec zu uns zurückgebracht. Als Alec bei uns war haben wir natürlich nicht mit ihm gearbeitet, sondern ihm Ruhe gegönnt. Auf einem Spaziergang haben wir jedoch, weil wir neugierig waren, "Block" und "Check", das Absichern, ausprobiert und siehe da, an der Schleppleine ohne Leckerlies hat er es sofort ausgeführt. Am folgenden Sonntag haben wir Alec zurück zu unserer AfA Trainerin nach Schleswig Holstein gebracht, weil ich immer noch in der Krise stecke und es mir extrem schlecht geht. Alec durfte sich dort erstmal ausruhen und nun wird er von seiner vertrauten Trainerin weiter ausgebildet. Wir alle können die Aussage des Käufers und der dortigen Trainerin überhaupt nicht nachvollziehen, denn Alec arbeitet mit Freude. Das Absichern funktioniert auch bei ihr ohne Probleme. Natürlich gibt es noch viele Baustellen wie z. B. Leinenführigkeit, Dinge die noch verbessert werden müssen, bis er die Prüfung ablegen kann, aber er ist auch nunmal erst 1 Jahr alt und noch längst nicht fertig mit seiner Ausbildung!

 

Ich möchte gar nicht unterstellen, dass Alec sich nicht verweigert hat, das kann ich mir sogar vorstellen. Für das alles gibt es sicher eine plausible Erklärung. Alec hatte gerade seine Kastration hinter sich und die Hormonumstellung war in vollem Gange. In dieser Zeit lernte er in einer Probewoche in Schleswig Holstein den potentiellen Käufer kennen. Mein erstes Bauchgefühl war negativ, nach einem Gespräch mit dem Käufer, dachte ich, dass es doch gut passt und ich stimmte dem Kauf zu.

Danach zog er nach NRW um und zwei Tage später fing das Intensivtraining an, ohne Alec eine Eingewöhnungszeit zuzugestehen. Alles war neu für ihn. Er wurde ganz offensichtlich sehr überfordert. So wie Alec sich wieder bei unserer Trainerin zeigt, kann man ganz definitv sagen, dass es nicht an ihm lag, sondern an den Menschen! Dass der Käufer Alec für wesentlich weniger Geld als Familienhund behalten wollte, fanden wir alle jedoch ominös.

 

 

Alec wird nun weiterhin ausgebildet, zuerst werden alle ihm bekannten Aufgaben wiederholt. Mit der Zeit werden wir entscheiden, ob er vielleicht viel lieber z. B. für einen körperlich behinderten Menschen arbeiten möchte oder ob es doch noch zwischen uns hinhaut. Auf jeden Fall machen wir entspannt weiter, passen gut auf Alec auf und schauen, was er am liebsten machen möchte.

 

 

 

 

Alec geht es jetzt jedenfalls wieder richtig gut.

Er freut sich, dass er nach der Arbeit wieder mit seinen Kumpels und Kumpelinen spielen kann. 

 

Natürlich besuchen wir ihn weiter regelmäßig und erfahren laufend, welche Fortschritte er im Training macht. 

(Und welche Schuhe er zerbissen hat :D )

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