Blog


Pflegebegutachtung mit vollem Programm

Gestern war mal wieder viel los. Eine Pflegekraft vom MDK hatte sich zur Pflegebegutachtung angemeldet, denn meine Mutter hatte vor einigen Wochen eine Erhöhung des Pflegegrades beantragt. Schon in den Tagen zuvor war ich sehr angespannt. Als die Frau dann zur Begutachtung eintraf, besprach meine Mutter mit ihr zuerst, wie sie mit mir umgehen sollte, bevor sie in mein Zimmer kam. Aber zu dem Zeitpunkt war ich schon ziemlich dissoziiert. Meine Gedanken waren langsam, ich konnte nur noch bruchstückhaft verstehen was ich gefragt wurde und ich konnte mich nicht mehr gut bewegen oder geschweige denn auf irgendwelche Fragen eingehen.

 

Die Gutachterin wollte von meiner Mutter wissen, wie mein Krankheitsverlauf war, was ich alleine kann und bei welchen Tätigkeiten ich Hilfe brauche und sie schaute sich meine Wohnung an. 

 

Es verging nicht viel Zeit bis wir switchten. Die Begutachterin, die als Pflegekraft schon mal mit DIS-Patienten gearbeitet hat, machte dann Bekanntschaft mit zwei kleinen Innies. Der erste Innie hat mit ihr gespielt, bis wir wohl aus Versehen getriggert wurden und ein anderer traumatisierter Innie Angst bekam. Was genau passiert ist, weiß ich nicht, meine Mutter hat mir später erzählt was war. Irgendwie kam es dann dazu, dass ich einen Krampfanfall bekam, der auch wieder sehr lang anhielt. Für die nächsten 1 ½ Stunden war dann eine Jugendliche vorne, die mir mal wieder aufgezeigt hat, wie viel Innenarbeit wir noch vor uns haben. Von 15:30 Uhr war ich wieder vorne, hatte aber einen Stupor, bei dem ich komplett erstarrt und ausgeliefert war. Um 1 Uhr nachts war der Stupor dann soweit aufgelöst, dass ich ins Badezimmer konnte. 

 

Heute ist mein ganzer Körper immer noch sehr verspannt und ich habe Schmerzen. Meine linke Hand kann ich immer noch nicht ausstrecken. Zum Glück war heute Morgen meine Ergotherapeutin da und ich konnte es zulassen, dass sie mir die Hände massierte.

 

Ich bin sehr auf das Ergebnis der Begutachtung gespannt. Die MDK Mitarbeiterin gab zum Schluss natürlich noch keine Einschätzung, aber sie sagte, dass es mir ja ganz offensichtlich seit der letzten Begutachtung im Januar wesentlich schlechter geht.

 

Eben kam per Post noch eine „erfreuliche“ Nachricht: das Amtsgericht hat mir nun endlich eine gesetzliche Betreuerin zugesprochen. Meine Mutter und ich hatten eine uns bekannte Rechtsanwältin vorgeschlagen, die mir jetzt bei allen Angelegenheiten helfen wird.

0 Kommentare

Einsamkeit

von Unbekannt
von Unbekannt

 

 

Ich bin einsam. Völlig isoliert. Ich sehne mich nach Kontakt und Nähe. Und doch kann ich Nähe nicht ertragen. Selbst wenn ich sicher in meinem Schneckenhaus – meiner Wohnung – sitze, versetzt es mich in Panik, draußen Menschen zu sehen und zu hören. So gerne würde ich gute Gespräche über die wirklich wichtigen Themen führen, und doch lässt es die Konzentration nicht zu und ich drifte in eine andere Welt. Ich möchte so gerne aus meinem Gefängnis ausbrechen. Und doch lähmt mich die Angst bei jedem Versuch, der grauen Einsamkeit zu entfliehen.

0 Kommentare

Ungewissheit

Alles hängt in der Schwebe. In den nächsten Wochen wird sich endlich einiges entscheiden und hoffentlich auch verändern.

 

Meine Mutter hatte sich zwei Pflegeheime angeschaut. Die Pflegeleitung von einem sagte, dass sie mich nicht nehmen könnten, weil ich einen zu hohen Pflegeaufwand verursache. Abgesehen davon, dass es wirklich schlimm aussah, fiel mir dabei aber die Kinnlade runter. Ich dachte, ein Pflegeheim ist zum Pflegen da?! Das andere Heim, ein psychiatrisches, hätte mich genommen, kommt aber leider nicht in Frage, weil dort hauptsächlich Männer sind, die durch ihre Krankheit häufig laut und manchmal aggressiv sind. Da ist mir die Gefahr einer Retraumatisierung zu hoch.

 

Meine Psychotherapeutin hatte mit Ellert Nijnhuis gesprochen, einem der führenden Trauma- und DIS Ärzte aus Holland. Dabei kam aber leider nichts Brauchbares raus. Nachdem ich diese Woche eine E-Mail voller schlechter Neuigkeiten von meiner Therapeutin bekam z. B., dass dem Universitätsklinikum Eppendorf auch der Pflegeaufwand zu groß ist, verschlug es mir wieder komplett die Sprache. Es kommt mal wieder gar kein Ton heraus.

 

Vor lauter Verzweiflung hat meine Therapeutin nochmal einen letzten Versuch gestartet und eine der führenden Kliniken, die DIS behandeln, angerufen. Nun stehe ich mit einer der Ärztinnen der Klinik in Kontakt. Zuerst muss mit dem Pflegepersonal besprochen werden, ob das Personal meine Pflege tragen kann. Ich könnte jedoch auch von einem externen Pflegedienst während des Klinikaufenthaltes betreut werden. Ein zweiwöchiger Probeaufenthalt steht also momentan im Gespräch. Ich möchte mich noch nicht zu sehr „freuen“ (wie man sich halt auf einen Klinikaufenthalt „freuen“ kann), weil ich so weit auch schon mit diversen anderen Kliniken war.

 

Eine Voraussetzung für den Klinikaufenthalt ist eine erneute neurologische Abklärung. Vor zwei Jahren wurden alle möglichen Untersuchungen bezüglich der Bewegungsstörung gemacht. Dabei wurde keine körperliche Ursache gefunden. Jetzt sollte aber ausgeschlossen werden, dass meine Krampfanfälle epileptisch sind und keine andere Krankheit hinter der Bewegungsstörung steckt. Auf der einen Seite möchte ich unbedingt die Untersuchungen haben, es wäre ja auch ein grober Behandlungsfehler, wenn die Anfälle und Lähmung körperliche Ursachen hätten und ich psychologisch behandelt werde. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass es dissoziativ ist. Auf der anderen Seite habe ich große Angst davor, weil Arztbesuche für mich furchtbar sind, weil ich dabei immer Panik bekomme und stark dissoziiere.

 

Vielleicht haben wir nun endlich einen Pflegedienst gefunden. Eine Pflegekraft war diese Woche zum Kennenlernen da und wird uns nun einen Kostenvoranschlag machen. Der Pflegedienst würde morgens die Grundpflege übernehmen. So könnte meine Mutter zumindest wieder halbtags arbeiten gehen. Voraussetzung dafür ist aber, dass ich einen Lifter bekomme. Eine Maschine die mich aus dem Bett in den Rollstuhl heben kann. Das Teil sieht ganz schön gruselig aus! Mal schauen wie ich damit klarkomme, weil ich ja so extreme Klaustrophobie habe. Aber für die Betreuungskräfte wäre es eine große Erleichterung. Der Transfer mit dem Rutschbrett ist einfach zu schwer, weil ich ja nur minimal mithelfen kann.


Am 17.10. kommt der MDK zur Pflegebegutachtung vorbei. Meine Mutter hatte vor einigen Wochen eine Erhöhung des Pflegegrades beantragt. Die Erhöhung wurde uns von mehreren Fachpersonen geraten. Momentan habe ich PG 3. Wir nehmen an, dass ich PG 4 bekomme. Eine Pflegekraft meinte sogar, dass mir PG 5 zustehen würde. 

 

Eine Ergotherapeutin war gestern nun schon zum zweiten Mal da. Sie macht mit mir Konzentrationsübungen und Übungen zur Körperwahrnehmung. Ich habe ja auch sehr starke Schmerzen und einige Druck/Schmerzpunkte die besonders wehtun. Die behandelt sie mit Schallwellen. Eine Physiotherapeutin stellt sich nächste Woche vor. 

 

Ende August gab es ja die Begutachtung eines Psychiaters für die gesetzliche Betreuung. Diese Woche hat meine Mutter nochmal mit dem Amtsgericht telefoniert. Jetzt ist endlich das Gutachten eingetroffen, sodass ich hoffe, dass mir bald meine Betreuuerin zugesprochen wird. Mit dem Gutachten und der Pflegebegutachtung kann ich mit der gesetzl. Betreuerin, einer Rechtsanwältin, verstärkt gegen das Versorgungsamt vorgehen. Die ja immer noch überzeugt sind, dass ich ohne Begleitung ortsübliche Wegstrecken ohne Gefahr zu Fuß zurücklegen kann. Haha... sehr witzig!

Ich lerne Kompromisse zu schließen - DIS

Mir fällt es immer noch ganz schön schwer anzunehmen, dass noch andere Persönlichkeiten in mir leben. Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass auch die anderen ein Recht haben, zu sagen was sie wollen und brauchen. Ich lerne so langsam, Kompromisse zu schließen, selbst wenn ich mit manchem Verhalten nicht einverstanden bin. Ich habe u. A. auch gelernt immer Zigaretten in der Wohnung zu haben, weil manche Raucher aus dem System ungemütlich werden, wenn sie keine finden. Vor allem Zigarettenrauch in der Wohnung ist ein großer Trigger für mich, aber zum Glück gehen die meisten dafür auf den Balkon.

 

Vor allem eine Jugendliche fordert immer mehr Raum und die Möglichkeit, sich selbst zu entfalten. Mit ihr versuche ich über ein Kommunikationsbuch im Kontakt zu bleiben und über ihre Wünsche zu reden. Ich muss noch viel im Umgang mit Innies lernen! Aber zum Beispiel bin ich nun einverstanden, dass sie sich/uns ein Lippenpiercing machen lässt. Bevor sie sich wieder ungefragt Sachen von Amazon bestellt und womöglich noch versucht, sich selber ein Piercing zu stechen, darf sie es machen lassen.

 

Für die bis jetzt bekannten Kinder aus dem System habe ich Spielzeug bestellt. Vor allem die Sorgenfresserin finde ich toll. Sorgenfresser sind für ängstliche Kinder gemacht, ich habe aber auch schon von vielen Erwachsenen gehört, wie toll die sind. Entweder malt man das, was einem Angst macht oder man schreibt es auf einem Zettel auf und dann lässt man den Sorgenfresser, bei uns ist es "Molly", die Sorgen auffuttern.

0 Kommentare

Jetzt geht's ins Pflegeheim

von Higher Perspective
von Higher Perspective

Upps... Entschuldigung, ich habe gesehen, dass gestern Nacht eine Jugendliche aus unserem System auf der Facebookseite ihren Frust kundgetan hat. Das tut mir leid, sie geht leider nicht so konform mit Entschei-dungen die getroffen werden mussten. Ich habe den Post gelöscht. 

 

Leider stimmt es wirklich, dass wir bald in ein Pflegeheim gehen. Zuerst nur zur Kurzzeitpflege und dann auf längere Zeit. Die letzte von ehemals drei Betreuerinnen kommt jetzt nicht mehr. Meine Mutter müsste ihren Job als Vertriebsleiterin kündigen um den ganzen Tag bei mir zu sein. Das wollen wir beide nicht, ganz davon abgesehen, dass es gegen jeglichen therapeutischen Rat gehen würde. Neue Versuche eine Klinik zu finden, die mich jetzt aufnimmt, sind wiedermal fehlgeschlagen. Deshalb ist der Umzug ins Pflegeheim die einzig verbleibende Möglichkeit. Meine Mutter hat schon viel recherchiert. Es gibt nur wenige Pflegeheime, die junge Pflege also für 18 - 65 jährige anbieten. Diese und nächste Woche schaut meine Mutter sich zwei Einrichtungen an. Wenn sie denkt, dass sich eine davon eignet besichtige ich diese auch. 

 

Die Aussicht mit 25 Jahren in ein Pflegeheim zu gehen ist furchtbar und ich habe doll daran zu knabbern. Aber ich muss es realistisch sehen und das bedeutet, dass ich rund um die Uhr Betreuung brauche, nicht alleine leben kann und dass wir alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben.

0 Kommentare

Zerbrechliche Beziehung

Schwupps... so schnell kann sich die ganze Betreuungsituation wieder ändern!

 

In den letzten zwei Wochen hat sich wieder einiges getan. Meine ambulante Betreuerin von der Eingliederungshilfe kommt nun nicht mehr und die Zukunft mit meiner ambulant psychiatrischen Pflegerin ist auch ungewiss.

 

Die Betreuung durch die Eingliederungshilfe mussten wir pausieren. Die Frau begleitet mich seit vier Jahren. Sie ist eine gelernte Erzieherin, die keine Ausbildung in der körperlichen Pflege hat. Rein rechtlich darf sie mir gar nicht beim Transfer aus und in den Rollstuhl helfen und sie kann es auch körperlich nicht leisten. Somit kann sie mir leider überhaupt nicht mehr helfen. 

 

In der letzten Woche ist mir nochmal deutlich geworden, wie fragil die Beziehung zu Betreuungspersonen sein kann. Ein falsches Wort, eine falsche Tat und die ganze Vertrauensarbeit kann zu nichte gemacht werden. So ist es leider mit meiner psychiatrischen Pflegekraft passiert. Sie hat es natürlich nicht absichtlich getan und wollte mir eigentlich im Gespräch helfen. Aber stattdessen erzählte sie mir etwas, was mich extrem triggerte. Dann kamen Bilder und Angst vor der Pflegekraft dazu. Das was sie sagte, ist nichts, was man eben mal so "verzeihen" kann. Die Entschuldigung bringt da leider nichts. Denn das Gespräch hat sich in mein Hirn gebrannt, die aufdrängenden Bilder sind vor Augen und die Angst kann ich auch nicht einfach so abstellen, auch wenn ich mir sage, dass sie mir damit nicht schaden wollte. So schnell kann es gehen! Ich wollte der Situation ein paar Tage Auszeit geben, damit ich darauf mit ein bisschen Abstand schauen kann. Ob ich sie wieder in meine Wohnung lassen kann und sie um mich haben kann, weiß ich noch nicht.

 

von Unbekannt
von Unbekannt

Die Betreuungssituation bleibt also momentan bescheiden. Ich brauche 24 Stunden am Tag Unterstützung. Jeden Tag ist meine Alltagsbetreuuerin für drei Stunden da und abends nach der Arbeit kommt meine Mutter und übernachtet bei mir auf einem Klappbett. Den ganzen Nachmittag, an dem vorher die psychiatrische Pflegerin da war, bin ich alleine. Das ist aber so nicht möglich, weil ich ja nicht alleine ins Badezimmer komme. Meine Mutter soll und kann nicht ihren Job als Vertriebsleiterin kündigen um mich zu pflegen. Aber wie und woher bekommen wir geeignete Betreuung? Wohneinrichtungen? Pflegeheim? Leben ist Gastfamilien?

 

Durch meinen Pflegegrad steht mir ein Pflegedienst zu. Die wollen mich aber nicht übernehemen, weil sie eben nur für die körperliche Pflege zuständig sind, die ich ja auch benötige. Aber es müsste jedesmal die gleiche Pflegekraft oder zwei abwechselnde sein und sie müssen wissen, wie sie sich verhalten sollten, damit ich nicht gleich dissoziiere. Pflegedienste sagen also NEIN! Aber psychosoziales ambulantes Wohnen sagt auch NEIN, weil sie die körperliche Pflege nicht übernehmen können. Wie bei allem anderen, beißt sich auch hier die Katze ganz gewaltig in den Schwanz.

 

Die ach so wichtige Physiotherapie, die mir etwas gegen den Muskelabbau in den Beinen helfen könnte, traut sich auch niemand zu. 

 

Alle Ärzte und Gutachter sagen, dass wir die Betreuungssituation so nicht halten können. "Das ist ja furchtbar!" "Wie haltet ihr das aus?" Aber eine Lösung hat niemand.

 

Vor zwei Wochen war der Psychiater da, der für die gesetzliche Betreuung ein Gutachten schreiben soll.  Meine Mutter führte das Gespräch während die psychiatrische Betreuerin (da war das noch nicht passiert) sich um Innies kümmerte, die rauspurzelten und später um mich, als ich mal wieder krampfte. Ein fremder, summender Mann in kurzen Hosen in meiner Wohnung, der Fragen stellt - das System schreit Panik!. Meine Mutter erzählte mir, dass er sagte, dass er definitiv einer gesetzlichen Betreuung zustimmen wird. Nun muss er das Gutachten schreiben, was dann an den Amtsrichter geht, der dann das Urteil spricht.

 

Heute hätte ich mit meiner Mutter und meiner Alltagsbetreuerin eigentlich einen Termin bei der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf gehabt. Dort wäre ich in der Traumaambulanz über eine mögliche Behandlung auf der Traumastation beraten worden. Der Termin wurde heute morgen aber kurzfristig abgesagt... mit plötzlichen Planänderungen komme ich nicht gut klar. Meine Mutter und Betreuerin wären beide mitgekommen, damit eine immer bei mir bleiben kann, während die andere parkt und Sachen klärt. Meine Mutter hat einen neuen Termin in zwei Wochen ausgemacht. Wenn die letzten Ereignisse irgendeine Richtung geben, wie es mir bei solchen Terminen geht, hätte mir ein Tag voller Krämpfe, Stupor und anderen dissoziativen Zuständen geblüht. Das Positive daran, dass wir heute nicht beim UKE waren ist, dass ich heute nicht mit Püriertem gefüttert werden muss. Ich freu mich!

0 Kommentare

So kann das nicht weitergehen!

Es ist schon fast zwei Monate her, seitdem die drei kleinen Jungs das Ei gegen meine Wohnzimmerwand geworfen haben. Mittlerweile kann ich mich für ein, zwei Stunden wieder im Wohnzimmer aufhalten. Aber auf dem Sofa und in der Ecke des Wohnzimmers kann ich mich nicht mehr aufhalten. Die Gardinen bleiben weiterhin geschlossen. Somit verbringe ich die meiste Zeit des Tages in meinem Schlafzimmer.

Stupor, nach einem Krampfanfall. Zwischendurch war ein Kindanteil vorne, deshalb das Kuscheltier.
Stupor, nach einem Krampfanfall. Zwischendurch war ein Kindanteil vorne, deshalb das Kuscheltier.

Ich habe mehrmals die Woche einen dissoziativen Krampfanfall. An den Tagen, an denen ich bis zu einer Stunde lang krampfe, brauche ich sehr viel pflegerische Unterstützung. Denn nach den Anfällen habe ich über viele weitere Stunden (bis zu 6 Stunden) einen dissoziativen Stupor. Auch wenn sich die steinharte Erstarrung gelöst hat, bin ich über Stunden und manchmal Tage extrem bewegungseingeschränkt, sodass mir auch Essen und Trinken angereicht werden muss. Damit ich während der Stunden besser liege, wurde mir ein Seitenlagerungskissen verschrieben, das ist so ähnlich wie ein Stillkissen, nur größer und ein Hilfsmittel. Die Situation macht mir sehr zu schaffen.

 

Weil ich auch schon zweimal unterwegs bei meiner Therapeutin und bei meiner Hausärztin gekrampft habe und es Stunden dauerte, bis wir wieder nach Hause fahren konnten, habe ich entschieden, erstmal nicht mehr zu meiner Psychotherapeutin zu gehen. Voraussichtlich kann ich im Februar 2018 wieder in die Klinik. Meine Therapeutin versucht aber, mir schon vorher einen Platz zu verschaffen. Bis dahin habe ich noch 8 Therapiestunden. Richtige Therapie mache ich ja schon lange nicht mehr, nur unterstützende Gespräche. Bis vor kurzem war ich zweimal die Woche für 25 Minuten bei meiner Therapeutin. Ich schaffe den Weg zur Praxis einfach nicht mehr. Deshalb kommt sie nun alle zwei Wochen einmal zu mir nach Hause. Diese Woche war meine Psychologin das erste Mal zum Hausbesuch bei mir für 25 Minuten in der Wohnung.

 

Letzte Woche hätte eigentlich ein Psychiater, der vom Amtsgericht beauftragt wurde, ein Gutachten bei mir in der Wohnung machen sollen. Nachdem wir an dem Tag drei Stunden auf ihn gewartet hatten, rief er an und sagte meiner Mutter, dass er den Termin vergessen hatte. Schön blöd, dass meine Mutter sich extra den Tag von der Arbeit freigenommen hatte, einen Zahnarzttermin abgesagt hat und dass meine psychiatrische Pflegekraft extra da war und ich schon Tage vorher Panik hatte und dissoziierte. Nun ja, nächsten Montag soll die Begutachtung nachgeholt werden. Ich habe keinen Zweifel, dass mir eine gesetzliche Betreuerin danach zugesprochen wird. Dann hat meine Mutter mit den ganzen Behördenangelegenheiten eine Sorge weniger.

 

Um meine Betreuungssituation flexibler gestalten zu können, hat meine Mutter vor ein paar Monaten das persönliche Budget für mich beantragt. Demnächst steht also auch noch ein weiteres Hilfeplangespräch mit dem Gesundheitsamt an.

 

Seit Januar dieses Jahres habe ich dem Pflegegrad 3. Meine Alltagsbetreuerin und auch meine psychiatrische Pflegerin haben mir beide geraten, eine Erhöhung des Pflegegrades auf PG 4 zu beantragen. Das hat meine Mutter nun auch getan, also kommt demnächst auch noch eine Frau vom MDK zur erneuten Pflegebegutachtung. Auch da ist der Fall ganz klar, die Verschlechterung ist so deutlich, dass ich hoffe, dass der Pflegegrad erhöht wird und es keine Schwierigkeiten gibt. Damit könnten wir mehr so dringend benötigte Betreuungsstunden bekommen. Denn eigentlich brauche ich 24 Stunden am Tag Betreuung, was aber in einem ambulanten Setting nicht möglich ist.

 

Vor diesen ganzen anstehenden Begutachtungen ist mir angst und bange. Fremde Personen kommen in meine Wohnung und stellen Fragen. Aber wahrscheinlich werde ich von den Terminen eh nicht viel mitbekommen, denn selbst als der Psychiater für die Begutachtung zur gesetzlichen Betreuung nicht kam, war ich schon so gut wie weg und einen Schritt vor einem Krampfanfall, Stupor, etc..

 

Seit ein paar Wochen arbeite ich an einem Projekt, über das ich noch nicht öffentlich Details verraten möchte. Es hat sehr lange gedauert, weil ich einfach keine Kraft und Konzentration dafür hatte, deshalb habe ich mit meiner Mutter nur peu à peu dran gearbeitet. Nun sind wir aber fast fertig damit. Wenn alles glatt läuft, kann ich damit dem Thema komplexe Traumafolgestörungen mehr Öffentlichkeit verschaffen. Ich bin gespannt.

Ich möchte die Privatsphäre von Innies wahren.
Ich möchte die Privatsphäre von Innies wahren.

So richtig entspannen und Spaß haben kann nur ein nicht traumaassoziirter Kleinkindanteil aus unserem System. Sie malt viele bunte, fröhliche Bilder, schaut Kinderfilme auf Netflix, wenn unsere Betreuerinnen das für sie anschalten oder sie spielt und kuschelt mit dem Besuchshund - ein Pudel - von unserer psychiatrischen Pflegekraft. Vor ein paar Wochen konnte sie und andere Innies noch laufen, aber entweder ist der Muskelschwund mittlerweile so doll, dass die Muskeln einfach nichts mehr tragen können oder aber die dissoziative Bewegungsstörung ist auch auf andere Innies übergegangen. Dem kleinen Mädchen macht das nichts aus. Ich trauere aber über diese Veränderung, denn das nimmt einem unbeschwerten Innie etwas Leichtigkeit.

 

Ich bin von Sternzeichen Steinbock, ich bin hartnäckig und stur, aber gerade erscheint mir mein Leben aussichtlos. Zusätzlich zu den ganzen Ängsten und dissoziativen Zuständen kommen Schlaflosigkeit, Zwangsgedanken, die Essstörung, Selbsthass, eine tiefe Depression, psychosomatische Schmerzen und vieles mehr. Das macht mürbe! 

 

Aber das macht nicht nur mich mürbe, sondern vor allem leidet meine Mutter unter all dem. Es tut mir furchtbar leid, dass ich so eine große Last bin. Sie arbeitet Vollzeit, wurde sogar gerade zur Vertriebsleiterin befördert (ich bin so stolz auf sie). Sie verlässt morgens um 6/7 Uhr das Haus, muss nach der Arbeit alle Einkäufe erledigen, Telefonate und E-Mails mit Behörden für mich führen, alle Termine mit meinen Betreuerinnen organisieren und dann kommt sie am späten Nachmittag nach Hause und muss sich um mich kümmern. Ohne sie würde es meinen Blog z. B. auch nicht geben. Sie führt nicht nur ihren eigenen Haushalt, sondern auch meinen. Mittlerweile übernehmen meine Betreuerinnen einige Aufgaben, aber trotzdem ist sie überfordert. Abends zwischen 22 – 23 Uhr fährt sie, solange sie nicht bei mir auf einem Klappbett übernachten muss, weil ich noch Hilfe brauche, nach Hause zum Schlafen. Sie hat einen unerschütterlichen Optimismus, das lässt sie weiter machen. Es ist nicht fair, dass sie auch so eine unglaubliche Last mit sich trägt.

0 Kommentare

Finde den Fehler!

Um in der Therapie an meinen Themen zu arbeiten, brauche ich u. A. Distanz zu meiner Mutter. Dazu müsste ich in eine Wohn-einrichtung ziehen. Für meine besonderen Einschränkungen gibt es aber keine geeignete Einrichtung. Um fit zu sein für eine Wohneinrichtung, müsste ich Langzeittherapie in einer Klinik machen. Nach über 50 Absagen habe ich nur eine Klinik gefunden, die mich im Februar für max. vier Wochen aufnimmt. Bis dahin bin ich auf meine Mutter, meine drei Betreuerinnen und ambulante Psychotherapie angewiesen. 


0 Kommentare

Absurdes vom Versorgungsamt

Von meinem erneuten Versuch, beim Versorgungsamt einen höheren GdB und die Merkzeichen aG, B und H zu beantragen, habe ich schon berichtet. Heute kam nun der Bescheid und - nun ja - tataaa- ABGELEHNT!

 

Die 1 1/2 Seiten lange Begründung ist einfach total absurd. "Wegen der bestehenden Funktionsbeeinträchtigungen ist Ihre Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr nicht erheblich beeinträchtigt. Ortsübliche Wegstrecken können noch zu Fuß zurückgelegt werden".

Zur Erinnerung: für den Transfer vom Bett in den Rollstuhl oder vom Rollstuhl ins Auto brauche ich ein Rutschbrett, weil ich mich nicht allein umsetzen geschweige denn hinstellen kann. Das haben übrigens zwei Fachärzte und der MdK bestätigt. Lesen die denn die Atteste und mein Schreiben gar nicht? Unterstellen die mir, dass ich simuliere? Oder unterstellen sie den Ärzten, dass sie lügen? Das ist doch eine Unverschämtheit!!!! Behördenwillkür, die auf dem Rücken kranker Menschen ausgetragen wird. Es ist ja nicht so, dass ich hier Unsummen von Zuschüssen oder Unterstützungsleistungen beantrage. Es geht nur um den bescheuerten PARKAUSWEIS!!! Damit ich vor Arztpraxen etc. den Behindertenparkplatz nutzen darf und genügend Platz habe, um aus dem Auto in den Rolli ein- und aussteigen zu können.

 

Jetzt geht es also wieder von vorne los: Widerspruch einlegen mit Hilfe der Rechtsanwältin, Gutachten, Hin- und Her- Schreiben - eine völlig unnütze Zeit-, Geld- und Nervenverschwendung. Ich bin froh, dass ich Leute habe, die das für mich regeln. Sonst wäre ich gar nicht in der lage, dagegen anzugehen.

 

Der Bescheid war für mich wiedermal ein Schlag ins Gesicht. Ich habe mich bemüht, es nicht persönlich zu nehmen, tief zu atmen, ruhig und klar zu bleiben und meine Betreuerin hat mich dabei unterstützt, aber schließlich kam dann doch wieder ein langer heftiger Krampfanfall, Switch und Stupor, der stundenlang anhielt, Auch jetzt (vier Stunden später) bin ich noch nicht in der Lage, meine Arme und Hände kontrolliert zu bewegen, so dass meine Mutter den Blogeintrag für mich tippt. Mit dem Sprechen klappt es auch noch nicht wieder also müssen wir uns mit Telepathie, Zeichensprache und Kritzeleien auf dem Schreibblock verständigen. Die vom Versorgungsamt sollten mal sehen, was so ein Bescheid mit Menschen wie mir machen kann.

1 Kommentare

25.07.2017

Unglaublich, welche Spritzreichweite so ein Ei hat! Nachdem mein Wohnzimmer nach der saudoofen Eier-Attacke vor zwei Wochen ziemlich ekelig war und gestunken hat, ist es nun wieder frisch gestrichen, gereinigt und bewohnbar. Mittlerweile schaffe ich es wieder, mich für ein paar Stunden im Wohnzimmer aufzuhalten, die Gardinen dürfen aber noch nicht geöffnet sein. Auf mein Sofa trau ich mich noch nicht. Meine Mutter hat die ersten Tage bei mir übernachtet, so fühlte ich mich sicherer. Leider hatte ich auch noch einige weitere Krampfanfälle, das hat mir viel Kraft geraubt. 

 

Zum Glück ist seit dieser Woche meine Psychologin aus ihrem vierwöchigen Urlaub zurückgekehrt. Ich brauche ihre Unterstützung sehr!

 

Letzte Woche habe ich mit 25 Jahren meine ersten grauen Haare entdeckt… dagegen musste ich etwas unternehmen!!! Meine Betreuerin ist heute mit dem Gegenmittel angerückt. (Meine Beine kann ich so verschränken, weil ich keine Körperspannung und wenig Schmerzempfinden in den Beinen habe

0 Kommentare

Kein Scherz

Stell Dir vor, Du sitzt an einem Montagabend auf dem Sofa und schaust Fernsehen. Die Balkontür steht offen, weil Du auf dem Balkon, vor ein paar Minuten, die Blumen gegossen hast. Plötzlich hörst Du ein lautes Geräusch, etwas fliegt mit hoher Geschwindigkeit an Dir vorbei und klatscht an die Wand. Es war ein rohes Ei! Du bist vielleicht erschreckt, angeekelt und wütend. Dass rohe Ei trieft von Deiner Wohnzimmerwand herunter. …Jetzt bist Du stinksauer, schaust wer es war oder rufst sogar …*füge Schimpfwort Deiner Wahl ein*.

 

Genauso wie Du, erschreckte ich mich. Für mich ist es aber nicht nur eine Sauerei. Denn für die nächsten 30 Minuten lag ich krampfend in den Armen meiner Mutter, die versuchte, mir zu sagen, dass ich in Sicherheit bin und mir niemand etwas antun wird. Von den Krampfanfällen bekomme ich alles mit. Ich merke, wie schmerzhaft die Muskelkontraktionen sind und wie mir der Sabber das Kinn herunterläuft. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, bis meine Muskeln sich etwas lösten. Nun war ich komplett erstarrt, ich bekam alles mit, sogar meine Augen konnte ich nicht bewegen. Eine weitere Stunde lag ich völlig ausgeliefert und bewegungsunfähig auf dem Sofa.

 

Natürlich fragt sich jetzt jeder: Wer kommt eigentlich auf die absurde Idee mit einem Eierkarton durch ein Wohngebiet zu laufen und unbeteiligte Menschen zu bewerfen? Ok, das war jetzt blöd, aber das Leben geht weiter oder? Nein, denn die treffsicheren Ei-Werfer können nicht wissen, dass ich wegen vielen Traumata aus der Kindheit und Jugend schwer traumatisiert bin. Sie können nicht wissen, dass ich seit ungefähr drei Jahren meine Wohnung aus panischer Angst vor Menschen nicht mehr verlasse. Sie können nicht wissen, dass ich bei belastenden Ereignissen eine Panikattacke bekomme, erstarre, krampfe und/oder Persönlichkeiten wechsel. Sie können nicht wissen, dass ich voller Angst bin, wenn ich durch meine geschlossenen Fenster draußen Menschen sehe. Die Blumen auf dem Balkon sind meine selbst verschriebene „Konfrontationstherapie“, damit ich auf den Balkon gehen muss – selbst das kann ich nur in Begleitung tun.

 

Für mich ist es kein einfacher Scherz! Dieser Vorfall hat einen Rattenschwanz. Ich bin vor kurzem in diese barrierefreie Wohnung eingezogen, da ich von der Traumatisierung so sehr belastet bin, dass nur aus psychischen Gründen meine Beine gelähmt sind. Für eine traumatisierte Person, wie ich es bin, ist ein „sicherer Ort“ unbeschreiblich wichtig. Mich wohl und sicher in meiner Wohnung zu fühlen, habe ich mir hart erkämpft. Diese Sicherheit wurde mir genommen. Ob ich mich wieder auf meinen Balkon traue? Ich weiß es nicht! Traue ich mir es wieder zu, alleine in meiner Wohnung zu sein und dabei die Gardinen offen zu haben? Unbestimmt! Habe ich nun noch mehr Angst vor fremden Menschen? Definitiv! Wird es für mich noch schwerer rauszugehen und fremden Menschen zu vertrauen? Ganz bestimmt!

 

Ich bin 25 Jahre alt, ich habe eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung, schwere Dissoziative Störungen, Angststörung/Phobien, eine Essstörung, Zwänge, chronische somatische Schmerzen und ich bin schwer depressiv und passiv suizidal. Das ist kein Scherz!

 

Ich wünsche mir, dass dieser Beitrag geteilt wird. Die Ei-Werfer wird es sicherlich nicht erreichen, aber vielleicht sieht dies jemand, der gerne „Scherze“ macht. Ich bin entsetzt und verängstigt. Ich bin froh für jeden Menschen, der diese Gefühle nicht nachvollziehen kann, denn das heißt für mich, dass ihm nie etwas wie mir passiert ist, das solche chronischen Langzeitfolgen hat. Bitte überlegt Euch genau, bevor ihr handelt. Eure Taten haben Konsequenzen!

0 Kommentare

Disso mal ganz anders...

Nein, mir geht es wirklich nicht gut. Ich habe das dringende Bedürfnis dies aufzuschreiben. 

 

Es ist Sommer! Wie fast jede abeitende Person ist auch meine Therapeutin seit zwei Wochen im Urlaub. Wir hatten bis jetzt einmal einen E-Mail Kontakt, übernächste Woche haben wir den nächsten festgelegten E-Mail Termin. In drei Wochen ist sie wieder aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurück. Kurios finde ich es, dass immer wirklich alles aus den sonst schon so bröckeligen Fugen gerät, wenn sie im Urlaub ist. Vor genau einem Jahr eskalierte die Situation mit Alec, meinem ehemaligen Assistenzhund in Ausbildung und meine Bewegungsstörung wurde so schlimm, dass ich einen Rollstuhl brauchte.

 

In der ersten Urlaubswoche meiner Therapeutin war meine Mutter im Krankenhaus. Ihr geht es gut. Wir, das ganze System, sind aber deshalb total ausgerastet. (Zur Erklärung: für mich ist es schon schlimm, wenn eine nahe-stehende Person einen Schnupfen hat. Durch die Angst und das Mitgefühl für die kranke Person ziehe ich mich komplett zurück und ich breche den Kontakt ab, weil mich die schlechten Gefühle zerfetzen). Was ich damit sagen möchte, ist, dass die Woche ziemlich bescheiden war. Wir wurden in der Zeit intensiv von unseren beiden Betreuerinnen versorgt, eine davon war täglich für mehrere Stunden bei mir Zuhause. Unsere neue Alltagsbetreuerin kenne ich noch gar nicht so lange, aber sie ist ein absoluter Glücksfund. Sie konnte auf Anhieb mit meinen dissoziativen Zuständen, Panikattacken und auch mit Persönlichkeitswechseln umgehen. Ohne sie wären wir aufgeschmissen. 

 

Die ganze Situation hat mich sehr mitgenommen. Besonders nachdem ich eine zweistündige Erstarrung/Stupor hatte, ist die Bewegungsstörung bzw. die Paralyse in den Beinen noch etwas schlechter geworden. Sodass ich hoffentlich in den nächsten Tagen ein Rutschbrett bekomme, mit dem ich mich selbstständig aus dem Rollstuhl transferieren kann.

 

Gestern hatte ich zum ersten Mal einen dissoziativen Krampfanfall. Zuvor hatte ich schon einige Male, meistens gepaart mit einem dissoziativen Stupor, unkontrollierbares Zittern. Einen richtigen Krampf hatte ich jedoch noch nie. Zuerst hatte ich durch eine eigentliche Nichtigkeit eine dissoziative Erstarrung. Meine Mutter saß neben mir auf dem Sofa. Zuerst fing ein Bein an zu zittern, das Zittern wurde immer stärker und wanderte meinen Körper hoch, bis der ganze Körper angefangen hat zu krampfen. Davon bekam ich alles mit. Für meine Mutter war es auch das erste Mal, dass sie so etwas an mir gesehen hat. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie einen kühlen Kopf bewahrt hat und nicht einen Notarzt gerufen hat. Meine Mutter redete in einem ruhigen Ton und sagte dass es gleich wieder aufhören wird. Weil ich nur noch noch sehr flach geatmet habe, hat sie versucht mit mir in einem gleichmäßigen Rhythmus zu atmen. Und sie nahm mich fest in den Arm (was bei mir während dissoziativen Zuständen nicht immer gut ankommt). Nach ca. 10 - 15 Minuten hörte der Anfall auf. Für ca. 45 Minuten war dann ein Kindanteil vorne. Meine Mutter beschrieb mir den Wechsel wie ein Lichtschalter, der von einer Sekunde auf die andere umgelegt wurde: Plötzlich war da ein fröhlich spielendes Kind. Danach passierte der Wechsel genau so unvermittelt zurück zu mir (Johanna), die hart wie ein Stein noch in einem Stupor war. Eine Stunde lang lag ich komplett bewegungsunfähig, bis auf die Augen erstarrt auf dem Sofa. Nach der Stunde konnte ich wieder einen Daumen bewegen und meine Mutter konnte mir Wasser mit einem Strohhalm anreichen. Meine Beine haben sich noch nicht erholt und haben den Dienst eingestellt. (Also vorher konnte ich auch nicht gehen oder stehen, aber z. B. zum Hose Anziehen die Beine kurz bewegen. Jetzt sind sie wie totes Gewicht, das ich mit den Armen aus dem Weg räumen muss.) Der Krampfanfall hat mich und meine Mutter zutiefst erschreckt und ich habe fürchterliche Angst, dass es nochmal passieren könnte.

 

Das einzig Positive ist, dass ich nun endlich eine Verordnung für Ambulante Psychiatrische Pflege/APP erhalten habe. Morgen kommt eine psychiatrische Pflegekraft zum Kennenlernen. Mir wurden 14 Einheiten pro Woche für vier Monate verschrieben. Da meine ambulante Betreuerin von der Eingliederungshilfe nächste Woche auch in den Urlaub geht und ich dann als "Pflegekräfte" nur meine Mutter und meine Alltagsbetreuerin habe, könnte die APP hilfreich sein, solange die Frau nett und kompetent ist.

 

Oh und wenn alles klappt bekomme ich diese Woche noch Besuch von einer meiner Lieblingspersonen und ihrer Pudelhündin. Darauf freue ich mich sehr.

0 Kommentare

In die nächste Runde mit dem Versorgungsamt

Nachdem ich ja im August 2015 meinen Erstantrag zur Feststellung einer Schwerbehinderung gestellt hatte, bekam ich nach zwei Widersprüchen mit Hilfe eines Anwaltes und einer Begutachtung einen GdB von 60 zugestanden. Anfang dieses Jahres bekam ich dann endlich meinen Schwerbehindertenausweis. Merkzeichen wurden mir allerdings verwehrt, obwohl ich seit einem Jahr zusätzlich zu den psychischen Behinderungen im Rollstuhl sitze. Der nächste Schritt wäre damals gewesen, vor Gericht zu gehen, dafür fehlte mir aber die Kraft.

 

Mittlerweile habe ich mit Hilfe meiner Mutter eine gesetzliche Betreuung beim Amtsgericht angeregt. Eine Rechtsanwältin wird hoffentlich bald meine gesetzliche Betreuerin und wird somit viele meiner Angelegenheiten übernehmen. 

 

Bis über den Antrag auf die gesetzliche Betreuung entschieden wird, kann aber noch einige Zeit vergehen. So lange möchte ich nicht warten. Deshalb stelle ich jetzt mit meiner Mutter einen Folge- bzw. Verschlechterungsantrag an das Versorgungsamt. Ich akzeptiere diese Ungerechtigkeit nicht! Ich sehe es nicht ein, dass ich schlechtere Karten habe, nur weil ich unter einer psychischen Behinderung leide. Meine Dissoziative Bewegungsstörung ist mit körperlichen Untersuchungen nicht erklärbar und doch schränkt sie mich sehr ein. Ich kann selbst mit Gehstützen keine drei Meter gehen und nur kurz stehen wobei ich mich immer festhalten muss. Warum wird mir dann kein Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) zugestanden? Nur weil es keine Röntgenbilder gibt, die das erklären und bestätigen? Nö, das akzeptiere ich nicht! Ich bin keine Simulantin, nur weil die Ärzte nicht wissen was mit mir los ist! Genau so ist es mit dem Merkzeichen B (Begleitung). Meine Erkrankung ist komplex. Wie ich ja schon oft geschrieben habe, kann ich nur selten, zu Terminen bei meiner Psychologin und meinem Psychiater, meine Wohnung verlassen und dann auch nur mit Begleitung. Ich akzeptiere es nicht, dass psychische Erkrankungen so schlecht angesehen werden. Mir geht es bei dieser Angelegenheit vor allem um das Prinzip. Ich habe kein Interesse, mir irgendwelche Leistungen zu erschleichen. Ich hoffe, dass es mir irgendwann mal gut genug geht, dass ich mich wirklich für die Anerkennung von psychischen Erkrankungen engagieren kann.

 

Nun ja, was ich eigentlich damit sagen wollte ist, dass ich mit viel Hilfe nun einen Folgeantrag stelle. Meine Mutter und ich versuchen einen detaillierten Text zu schreiben, der die Gründe gut erklärt. Zusätzlich mit dem Klinikbericht, dem Gutachten des MdK für die Pflegeversicherung und der Feststellung des Pflegegrades 3 geht der Antrag die Tage an das Versorgungsamt. Falls der Antrag wieder abgelehnt wird, werde ich mit der gesetzlichen Betreuerin dagegen vorgehen.

 

0 Kommentare

11.06.2017

Wenn es mir und dem System sehr schlecht geht, dann tut es manchmal ganz gut, wenn ein nicht traumaassoziierter Kindanteil einfach mal z. B. mit unserer lieben, zugewannten Alltags-betreuerin ganz unbeschwert malen und mit den Kuscheltieren spielen darf. Das verschafft dem System eine kurze Erholungspause.


0 Kommentare

Alec ist jetzt ein Therapiebegleithund

Schon lange habe ich nicht mehr über Alec, meinem ehemaligen Assistenzhund in Ausbildung berichtet. Das gesamte Thema ist sehr schwierig für mich, wegen der Enttäuschung und wegen meines Entsetzens darüber, wie es mit der ehemaligen Assistenz-hundeausbilderin gelaufen ist. Außerdem habe ich große Schuldgefühle Alec gegenüber.

 

Nachdem Alec nach all dem Hin und Her wieder bei unserer guten und liebevollen Trainerin angekommen war, durfte er sich für einige Zeit erstmal richtig erholen und nur "Hund" sein. Wir haben viele Monate nach einem neuen Zuhause für Alec gesucht, was sich als schwierig erwies. Nach all dem was jedoch passiert ist, waren alle Beteiligten sehr vorsichtig mit der Auswahl eines neuen Frauchens. Mit der Zeit war klar: Alec ist kein Assistenzhund, zumindest nicht für psychisch Kranke. Schlechte Gefühle seines Menschen sind ihm unangenehm und er zieht sich zurück. Er arbeitet aber sehr gerne und zuverlässig. Er braucht die mentale Herausforderung mindestens genau so sehr wie die körperliche Auslastung. Wir wollten für ihn jemanden finden, der ihm Arbeit und physische Auslastung bieten kann und wo er glücklich, am Besten mit einem Hundekumpel, leben kann. Vor allem war uns aber auch wichtig, dass Alec nicht mehr rumgereicht wird. Er sollte sein endgültiges Zuhause finden, wo er zufrieden mit einem kompetenten Frauchen ist.

 

Schließlich haben wir eine sehr gute Lösung gefunden. Nun lebt Alec seit zwei Monaten bei einer Tierphysiotherapeutin, die mit ihm in einem Altenheim und in einer Ergotherapiepraxis arbeitet. Die Arbeit mit den Patienten macht ihm Spaß und er ist sehr beliebt. Er kann jeden Tag mehrere Stunden im Wald rennen und sich so körperlich auspowern. Er hat einen Hundekumpel, mit dem er spielen kann und ein Frauchen mit dem die Bindung stimmt und die sich von ihm nicht unterbuttern lässt. Er ist und bleibt ein liebenswerter Sturkopf und braucht eine feste Hand.

 

Ich bin froh, dass Alec nun endlich sein Heim gefunden hat. Dort hat er alles was er braucht um glücklich zu sein.

0 Kommentare

Das Leben geht weiter

Vor genau einem Monat wurde ich aus der Psychosomatischen Fachklinik Rottal-Inn in Simbach am Inn entlassen. Seitdem ist ziemlich viel passiert. 

 

Mit gutem Gewissen kann ich die Rottal-Inn Klinik weiterempfehlen. In meinen vorherigen Blogbeiträgen habe ich ja schon ausführlich darüber berichtet, wie schwierig es für mich war, überhaupt eine Klinik zu finden. Dass ich tief in Niederbayern gelandet bin, war dann wirklich ein Glücksfall. Meine Ärztin und das Pflegepersonal meiner Station kannten sich wirklich gut mit der Dissoziativen Identitätstörung aus. Egal was passierte, auf uns wurde immer angemessen eingegangen. Ich fühlte mich verstanden, gut betreut und ernst genommen. Die Pflegerinnen waren allesamt sehr geduldig: Auch wenn ich durch einen Trigger stundenlang dissoziierte, im Stupor war oder wir hin und her switchten oder ich eine Panikattacke hatte ließen sie uns nicht im Stich und versuchten mir mit vielen Skills zu helfen. Das Schöne an der Klinik ist, dass sie bereit sind ihr Konzept individuell anzupassen. Ich wurde zu nichts gedrängt, aber man hat mir öfters angeboten, in Begleitung in den Park zu gehen. Ein paar Mal hat es auch tatsächlich geklappt und ich konnte mit einer umsichtigen Pflegerin frische Luft schnappen. Ich hatte mein rollstuhlgerechtes Einzelzimmer, wo ich auch die Mahlzeiten einnehmen durfte (das Essen war übrigens spitze).

 

An meinem Allgemeinzustand hat sich in so kurzer Zeit natürlich nicht viel geändert. Trotzdem war der Klinikaufenthalt ein Erfolg für mich. Erstens weil ich jetzt die Erfahrung gemacht habe, dass ein Klinikaufenthalt auch positiv sein kann und es durchaus engagierte und nette Ärztinnen und Pflegerinnen geben kann. Zweitens weiß ich jetzt, dass ich einen Therapieplatz gefunden habe, wo mir/uns geholfen wird und wo ich wieder hingehen kann.

 

Mit der Entlassung aus der Klinik bin ich auch gleichzeitig in eine neue behindertengerechte Wohnung umgezogen. Hier kann ich mich jetzt frei bewegen, barrierefrei duschen und mir selbstständig etwas aus dem Kühlschrank holen. Ich bin nun die ganze Zeit damit beschäftigt, mir hier einen sicheren Ort einzurichten, damit ich mich hier geschützt fühlen kann. Mir fällt es ziemlich schwer, mich in einer neuen Umgebung sicher zu fühlen. Es ist hier noch alles neu und ungewohnt, deshalb ist es umso wichtiger, mir meine neue Wohnung so angenehm und triggerarm wie möglich zu gestalten.

 

Eine Voraussetzung dafür, dass ich nächstes Jahr wieder in die Klinik in Simbach am Inn kann, ist, dass wir an meiner Betreuungssituation arbeiten. Bisher war es ja so, dass ich eine ambulante Betreuerin für vier Stunden pro Woche habe, den Rest der Pflege deckt meine Mutter ab. Ich brauche deutlich mehr Betreuung, aber nicht durch meine Mutter. Mit meinem Pflegegrad 3 könnte ich einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen, aber die sind hauptsächlich auf Senioren und Krankenpflege eingestellt und haben wenig oder keine Erfahrung mit psychischen Erkrankungen. Dazu hatte ich letzte Woche ein Teamgespräch mit meiner Mutter, meiner Therapeutin, meiner ambulanten Betreuerin und ihrem Chef. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir das Problem lösen. Wir haben mehrere Möglichkeiten herausgearbeitet.

 

  • wir beantragen eine Erhöhung der Betreuungsstunden, es gibt max. 10 Stunden pro Woche. Wenn das genehmigt wird, stellt mir die Betreuungseinrichtung eine zweite ambulante Betreuerin. Damit immer jemand für mich da ist, auch wenn eine der beiden Betreuerinnen mal krank oder im Urlaub ist.
  • wir beantragen Persönliches Budget
  • ich bitte meinen Psychiater um eine Verordung für ambulante psychiatrische Pflege. Das ist eigentlich für Kriseninterventionen gedacht und i. d. R. auf vier Monate befristet, wird aber in Außnahmefällen auch länger gewährt.
  • wir verhandeln mit der Krankenkasse über zusätzliche Betreuungsleistungen
  • wir erwägen eine gesetzliche Betreuung und lassen uns dahingehend beraten

 

Der letzte Monat und auch der Klinikaufenthalt waren für mich sehr herausfodernd und anstrengend. Ich hoffe, jetzt langsam in der neuen Wohnung zur Ruhe zu kommen und mich zu erholen. Nach und nach werde ich mit Hilfe meines therapeutischen Teams die geplanten Veränderungen angehen, ohne mich dabei zu sehr unter Druck zu setzen. Als erstes werde ich nächste Woche mit meiner ambulanten Betreuerin meinen Balkon hübsch machen. Ich bin wirklich froh und dankbar, Menschen um mich herum zu haben, die mich unterstützen und manchmal viel mehr machen, als ihr Job verlangen würde. Es erleichtert mich, zu wissen, dass in der Niederbayrischen Klinik schon der Schweinsbraten mit Bayrischkraut und Semmelnknödel auf mich wartet und wir alle dort sein dürfen.

0 Kommentare

Hallo aus der Klinik

Ein kurzes Hallo aus der Klinik. Ich bin hier gut angekommen. Mir fällt es ziemlich schwer mit den ganzen Menschen. Das Pflegepersonal und meine Therapeutin sind aber sehr nett, zuvorkommend und umsichtig. Die wissen alle, was sie tun und können gut mit meinen "Zuständen" umgehen.

 

Mein Zimmer kann ich zwar nicht alleine verlassen, deswegen bekomme ich aber zu allen Terminen eine Begleitung. Bis jetzt ist es mit großem Abstand der beste Klinikaufenthalt und ich bin froh hier sein zu dürfen.

 

Bis zum 19.4. bleibe ich noch, dann geht es die 900 km zurück nach Hause.

0 Kommentare

Meine Notfalltasche

Ohne Skills und meine Notfalltasche gehe ich nirgendwo hin. In einer Kosmetik-tasche befinden sich Düfte und Gegenstände die mir bei Dissoziationen, Angst, Unruhe und Panik helfen. Diese so genannten Skills sprechen verschiedene Sinne an. Ich denke, die meisten Betroffenen kennen Skills und sind auch immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Nun bereite ich mich gerade auf den Klinikaufenthalt vor, denn dort gibt es viele Trigger, die problematische Situationen auslösen können. Normalerweise sind nicht ganz so viele Gegenstände in meiner Notfalltasche, für die Klinik möchte ich aber vorbereitet sein. Notfallmedikamente gibt es bei mir allerdings nicht, denn ich habe noch kein Medikament gefunden, welches ich vertrage.

 

An der Rückseite meines Rollstuhls hängt eine rote „SOS“ Tasche. Dort drin befindet sich ein Zettel, auf dem Angaben zu meiner Person und Notfalltelefonnummern stehen. Außerdem Anleitungen, was bei einer Erstarrung (Dissoziativer Stupor) oder bei einem Switch gemacht werden kann, um mir zu helfen.

Riechen

Hauptsächlich bei Dissoziationen helfen mir Gerüche. Meine Duftöle haben unterschiedliche Stärken. Manche sind einfach nur wohltuend, andere sind sehr stark, lassen die Augen tränen und reizen die Nase. Ich wechsel oft die Öle, angenehme Gerüche helfen noch eher bei leichteren, gerade erst anfangenden Dissoziationen. Angepasst an die Stärke der Disso muss ich mir bzw. andere mir (wenn ich nicht selber dazu in der Lage bin) stärkere, reizendere Düfte unter die Nase halten.

Fühlen

Dies sind meine Skills zum Anfassen. Sie haben unterschiedliche Oberflächen und fühlen sich somit anders an. 

 

Das „Schmeichelholz“ mit der Gravur „Gesundheit“ habe ich am Freitag von meiner Therapeutin geschenkt bekommen.

 

Der Metallring ist ein Massagering, der starken Reiz auslöst. Dies hilft mir, meine Finger wieder zu fühlen, wenn sie taub sind. Allerdings muss ich damit aufpassen, denn man kann es damit auch übertreiben und sich schaden.

 

Das kleine Kuscheltier ist hauptsächlich für Kindanteile. Er sieht so ähnlich aus wie unser großes Lieblingskuscheltier – ein Dalmatiner - und soll Sicherheit und Trost schenken. 

 

Zum Fidget-Cube habe ich ein kurzes Video gemacht. Ich habe ihn erst vor kurzem gefunden. Er ist super für unruhige Hände. https://www.facebook.com/pg/PTBSAssistenzhundAlec/videos/?ref=page_internal

Schmecken

Die Bonbons haben verschiedene Geschmacksrichtungen, die einen Reiz auslösen.

 

Sonstige

Meine Mandala- und Ausmalbücher schleppe ich natürlich nicht immer mit mir rum. Musik und Hörbücher auf meinem MP3 Player höre ich aber ständig. Viele Geräusche sind für mich sehr triggernd und ich erschrecke mich sehr bei lauten, plötzlichen Geräuschen. Nachts kann ich nur im Hellen schlafen. Dies ist nur eine Nachtlampe von vier anderen, die mir und traumatisierten Anteilen nachts Sicherheit schenken.

 

Skills um das Gehirn anzuregen. Zum Beispiel hilft es mir, im Raum herumzugehen, mir Gegenstände genau anzusehen und sie laut zu benennen. Die 5-4-3-2-1 Übung. Alle möglichen Denkaufgaben, wie z. B. alle Bundesländer aufzählen oder Rechnen.

0 Kommentare

Vor dem Klinikaufenthalt

Dienstag werde ich in der Klinik aufgenommen. Ich bin wirklich froh, dass ich nun endlich Hilfe bekomme, mache mir aber auch viele Gedanken und habe Angst vor dem Aufenthalt. Meine Ärztinnen haben mir gesagt, dass ich keine großen Anforderungen an mich stellen soll und die Ärzte der Klinik werden das auch nicht tun. Ich werde maximal drei bis vier Wochen dortbleiben. Wahrscheinlich werde ich mehrmals die Woche Einzeltherapie und Gestaltungstherapie bekommen. Wenn ich es aushalte, darf ich vielleicht auch noch Physiotherapie machen. Alle anderen Therapien würden mich überfordern. Zum Glück weiß ich schon, dass ich ein barrierefreies Einzelzimmer mit eigenem Badezimmer bekommen werde, das nimmt mir zumindest schon mal die Zimmerangst.

 

Da die Klinik in der Nähe von München liegt und ich aus Norddeutschland komme, werden meine Mutter und ich schon Montag losfahren und auf zweidrittel der Strecke Pause machen und im Hotel übernachten.

 

Jetzt geht es erstmal ans Packen. Dies ist mein vierter Klinikaufenthalt, somit weiß ich, was mich in etwa erwarten wird. Ich bin gespannt wie und ob ich mich dort anpassen kann. Auch mit dem Schlafrhythmus werde ich erstmal wieder zu kämpfen haben, weil ich in letzter Zeit nur noch tagsüber, wenn es hell ist, schlafen kann. 

 

Während ich in der Klinik bin, wird hoffentlich der Umzug in meine neue Wohnung organisiert werden. Wenn ich wieder nach Hause komme, kann ich endlich in meine rollstuhlgerechte Wohnung.

0 Kommentare

Pflegegrad bei Dissoziativer Störung

Seit dem 1 Januar gibt es ein neues Pflegegesetz, das psychische Störungen besser berücksichtigt. Letztes Jahr wurde mein Antrag auf Feststellung einer Pflegestufe nach einer Begutachtung abgelenht. Nachdem ich und meine Mutter im Januar einen neuen Antrag gestellt hatten, war letzte Woche nochmal eine Gutachterin vom MDK bei mir zu Hause. Die Gutachterin war sehr nett, wohlwollend und umsichtig. Sie hatte sich offentsichtlich über die Dissoziativen Störungen einschl. DIS vorher informiert und sich vorher erkundigt, wie sie mit mir umgehen sollte: z. B. leise sprechen, nicht anfassen, Abstand halten. Das Gespräch dauerte ca. zwei Stunden, sie schaute sich die Wohnung an und ging mit uns einen Fragebogen durch. Die Entscheidung kam innerhalb weniger Tage. Ich habe den Pflegegrad 3.

 

Hier könnt ihr nachlesen, welche Voraussetzungen, welche Pflegegrade es gibt und wie hoch die Leistungen sind. 

www.pflege.de

 

Ob jemand einen Pflegegrad bekommt, hängt nicht nur von den Diagnosen ab, sondern von den tatsächlichen Einschränkungen und wie sich diese auf das Leben auswirken. Es wird darauf geschaut, was man selbstständig tun kann, was mit Hilfe gelingt und was gar nicht funktioniert. Bei mir sind es eben körperliche und psychsiche Einschränkungen, die dazu führen, dass ich ganz viele alltägliche Dinge gar nicht oder nur mit Unterstützung tun kann. Ein kleines Beispiel: Ich kann kein Geschirr abwaschen. Dabei ist es egal, ob ich es nicht tun kann, weil ich nicht aufrecht stehen kann oder weil ich mich sehr vor Schmutz ekle oder weil ich keine komplexen Handlungen ausführen kann ohne dabei zu dissoziieren.

 

Natürlich habe ich mir mein Leben anders vorgestellt und ich finde es ziemlich schwer, die Situation, so wie sie jetzt ist zu akzeptieren. Aber die Leistungen der Pflegeversicherung helfen dabei, zusätzliche Betreuungsstunden zu bekommen, meine Mutter zu entlasten und hoffentlich bald in eine barrierefreie Wohnung zu ziehen. Im Moment verhandelt meine Mutter noch mit dem Sozialamt, welche Kosten für eine rollstuhlgerechte Wohnung übernommen werden. Wahrscheinlich müssen wir etwas zuzahlen, weil die Miete höher ist, als der "angemessene Satz". Eine barrierefreie Wohnung und vor allem ein rollstuhlgerechtes Badezimmer würden mir ein ganzes Stück zusätzlichen Freiraum gewähren und auch für meine Mutter wäre es eine Entlastung, weil ich mir z. B. mal selber einen Yoghurt aus dem Kühlschrank holen könnte.

0 Kommentare

Viele Hindernisse und ein neuer Freund

Es wird mal wieder Zeit, euch meine neuesten "Erfolgserlebnisse" mitzuteilen.

 

Nach nur 18 Monaten, zwei Widersprüchen und einer Amtsärztlichen Begutachtung vor einem halben Jahr hat mir das Versorgungsamt nun eine Schwerbehinderung zugesprochen. Die Merkzeichen "B" - für ständige Begleitung und "aG" - außergewöhnliche Gehbinderung, so findet das Versorgungsamt, stehen mir nicht zu. Auch wenn ich den ganzen Tag im Rollstuhl sitze und keine 3 Meter gehen oder aufrecht stehen kann, auch nicht mit Gehstützen. Ohne Begleitung könnte ich noch nicht mal mehr zu meiner Therapeutin kommen. Da würde ich einen Parkausweis wirklich benötigen. Am Besten, meine Betreuerinnen parken in Zukunft auf Behindertenparkplätzen und legen einen Zettel ins Auto, worauf steht: "Ich bin Rollstuhlfahrerin, aber das Versorgungsamt verweigert mir den Parkausweis. Bitte beschweren Sie sich dort!" Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich eine Klage einreichen sollte (wofür ich überhaupt keine Kraft hätte), oder ein halbes Jahr warten sollte, um dann einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Mir kommen die Entscheidungen von den Versorgungsämtern sehr willkürlich vor, als ob sie den Grad der Behinderung und Merkzeichen auswürfeln würden. Das ist eine Mentalität wie: Wenn man es den Antragsstellern so schwer wie möglich macht, haben die eh keine Kraft mehr um sich dagegen zu wehren.

 

Die Anzahl der Absagen von Kliniken muss ich nochmal nach oben hin korrigieren. Meine Therapeutin hat bei über 40 Kliniken angefragt. Mit den Kliniken, bei denen ich und meine Mutter angefragt haben, sind wir bei über 50 Absagen. Vor zwei Wochen habe ich meine Anmeldung an eine Klinik in Bayern abgeschickt, die meiner Therapeutin eine mündliche Zusage gegeben hat. Jetzt warte ich auf deren Antwort und hoffentlich einen baldigen Aufnahmetermin. 

 

Wie es danach weiter geht, ist noch völlig unklar. Wir haben unzählige Einrichtungen und Vereine angerufen. Entweder sind die Anforderungen an Mobilität und Eigenständigkeit viel zu hoch für mich oder es sind große Wohnheime, in denen Männer und Frauen in allen Altersstufen mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern betreut werden. Wie es aussieht haben wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft, es gibt einfach keine passende Einrichtung für mich. Ich glaube langsam, ich muss mir meine eigene Einrichtung erschaffen.

Aber es gibt auch Positives zu berichten!

 

Der sozialpsychiatrische Dienst, mit dem meine Mutter auch vor kurzem über Wohneinrichtungen gesprochen hat, hat meine ambulante Betreuung nach Aktenlage weiter bewilligt. Ich muss also nicht zu einem schwierigen Hilfeplangespräch antanzen. Das nimmt etwas Stress raus. Ich bin froh, dass ich meine Betreuerin behalten kann.

 

Mit dem neuen Pflegegesetz konnten wir auch nochmal einen neuen Antrag auf einen Pflegegrad stellen. Leider muss dafür ein neues Gutachten vom MDK erstellt werden.

 

Nachdem ich letzte Woche aus der Praxis meiner Therapeutin über die Stufen getragen werden musste, schafft meine Therapeutin sich wahrscheinlich eine Rollstuhlrampe an, damit ich auch weiter die Praxis besuchen kann.

 

Auf dem Bild seht ihr unseren neuen Freund. Er ist speziell für Kindanteile gedacht, weil sie ein eigenes Kuscheltier haben wollten. Er oder sie - noch namenlos :D - ist schön weich, ganz kuschelig und die Kleinen freuen sich - und ich mich auch :) .

Die Klinik-Odyssee

Wer krank ist, geht zum Arzt. Wer so richtig krank ist, geht ins Krankenhaus. Klingt einfach, ist es aber nicht!

 

Wer meinen Blog öfters liest, weiß, dass ich mich im August 2016 zu einem weiteren Klinikaufenthalt entschlossen habe. Seit fünf Monaten sind meine Therapeutin und ich nun auf der Suche. 

 

Ich brauche einen Platz in einer psychiatrischen/psychosomatischen Klinik mit Ärzten, die Erfahrungen in der Therapie mit DIS Patienten haben. Die Klinik müsste barrierefrei sein und ich brauche ein Einzelzimmer. Außerdem müsste ich vor allem Einzeltherapie bekommen, weil ich nicht gruppentauglich bin. So weit so gut. 

 

Wir haben mittlerweile bei ungefähr 25 Kliniken angefragt, ob sie mich aufnehmen würden. Bis jetzt habe ich nur Absagen bekommen. Von drei Kliniken warte ich noch auf eine Antwort.

 

Jeder, dem ich das erzähle ist fassungslos, "Das kann doch nicht wahr sein?!". 

 

Die Ablehnungsgründe sind fast immer die gleichen. Es gibt nur wenige Kliniken, die überhaupt Patienten mit einer Dissoziativen Identitätsstörung/Multiple Persönlichkeit aufnehmen, da das Krankheitsbild sehr komplex und langwierig zu behandeln ist. Viele Kliniken sind in alten Gebäuden untergebracht, die sind zwar manchmal sehr schön, aber selten barrierefrei. Aber auch die baulich barrierefreien Krankenhäuser lehnen oft die Aufnahme mit einer Bewegungseinschränkung einfach ab, weil man damit nicht ins Konzept passt z. B. könnte ich nicht bei der Sporttherapie mitmachen. So, nehmen wir einmal an, ich habe eine Klinik gefunden, die mich mit der DIS und dem Rollstuhl aufnimmt. Dann kommt das nächste K.O.-Kriterium; ich kann nur flüstern und auch das kostet mich viel Kraft, manchmal kann ich auch das nicht und bin stumm. Blöd für eine Gruppentherapie! Die ist auch noch aus weiteren Gründen kaum möglich. Ich habe Angst vor Menschen, vor allem vor Fremden natürlich. Das blockiert mich so sehr, dass ich blitzschnell dissoziiere. Zuviele Reize auf einmal kann ich nicht verarbeiten. Wenn mehrere Menschen in einem Raum durcheinander reden, katapultiert mich das sofort ins Aus. Mit der Zeit sind so viele alltägliche Dinge zu einem Trigger geworden, dass ich in Gesprächen schnell abschmiere. Dann sitze ich entweder eingefroren wie in einer "Locked In" Starre da oder es tritt eine andere Persönlichkeit hervor und ich kann mich hinterher an nichts erinnern. Mit diesen Problemen passe ich nicht in die Konzepte der Kliniken, da alle gruppenorientiert arbeiten. Es kommt mir stark so vor, dass die meisten Kliniken absolut gar nicht bereit sind an ihren Konzepten zu rütteln und eine individuelle Lösung zu finden. Klar, der Kostendruck für Krankenhäuser ist riesig und Gruppentherapie ist eben viel günstiger als eine Einzelbehandlung. Kassenpatienten bekommen meist höchstens eine Einzeltherapiestunde pro Woche. Privatpatient müsste man sein.

 

Die verrückteste Voraussetzung, die bis jetzt gestellt wurde, war, dass ich vor Beginn der Therapie schon eine Zusage von einer betreuten Wohngruppe habe, für die Zeit nach der Klinik. So eine Wohngruppe zu finden ist noch schwieriger als einen Klinikplatz, es gibt wirklich nur ganz, ganz wenige für traumatisierte Frauen. Die Ablehnungsgründe sind die gleichen wie oben. Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Was für eine Art von Unterbringung ich brauche, hängt davon ab, wie es mir geht, wenn ich aus der Klinik komme. Zurzeit bräuchte ich eine vollstationäre Einrichtung, weil ich weder einkaufen, noch kochen, noch sauber machen kann und es erst recht nicht schaffe für mich zu sorgen. Vielleicht bin ich aber auch irgendwann wieder so weit, dass ich in eine teilstationäre Wohngruppe ziehen könnte, in der ich nur tagsüber betreut werden würde.

 

Meine Therapeutin ist auf eine Ärztin gestoßen, die wirklich wusste wovon sie sprach. Sie sagte von sich aus, dass Gruppentherapie für DIS Patienten sowieso gar nicht geeignet ist. Für DIS Patienten ist es schon eine große Herausforderung, nur in der Klinik zu sein und am Alltagsgeschen teilzunehmen. Es wäre völlig falsch sich zu hohe Ziele zu setzen. Mein persönliches Ziel ist es eine bessere Kommunikation mit Anteilen aufzubauen, dies geht selbstverständlich nicht vor anderen Menschen, sondern bedarf viel Einzeltherapie. In der Gruppe ist nicht der Platz um mit traumatisierten Anteilen zu reden. 

 

Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll, wenn man mir immer wieder sagt, dass ich einfach zu krank für eine stationäre Therapie bin. Das ist doch absurd!!! 

 

Um überhaupt irgendwie weiter zu kommen, muss ich aber unbedingt in eine Klinik. Erstens, weil Therapie hier im familiären Umfeld gar nicht möglich ist, dazu muss ich einfach Abstand bekommen. Und Zweitens reicht natürlich eine Stunde ambulante Therapie pro Woche nicht ansatzweise aus. Nach der ambulanten Stunde komme ich nach Hause und bin allein und ungeschützt. Niemand ist da, wenn es mir schlecht geht, ich in Panik gerate oder switche (Persönlichkeiten wechseln). Also berühren wir in der Thapie keine schwierigen Themen und können nur stabiliserend arbeiten. Aber das ist ja auf Dauer nicht Sinn der Sache. Ein Weiterkommen ist also nur in einem beschützten Rahmen möglich. Auch wenn ich noch so viel Angst vor der Therapie habe und dieser Weg bestimmt nicht einfach wird, bin ich aber motiviert und möchte mein Bestes geben, eine Verbesserung zu erreichen.

 

Mit all diesen Absagen fühl ich mich ganz schön im Stich gelassen. Eigentlich ist unser Gesundheitssystem eines der Besten der Welt und trotzdem bekomme ich keine Hilfe, die ich so dringend benötige. 

 

Mit drei Kliniken sind meine Therapeutin und ich noch im Gespräch. Eine Klinik in Bayern würde mich aufnehmen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Ich könnte aber dort auch nur sechs Wochen bleiben, was bei Weitem nicht ausreicht, aber das wäre zumindest mal ein Anfang. Ich bin froh, dass diese Möglichkeit besteht. Sollten die drei Kliniken, mit denen wir noch im Gespräch sind absagen, wird meine Threapeutin eine zweite Runde beginnen und ausgewählte Kliniken nochmal anschreiben.

 

Hier läuft doch irgendwas falsch?!

0 Kommentare

Assistenzhund und Steuern

Hier meldet sich mal Johannas Mutter zu Wort:

Ein Assistenzhund verursacht eine Menge Kosten für die Anschaffung, die Ausbildung und auch den laufenden Unterhalt, Versicherungen, Tierarzt etc. Über die Krankenkasse gibt es in der Regel keine Zuschüsse, außer für Blindenführhunde. Schön, wenn die Kosten durch Stiftungen, Spenden oder Fonds getragen werden. Manche AssistenznehmerInnen bezahlen die Kosten aber selbst oder Eltern, Partner oder andere Verwandte tragen die Kosten. Dann überlegt man natürlich, ob die Ausgaben für den Hund, genau wie andere Krankheitskosten von der Steuer absetzbar sind.

 

Die Kosten für Alecs Ausbildung und Unterhalt, die nicht über Spenden finanziert waren, habe ich bei meiner Einkommensteuererklärung als "außergewöhnliche Belastung" angegeben. Leider wurde das nicht anerkannt, in meinem Steuerbescheid steht:

"Die Aufwendungen für die Anschaffung, Ausbildung und Haltung eines Hundes konnten nicht berücksichtigt werden. Um diese Aufwendungen berücksichtigen zu können, ist es notwendig, vor Anschaffung des Hundes die medizinische Notwendigkeit durch einen Amtsarzt feststellen zu lassen".

 

Schade, dass wir das nicht vorher wussten, denn so ein Attest hätte man sicher bekommen können. Und das hätte eine Menge Geld gespart. Schließlich geht es hier nicht nur um die Anschaffung und das Training, sondern um alle laufenden Aufwendungen während eines ganzen Hundelebens!

 

Wer ganz am Anfang steht und über die Anschaffung eines Assistenzhundes aus Eigenmitteln nachdenkt, sollte die steuerlichen Auswirkungen unbedingt berücksichtigen, am besten beim Wohnsitzfinanzamt nachfragen. Evtl. kann auch der Schwerbehinderten-ausweis Voraussetzung sein, um die steuerliche Anerkennung zu bekommen.

Wichtig: Wenn der Kaufvertrag erst unterschrieben ist, dann ist es zu spät - diese Dinge müssen unbedingt vor dem Kauf und Abschluss des Ausbildungsvertrages geklärt sein.

(c) Judith Kraus

0 Kommentare

Therapie... wie geht es weiter?

Wie geht es nun weiter, nachdem ich weiß, dass ich Viele bin? Diese Frage kommt oft in den Therapiestunden auf. Meine Therapeutin kenne ich nun seit ca. vier Jahren. Mir fällt es sehr schwer, Menschen zu vertrauen. Ganz zu Anfang bei meinen ersten Stunden mit meiner Therapeutin habe ich ihr gesagt, dass ich auf keinen Fall über meine Vergangenheit reden möchte. In den folgenden Jahren haben wir versucht, mich zu stabiliseren und haben meine Kindheit und Jugend weitestgehend ausgelassen. Weit kamen wir bei diesen Themen eh nie, wir konnten nichts bearbeiten, denn sobald wir auf die Themen zu sprechen kamen, kam von innen ein Verbot, ich dissoziierte, konnte und durfte nicht darüber sprechen. In der ganzen Zeit, in der ich in Therapie war, konnten wir somit nichts bearbeiten. Wir haben nur versucht, aktuelle Krisen und Schwierigkeiten zu bearbeiten. Aber auf die Dauer funktioniert das nicht, so komme ich nicht weiter. Kindheitstraumata holen mich immer wieder ein. Davonlaufen, sich einreden, dass da doch gar nichts war, Erinnerungen auf Dauer zu verdrängen und mich davon zu dissoziieren klappt eben nicht immer.

 

Meine Therapeutin und ich haben mit den Jahren eine sehr gute Vertrauensbasis aufgebaut. Ich weiß, dass sie mich sehr gut kennt und dass sie mich, wenn ich dissoziiere, zurückholen kann. Sie nimmt sich Zeit für mich und macht auch mal Überstunden, wenn ich während einer Therapiestunde dissoziiere. Selbst wenn ich zwei Stunden lang brauche wieder anzukommen. Bis jetzt konnte ich immer einigermaßen aufrecht aus der Praxis gehen bzw. rollern. Und doch haben wir noch die nötige, professionelle Therapeutin - Patientin Distanz.

 

Nun geht es mir ja schon sehr lange ziemlich mies und ich suche seit Monaten eine Klinik, die mich aufnimmt. Dies erweist sich ja als äußerst kompliziert. Diese Woche hat sich zum Glück eine Fachklinik, in der ich schonmal war gemeldet und mich zu einem Vorstellungstermin eingeladen. Es ist noch überhaupt nicht sicher, ob und wann sie mich aufnehmen. Nun kommt ein weiterer Gedanke, mit dem ich mich vor einem Klinikaufenthalt befassen muss: die Meinungen der anderen Persönlichkeiten in mir zur Therapie . Dies fällt mir sehr schwer, aber ich bin nunmal nicht alleine. Herauszuhören, was wer denkt ist Schwerstarbeit, nur wenige sind mir überhaupt bekannt bzw. machen sich bemerkbar oder schreiben mir. Die Meinungen gehen ziemlich weit auseinander. Mir persönlich geht es aber so schlecht, dass ein Klinikaufenthalt unausweichlich ist. Die Therapeuten haben mich schon darauf vorbereitet, dass manche Innies damit nicht einverstanden sein könnten und es wahrscheinlich auch deutlich machen werden. Davor habe ich große Angst, ich hoffe, dass wir in der Klinik, in einem geschützten Rahmen, ansatzweise lernen können, miteinander umzugehen.

 

Aber was kommt nach dem Klinikaufenthalt? Soll ich wieder zurück ins alte Umfeld gehen? Meine Mutter und ich sind uns sehr nah und innig, wir hocken aufeinander und meine Mutter opfert sich tagtäglich für mich auf. Unser Verhältnis ist eben kompliziert, mehr möchte ich darüber nicht preisgeben. Dass das nicht gut ist, wissen wir alle schon lange und die Therapeuten und Psychiater aus den Kliniken haben mir schon vor Jahren gesagt, dass wir mehr Abstand brauchen und ich in eine therapeutische Wohngruppe ziehen sollte. Meine Mutter ist aber auch nunmal meine einzige Bezugsperson. Meine Therapeutin hat mir auch oft ans Herz gelegt, eine Wohngruppe in Erwägung zu ziehen. Lange war das Thema ein rotes Tuch. Seit einigen Monaten habe ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt. 

 

Der vorläufige Plan ist, nach dem Klinikaufenthalt, in eine Wohngruppe zu ziehen. Wenn wir denn eine passende finden. Das heißt aber auch, dass meine Therapeutin und ich meine Therapie beenden würden. Bei meinem Termin diese Woche hat sie mich gefragt, wie ich es denn finden würde, sie nicht mehr zu sehen, den Abschied zu feiern und mir eine neue Therapeutin zu suchen. Als meine neue Diagnose bekannt wurde, sagte sie mir gleich, dass ich ihre erste DIS Patientin bin, sie aber auch viel Erfahrungen mit Traumapatienten hat und doch begab sie sich mit mir auf neues Eis. Es war von Anfang an klar, eben weil wir eine so gute Verbindung haben, dass wir es miteinander versuchen, sie mich aber an eine spezialisierte Therapeutin verweist, sollte sie nicht mehr weiter wissen, sie es überfordern oder wenn sie denkt, dass ich bei jemand anderen einfach besser aufgehoben bin. Ich kann mir es noch überhaupt nicht vorstellen meine Therapeutin nicht mehr zu sehen und mit ihr zu sprechen. Sie hat mir auch erzählt, dass sie einen kompletten Kontaktabbruch auch nicht gut finden würde. Bei Supervisionen bei Michaela Huber hat sie ihre Kollegen gefragt, die einen Kontaktabbruch auch nicht befürworten. Wir haben bereits darüber geredet, dass ich während des Klinikaufenthalts einmal die Woche mit ihr Emailkontakt haben werde.

 

Um voranzukommen muss ich wohl oder übel Abstand zu meiner Mutter bekommen und in eine Wohngruppe ziehen. Wirklich angefreundet habe ich mich mit dem Gedanken noch nicht.  

Urheberrecht

Ich muss da mal was loswerden. Es ist jetzt schon mehrmals vorgekommen, dass ich auf Webseiten, Flyern, Spendenaufrufen etc. von anderen Leuten Formulierungen lese, die wortwörtlich oder minimal verändert mit den Texten, die ich geschrieben habe übereinstimmen. Ich wurde mehrmals gefragt, ob es in Ordnung wäre, sich an meinen Ideen zu orientieren. Dem habe ich immer zugestimmt. Das ist auch alles völlig in Ordnung und ich freue mich von ganzem Herzen für jeden der seinem Assistenzhund einen Schritt näher kommt. Womit ich aber überhaupt nicht einverstanden bin, ist das Kopieren von Texten. Meine Texte sind größtenteils sehr persönlich und haben mich viel Schweiß, Tränen und Herzblut gekostet. Ich habe oft Stunden und Tage lang daran gearbeitet, bis alles so war, wie ich es haben wollte. Ich finde wir sollten alle solidarisch, respektvoll und freundlich miteinander umgehen. Wenn jemand einfach so mein geistiges Eigentum übernimmt und es als „sein Eigen“ ausgibt, verletzt mich das persönlich. Vielleicht denkt ihr jetzt ich stell mich an, aber es gibt ein Gesetz (Urheberrechtsgesetz), dass das geistige Eigentum eines Autors schützt. Das Abschreiben von Texten ist tatsächlich gesetzlich verboten.

0 Kommentare

Keine Besserung in Sicht

TRIGGERWARNUNG!

 

Es ist wieder ein weiterer Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Ich schreibe so wenig, weil ich mich erstens so schlecht konzentrieren kann und einfach keine Kraft habe und zweitens, weil sich nichts verändert hat. Ich bin immer noch am Abgrund, auf der Suche nach Hilfe, einer Klinik die mich/uns aufnimmt. 

 

Worte zu finden die meine derzeitige Situation beschreiben, fällt mir schwer. Ich bin sehr, sehr müde. Die Depression hat mich im festen Griff, ich kann nicht schlafen und habe Albträume. Dinge wie z. B. Socken anziehen, Haare wachsen/kämmen, transfer vom Bett in den Rollstuhl... sind so anstrengend, dass ich entweder Hilfe dabei brauche oder sie gleich lasse. Meine Essstörung hat sich mal wieder etwas neues ausgedacht, von den Fressattacken bin ich wieder etwas los, jetzt wird mir vor jeglichen Lebensmitteln schlecht. Durch die extreme Überempfindlichkeit von Geräuschen darf meine Mutter nicht mehr im selben Raum essen und trinken.

Die Zwänge nehmen zu, vorallem die Zahl 3 wird immer prägnanter. Meine Mutter brachte vor ein paar Tagen den Weihnachtsschmuck aus meiner Wohnung mit. Ich wollte eigentlich gar nicht schmücken, als er aber da war musste ich es tun, das ist aber völlig nach hinten losgegangen, weil alles nicht richtig stand und als ich gemerkt habe, dass wir es nicht richtig hinstellen können, nach meinem System, habe ich mich für lange Zeit im Schlafzimmer eingeschlossen. Die Zwänge nehmen immer aberwitzigere Ausmaße an, die völlig wahllos auftreten.

Aus der Wohnung gehe ich 1x die Woche um zu meiner Therapeutin zu gelangen. Die körperlichen Schmerzen sind kaum auszuhalten. Der Körper kann sich niemals entspannen, er ist immer angespannt. Geistig gebe ich alles um Kontrolle über den Körper zu behalten. Ich fühle mich so alleine, aber die Nähe von der einzigen Person die mir nahe steht kann ich nicht ertragen. Wenn sie da ist muss ich so dagegen ankämpfen die Kontrolle zu behalten. Andere Innies beißen sie sonst, ich weiß, das hört sich absurd an. Die Tage sind für mich immer nur Bruchstücke, die vielen Amnesien machen es mir unmöglich zu wissen was ich oder andere Innenpersönlichkeiten den ganzen Tag lang machen. Vor einigen Wochen konnte ich wieder flüstern, zwar nur sehr leise, aber wenn man hinhörte, konnte man mich ganz gut verstehen, das hat sich jedoch wieder verschlimmert, sodass ich wieder nicht zu verstehen bin. Den Glauben daran, dass ich wieder selbstsändig gehen kann, habe ich aufgegeben, ohne den Rollstuhl schaffe ich die paar Schritte vom Bett ins Badezimmer nicht. 

In Bezug auf Alec und der ganzen Assistenzhunde-Geschichte plagen mich immer noch sehr starke Schuldgefühle, das macht den Selbsthass auch nicht besser.

 

Eine Ergotherapeutin war vor kurzem dreimal zum Hausbesuch da. Fremde Menschen in meinen sicheren Bereich zu lassen fällt mir unheimlich schwer, aber nach draußen in eine fremde Praxis zu gehen ging auch nicht. Meine Mutter war immer mit dabei. Beim zweiten Termin hat mir die Ergotherapeutin mitgeteilt, dass sie weg zieht. Nach kurzer Pause war vor zwei Wochen eine neue Ergotherapeutin da, die mich sofort von diesem Planeten wegtriggerte, weil sie eine gewisse Ähnlichkeit zu einer Täterin hatte. Somit hat es sich mit der Ergotherapie in meiner Wohnung auch erledigt, weil ich mich nicht mehr trauen werde, eine weitere Vertretung in meinen Bereich eintreten zu lassen.

 

Wie ich ja schon in einem der letzten Blogeinträge erwähnt hatte, gibt es nur eine Klinik, die mich aufnehmen müsste, sollte ich akute Suizidpläne entwickeln. Diese Klinik ist aber ein absolutes NoGo. (Dies ist keine Ankündigung, ich habe auch keine Pläne, aber es vergeht kein Tag an dem ich mich nicht erlöst wünschte). Vor fast vier Wochen hat meine Therapeutin bei einer Klinik angefragt, die nicht gleich abgelehnt hat. In dieser Klinik war ich 2012 schonmal und sie haben wohl auch Erfahrungen mit der DIS. Ich hatte sehr schnell meinen Bewerbungsfragebogen fertig ausgefüllt und abgeschickt, ich warte aber noch auf eine Antwort. Meine Mutter hat bereits zweimal angerufen, meine Unterlagen liegen noch beim Chefarzt. Meine Therapeutin wird sich nächste Woche erkundigen und auf die Dringlichkeit hinweisen.

 

In der Therapie haben meine Therapeutin und ich festgestellt, dass wir nichts bearbeiten können oder Probleme besprechen können, weil dies nur zusätzlich destabilisiert. Meine Therapeutin hat beim letzen Mal auch gesagt, dass sie findet, dass wir nur warten können. Auf eine Antwort von der Klinik! Auf ein Wunder? Feststeht, dass ich in einer verfahrenen Situation stecke, ohne Führung schaffe ich es da nicht raus und es wird von Tag zu Tag unerträglicher.

03.11.16

Von Tag zu Tag wird es aussichtsloser und mein Zustand verschlechtert sich zunehmend. Umso schlechter mein Zustand ist und die Symptome sind, umso weiter entferne ich mich von der Möglichkeit von einer Klinik aufgenommen zu werden. Ich frage mich, ob ich so jemals aus der Abwärtsspirale raus komme. Obwohl Deutschland ja eigentlich ein sehr gutes Gesundheitssystem hat, im Vergleich zu manch anderen Ländern. ... „Ich möchte doch nur in die Klapse.“

Aufgeschmissen in der Krise?

Trigger- und Jammerwarnung!

 

Lange Zeit habe ich einen weiteren Klinikaufenthalt strikt abgelehnt. Von meinen drei vorherigen stationären Aufenthalten habe ich viele schlechte Erfahrungen mitgenommen. Nun habe ich mich doch dazu entschieden, wieder in eine Klinik zu gehen, weil es so wie es jetzt ist, einfach nicht mehr weiter geht. Die niederschmetternden Antworten von 12 Kliniken, die meine Therapeutin angerufen hat war jedesmal: "Nein, mit einer Dissoziativen Bewegungsstörung und Dissoziativen Mutismus kann ich nicht aufgenommen werden". Die einzige Klinik, die mich aufnehmen muss, wäre meine hiesige Akutklinik. Dort gibt es hauptsächlich Vierbettzimmer und alle Krankheitsbilder werden auf einer Station zusammen geschmissen, auch fremdgefährdende und traumatisierte Menschen. Ich war 2012 schon einmal dort und es war einfach nur wie in einem schlechten Horrorfilm. Dort hinzugehen ist also absolut keine Alternative!

 

Es ist ganz klar, dass ich nicht alleine leben kann, weil ich es nicht schaffe, ausreichend für mich zu sorgen. Nach langem guten Zureden meiner Therapeutin habe ich den Gedanken zugelassen, in eine therapeutische Wohngruppe zu ziehen. Aber auch da stoße ich nur auf Ablehnung, weil die meisten Einrichtungen grundsätzlich nur stabile Menschen ohne Gehbehinderungen nehmen und ich dort zum Beispiel selbstständig einkaufen gehen müsste. 

 

Seit Ende Juni sitze ich dauerhaft im Rollstuhl. An manchen Tagen schaffe ich es zu Fuß vom Sofa ins Bad zu gehen, an den meisten Tagen klappt noch nichtmal das. Auf dem Foto seht ihr meinen eigenen, maßangefertigten Aktiv-Rollstuhl, der zum Glück sehr schnell von meiner Krankenkasse genehmigt wurde und innerhalb von zwei Wochen geliefert wurde. Der dissoziative Mutismus (Unfähigkeit zu sprechen, ohne eine körperliche Ursache) besteht weiterhin, eine Kommunikation ist entweder nur mit Zettel und Stift möglich oder im sehr leisen Flüsterton.

 

Ich komme aus der blöden Krise, in der ich schon seit Juni stecke, einfach nicht raus. Seit Monaten hat mich die schwere Depression fest im Griff, mein Schlafrhythmus ist komplett aus dem Ruder geraten, ich habe chronische Suizidgedanken, vor Allem und Jeden habe ich panische Angst, ich dissoziiere ständig, die Zwänge werden immer mehr und ich habe fürchterliche Schmerzen. Ich bin so müde. Hilfe bekomme ich nur von meiner Therapeutin und meiner ambulanten Betreuerin und ihrem Stellvertreter, wofür ich sehr dankbar bin.

 

Ich habe viel darüber nachgedacht, ob dies wirklich eine Krise ist, denn eigentlich ist es zu einem Normzustand geworden. Ein Zustand, der über 2 Jahre anhält. Was sich wirklich seit Juni 2016 nochmal verstärkt hat ist, dass die Depression sich ordentlich verschlechtert hat (obwohl ich vorher auch dolle Depressionen hatte). Neu ist, dass ich dauerhaft im Rollstuhl sitze und nicht sprechen kann (diese Symptome traten vorher aber auch immer mal wieder, aber für kürzere Zeit auf). Alle anderen Symptome sind der ganz normale Alltag.

 

Ich habe nun einen Antrag auf Feststellung der Erwerbsminderung bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt, da ich immer noch ALG 2 bekomme und alle 6 Wochen eine neue Krankschreibung von meinem Psychiater brauche. Es ist ja auch wirklich nicht abzusehen, dass ich in 6 Monaten wieder arbeitsfähig bin.

Vom Widerspruchsverfahren bei dem Versorgungsamt zur Feststellung der Schwerbehinderung habe ich immer noch nichts weiteres gehört, obwohl ich schon Anfang August bei der Gutachterin war.

Ich habe vor kurzem eine neue Stellungnahme meiner Therapeutin bekommen, dort steht zum ersten Mal die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung schwarz auf weiß. Zwei Therapeuten haben die Diagnose unabhängig voneinander bestätigt. Es fällt mir jedoch sehr schwer mich damit abzufinden, sehr oft zweifle ich es an, viele zu sein.

 

Die Lage sieht also ziemlich besch*** aus und keiner weiß so richtig wie es weiter gehen soll. Ich bin mit meinen Kräften schon lange am Ende, aber irgendwie muss es ja weiter gehen, auch wenn ich keine Perspektive habe. Ich gehe weiter regelmäßig zu meiner Therapeutin und sie versucht mir zu helfen, damit ich fit für die Klinik werde. Etwas anderes bleibt mir ja auch nicht übrig. 

Alec ist wieder in Schleswig Holstein

Was soll ich sagen... ich bin immer noch sprachlos. Hätte ich nur auf mein allererstes Bauchgefühl gehört! Ich mache mir sehr viele Vorwürfe und mir tut es unendlich leid für Alec, was in der letzten Zeit vorgefallen ist.

 

Alec war für drei Wochen bei seinem neuen Besitzer in Nordrhein-Westfalen. Dort hat er mit einer Trainerin trainiert, die auch bei der Akademie für Assistenzhunde im Trainernetzwerk war. Sehr unvorbereitet bekam ich mit dem Ablauf der Rücktrittsfrist die Rücktrittserklärung vom Kauf - mit der Erklärung, dass Alec nicht geeignet sei und nichts könne. Zwei Trainerinnen der AfA hätten ihm angeblich dazu geraten, Alec zurückzugeben. Der Käufer sagte uns, dass Alec sich komplett verweigerte und nichts mehr machte.

 

Eine Woche später, an einem Freitag, wurde Alec zu uns zurückgebracht. Als Alec bei uns war haben wir natürlich nicht mit ihm gearbeitet, sondern ihm Ruhe gegönnt. Auf einem Spaziergang haben wir jedoch, weil wir neugierig waren, "Block" und "Check", das Absichern, ausprobiert und siehe da, an der Schleppleine ohne Leckerlies hat er es sofort ausgeführt. Am folgenden Sonntag haben wir Alec zurück zu unserer AfA Trainerin nach Schleswig Holstein gebracht, weil ich immer noch in der Krise stecke und es mir extrem schlecht geht. Alec durfte sich dort erstmal ausruhen und nun wird er von seiner vertrauten Trainerin weiter ausgebildet. Wir alle können die Aussage des Käufers und der dortigen Trainerin überhaupt nicht nachvollziehen, denn Alec arbeitet mit Freude. Das Absichern funktioniert auch bei ihr ohne Probleme. Natürlich gibt es noch viele Baustellen wie z. B. Leinenführigkeit, Dinge die noch verbessert werden müssen, bis er die Prüfung ablegen kann, aber er ist auch nunmal erst 1 Jahr alt und noch längst nicht fertig mit seiner Ausbildung!

 

Ich möchte gar nicht unterstellen, dass Alec sich nicht verweigert hat, das kann ich mir sogar vorstellen. Für das alles gibt es sicher eine plausible Erklärung. Alec hatte gerade seine Kastration hinter sich und die Hormonumstellung war in vollem Gange. In dieser Zeit lernte er in einer Probewoche in Schleswig Holstein den potentiellen Käufer kennen. Mein erstes Bauchgefühl war negativ, nach einem Gespräch mit dem Käufer, dachte ich, dass es doch gut passt und ich stimmte dem Kauf zu.

Danach zog er nach NRW um und zwei Tage später fing das Intensivtraining an, ohne Alec eine Eingewöhnungszeit zuzugestehen. Alles war neu für ihn. Er wurde ganz offensichtlich sehr überfordert. So wie Alec sich wieder bei unserer Trainerin zeigt, kann man ganz definitv sagen, dass es nicht an ihm lag, sondern an den Menschen! Dass der Käufer Alec für wesentlich weniger Geld als Familienhund behalten wollte, fanden wir alle jedoch ominös.

 

 

Alec wird nun weiterhin ausgebildet, zuerst werden alle ihm bekannten Aufgaben wiederholt. Mit der Zeit werden wir entscheiden, ob er vielleicht viel lieber z. B. für einen körperlich behinderten Menschen arbeiten möchte oder ob es doch noch zwischen uns hinhaut. Auf jeden Fall machen wir entspannt weiter, passen gut auf Alec auf und schauen, was er am liebsten machen möchte.

 

 

 

 

Alec geht es jetzt jedenfalls wieder richtig gut.

Er freut sich, dass er nach der Arbeit wieder mit seinen Kumpels und Kumpelinen spielen kann. 

 

Natürlich besuchen wir ihn weiter regelmäßig und erfahren laufend, welche Fortschritte er im Training macht. 

(Und welche Schuhe er zerbissen hat :D )

0 Kommentare

Getrennte Wege

Update 30.09.2016 Alec ist wieder in Schleswig Holstein und wird weiter ausgebildet. Blogeintrag

 

Es fällt mir nicht leicht, euch die folgende Nachricht mitzuteilen und es zerreißt mir mein Herz, aber es ist das Beste für uns. Es ist schwer genug darüber zu reden, deshalb sage ich es einfach gleich. Alec ist nicht mehr mein Assistenzhund. Wir haben einen sehr netten und viel passenderen Mann, der ebenfalls eine PTBS hat, gefunden, der nun Alec’s Herrchen ist und dessen Leben hoffentlich durch den Schokobären erleichtert wird. Alec’s und meine Ausbildung wurde durch Spendengelder finanziert, deshalb möchte ich so transparent wie möglich sein.  


Wir sind viele

Der Hauptgrund, den ich und meine Trainerin gesehen haben ist, dass Alec nicht mit uns auskommt und er sehr verwirrt ist. Ich habe eine Dissoziative Identitätsstörung, auch bekannt als Multiple Persönlichkeitsstörung. Nachdem Alec bei uns eingezogen war, haben immer mehr Innies (die anderen Persönlichkeiten, die sich den Körper teilen) Alec kennengelernt. Die meisten von uns, vor allem die Kleinen haben sich riesig über unseren neuen Hund gefreut. Leider gibt es auch welche, die mit ihm nicht klar kamen. Keiner von uns war jemals aggressiv gegenüber Alec, aber einige wollten keinen Kontakt. So - jetzt stellt euch mal vor: Ein Innie war sehr distanziert und ging ihm aus dem Weg und dann kommt plötzlich im gleichen Körper ein Kind hervor und möchte kuscheln. Da wäre jeder erst einmal total verwirrt und würde sich zurückziehen. So ging es Alec dann auch.

 

Alec ist nicht von Anfang an bei uns aufgewachsen. Ich (Johanna) habe ihn zwar oft mit meiner Mutter besucht, damit wir uns aneinander gewöhnen konnten, aber er hat die Anderen nie kennengelernt. (Ich kannte zu der Zeit auch nur wenige, erst im letzten Jahr haben sie sich mir so richtig vorgestellt und sich gezeigt. Auch wenn sie schon immer da waren, aber ich habe deren Stimmen als sehr eigenartige Gedanken gedeutet) 

 

Alec hat sich mit jedem Switch zu anderen Innies weiter von mir entfernt. Es ist sehr eindeutig gewesen, dass er mit der Situation jedesmal überfordert war. Ich habe viel mit meiner Trainerin darüber geredet, sie ist wie wir der Meinung, dass wir Alec irgendwann damit kaputt machen würden. Das heißt nun nicht, dass es bei jedem Hund so ist, es gibt auch viele Assistenzhunde, bei denen man sieht, dass es kein Problem für sie ist.

Wir wollen alle das Beste für den Schokobären und ich möchte nicht, dass er durch uns irgendwann ein "Burn-out" hat.


Sensibilität

Meine Trainerin sagt immer wieder, so einen coolen, unerschrockenden, sturköpfigen und dickfelligen Hund wie Alec hat sie noch nie gesehen. Es gibt fast nichts, was ihn schockieren kann, er ist willensstark und hat keine Angst. Das ist echt klasse für einen Assistenzhund, er zeigt einfach, dass man keine Angst haben muss, er ist ein großer Beschützer. 

 

Für mich war es immer wichtig, dass mein Assistenzhund mir Sicherheit spendet und den Kontakt zu mir sucht und auch ein Kuschelhund ist. Auch wegen dem oben beschriebenen Punkt hatte sich Alec aber schon so weit von mir entfernt, dass er nicht mehr auf mich reagierte. Ob Panikattacke, Autoaggressives Verhalten, Dissoziationen, Albträume, Depressive Stimmung, von Alec gab es keine Reaktion. Natürlich dauert es, bis ein Hund eine gewisse Bindung aufbaut und lernt wie er reagieren kann. Jedoch hat Alec eher den Raum verlassen, wenn es mir schlecht ging. Auch wenn ich versucht habe ihn "zu nutzen" (mich zu ihm kniete und ihn streichelte), stand er auf und verließ die Situation. Das hat in uns sehr viele Konflikte ausgelöst und die Zustände eher noch verschlimmert.

 

Auch unterwegs, beim Training oder beim Spazierengehen, konnte Alec sich deswegen immer weniger auf mich einstellen und war mir keine Hilfe. Die Sensibilität, zu merken, wenn es mir schlecht geht, kann man einem Hund halt nicht antrainieren, entweder er hat sie oder eben nicht.

Dazu braucht er dann noch den Willen, dann für mich da zu sein anstatt "sein Ding zu machen".


Ich war zu schwach

Dazu kommt noch, dass ich zu wenig Kraft für Alec hatte. Er ist ein großer, stämmiger Hund und ich, die durch die Bewegungsstörung dauerhaft geschwächt bin, komme gegen ihn nicht an. Bei der Arbeit ist er bei mir immer sehr gut und zuverlässig an der Leine gelaufen. Arbeit und Freizeit konnte er klar unterscheiden. In seiner Freizeit ist er manchmal auch wie ein Lamm an meiner Seite gegangen, aber er ist eben ein junger, lebendiger, lebenslustiger Hund, der auch mal hinter einem Vogel hinterherspringt und vergisst, dass er mich damit glatt umschubsen kann. Da ich mich ja umfangreich vorher informiert habe, war mir klar, dass er ein Junghund ist und ich möchte auch keinen Roboter. Trotzdem geriet ich beim Spazierengehen, vor allem wenn ich mit ihm allein war, oft in schlimme Zustände, weil ich damit total überfordert war.

 

Die letzten 8 Wochen konnte ich auch leider gar nicht mehr mit ihm raus gehen, da ich seitdem im Rollstuhl sitze. Außerdem hällt der Sprachverlust weiterhin an, sodass ich mit Alec nur noch mit Handzeichen kommunizieren konnte. Meine Therapeutin und ich sind uns sicher, dass die Überforderung mit Alec der Auslöser für die Bewegungsstörung war. 

 

Ich glaube, dass durch Alec's Verwirrung mit den Innies und meine generelle Überforderung mit der Gesamtsituation keine wirkliche Bindung entstehen konnte. Es weiter zu versuchen hätte es nur noch schlimmer und schmerzhafter gemacht. 


Wie geht es weiter?

Am 8.9. habe ich ein Vorgespräch auf einer Traumastation, in der ich hoffentlich so schnell wie möglich aufgenommen werde. Der erste weitere Schritt ist also ein stationärer Psychiatrie-aufenthalt. Ich habe viele Baustellen, um die ich mich, bevor ich an einen neuen Hund denken kann, kümmern muss. Das Ziel ist mehr Stabilität.

 

Wenn sich das alles geklärt hat, werde ich mir Zeit mit der Suche nach einem geeigneten Hund nehmen. Ich glaube nach wie vor, dass mir ein Assistenzhund helfen kann mich beim Leben zu unterstützen. Der Plan ist, einen Welpen bei mir/uns aufzunehmen, damit der Welpe gleich das Leben mit einer Multiplen kennenlernt. Zusammen mit meiner Trainerin, die mich weiter intensiv begleitet, werde ich dann meinen Hund selbst ausbilden. Es ist aber ganz klar, dass wir erst einen neuen Hund bekommen, wenn wir ein gutes System entwickelt haben, in dem eine Kommunikation und ein Zusammenleben möglich ist. Zudem werden wir auch nicht alleine mit einem Welpen leben. Im Vordergrund steht immer das Wohl des Hundes.

 

Vielen Dank nochmal an alle Unterstützer und für den moralische Beistand. Bitte seid mir nicht böse, dass ich auf Nachrichten nicht antworten kann. Uns geht es ausgesprochen mies. Die Entscheidung war wahrlich keine leichte. Aber ich weiß, dass es für Alec das Beste ist. Wir passten einfach nicht so zusammen, wie ich es mir so lange Zeit gewünscht habe. Die Einsicht, dass es mit uns nicht klappt war extrem schmerzlich. 

4 Kommentare

Update und eine Treppenhausgeschichte

Ich kann gerade keine Nachrichten beantworten

An alle, die mir in den letzten Wochen eine Nachricht geschrieben haben: ich habe Euch nicht vergessen. Mein Zustand ist gerade nur so mies, dass ich das Beantworten momentan nicht schaffe.


Update

Am Mittwoch hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater. Bei ihm wollte ich ein Rezept für einen Aktiv-Rollstuhl. Er „wusste“ nicht wie das geht, deshalb meinte er, ich solle zu meiner Hausärztin gehen, bei der ich schon über ein Jahr nicht mehr war. Dort hat meine Mutter angerufen und sie hat uns verständlicherweise „einen Vogel gezeigt“. Mein Psychiater ist dafür zuständig und solche billigen Ausreden zählen nicht. Meine Mutter war im Sanitätshaus und hat sich beraten lassen und weiß nun genau, was er auf das Rezept schreiben muss. Ich hoffe sehr, dass er mir das Rezept nun ausstellt. 

 

Am Montag war eine Frau von meiner Krankenkasse da, weil wir Pflegegeld für mich beantragen. Das Gespräch war eigentlich positiv, außer, dass sie mich wie ein Kleinkind behandelt hat. Zitat: „Dann kannst du deine Mama fragen, ob sie dir dabei hilft“. Ich möchte immer noch wild um mich schlagen, wenn ich daran denke. Ich bin zwar psychisch krank, aber ich bin immer noch (meistens) eine erwachsene Frau, die voll zurechnungsfähig ist!!!

 

Das Widerspruchsverfahren beim Versorgungsamt läuft immer noch. Mein Anwalt hat noch keine weiteren Informationen, ob ich nun einen höheren GdB als 40 bekomme und ob ich dazu die Merkzeichen B (Begleitperson) und G (Gehbehinderung) bekomme.


Treppenhausgeschichte

Ich möchte Euch die Geschichte vom heutigen Tag erzählen. Nachdem ich nun seit 4 ½ Wochen stumm bin und wegen der blöden Dissoziativen Bewegungsstörung im Rollstuhl sitze und eine schwere Depressive Phase durchmache und sehr gegen die Lebensmüdigkeit kämpfen muss, bin ich heute, gedrängt durch meine Schuldgefühle, durch das Futterhaus und einen Baumarkt getorkelt. Der geliehene Rollstuhl passt nicht in unseren kleinen Ford Fiesta, deshalb muss ich, auch wenn ich so vor mich hin knicke, zu Fuß laufen. Schuldgefühle habe ich, weil ich durch die momentanen Symptome immer noch viel zu wenig mit Alec machen kann. Somit kam ich auf die glorreiche Idee, in Läden zu trainieren. Nun ja, Alec hat es eigentlich ziemlich gut gemacht, am Anfang war er mit seiner Nase noch zu sehr am Boden. Aus dem Baumarkt bin ich zum Schluss geflüchtet. Seitdem ist das Gefühl in den Beinen wieder komplett weg, mir fällt es schwer, mich sitzend aufrecht zu halten. Seit den 4 ½ Wochen wohne ich bei meiner Mutter, in ihrer 2 Zimmerwohnung, weil meine Wohnung im dritten Stock liegt. Im Haus meiner Mutter gibt es zum Glück einen Fahrstuhl, den ich mit Angst nutzen kann. Die Wohnung ist zwar im Erdgeschoss, aber trotzdem muss man 6 Stufen bewältigen. Wie an so vielen anderen Tagen, war der blöde Fahrstuhl jedoch heute mal wieder kaputt. Wir kamen also vom Baumarkt nach Hause und ich musste die Stufen rauf, aber meine Beine wollten mich nicht tragen.

 

Wir haben erstmal gewartet und überlegt, wie wir es anstellen, in die Wohnung zu kommen.

Der Hausmeister und die Firma, die für den Fahrstuhl zuständig sind, waren nicht zu erreichen. Also haben wir erstmal einen Spaziergang mit Rolli gemacht, in der Hoffnung, dass ich danach zumindest ein bisschen mehr Kontrolle über meine Beine habe. Dem war auch nicht so, aber wir wollten alle in die sichere Wohnung. Ich habe mich im Treppenhaus aus dem Rolli fallen lassen müssen und habe eine Ewigkeit gebraucht, um mich auf den Stufen sitzend rückwärts mit den Armen die Treppen hoch zu drücken. Zwischendurch kamen Nachbarn vorbei, die sich an mir vorbei gedrängelt haben, wodurch ich innerlich sehr große Panik und Schamgefühle bekam. Im Nachhinein finde ich es eigentlich ziemlich lustig, aber das war eine der peinlichsten und blödesten Situationen die ich in letzter Zeit durchgemacht habe. 

0 Kommentare

Die letzten drei Wochen

Wieder mal ein kleines Update zu uns. Mir geht es immer noch sehr bescheiden. Ich bin seit drei Wochen nun stumm und brauche immer noch den Rollstuhl um mich fortbewegen zu können. Die Depression hat die Zügel auch angezogen. Viel Training mit Alec konnte ich deswegen leider nicht machen. Ich versuche immer, kleine Übungen zu Hause einzubauen. An Alec merke ich total wie ihm das Trainieren fehlt. Ich habe einen kleinen Schnüffelteppich gebastelt, damit er was zu tun hat. Meine Mutter muss weiterhin das Gassigehen übernehmen, manchmal schiebt sie mich mit, aber das ist sehr anstrengend für sie. Alec freut sich immer, wenn er merkt, dass ich mal wieder mitkomme. 

 

An zwei Tagen habe ich es geschafft, durch einen Laden zu gehen, danach sind mir die Beine aber sofort wieder weggeknickt. An einem Tag waren wir im Futterhaus und an einem anderen sind wir durch einen Baumarkt gelaufen, Alec war dabei einfach spitze. Da ich ja so wenig mit ihm trainieren kann, hätte ich das gar nicht gedacht, aber er hat nicht einmal irgendwo dran geschnüffelt und lief die ganze Zeit ruhig neben mir und hat super geblockt. 

 

Gestern waren wir am Vormittag das erste Mal bei einer Hundespielgruppe, die von einer Hundetrainerin geleitet wird, Alec ist super sozial und hatte riesen Spaß mit den vielen Hunden zu spielen, das hat ihm sehr gefehlt. Nach über einem halben Jahr war ich gestern Abend mit meiner Mutter und Alec beim Friseur. Die Frauen sind unglaublich freundlich und verständnisvoll. Weil ich Angst vor Spiegeln habe, wurde der Spiegel für mich extra abgedeckt. Es hat aber leider alles nichts gebracht, weil angefasst zu werden und Menschen, die durcheinander reden und hinter mir umherlaufen für mich unerträglich sind. Deswegen bin ich komplett abgeschmiert und war für einige Zeit erstarrt (Dissoziativer Stupor). Das passiert mir ja sehr häufig, aber da war mir das extrem peinlich. Nachdem Alec sich zuerst sehr ablenken ließ, lag er neben meinem Stuhl. Er ist noch nicht soweit, dass er Dissoziationen erkennt. Meine Mutter hat ihn dazu gebracht, Kontakt mit mir aufzunehmen, an meinen Händen zu schlecken und mich mit der Pfote anzustubsen. Dadurch kam ich wieder etwas mehr in den Körper zurück und konnte ihn dann streicheln. Ich habe mich zu ihm auf den Boden gesetzt und ihn mit Leckerlies dazu gebracht, dass er sich mit mir beschäftigte und sich auf mich legte. Alec und ich brauchen einfach noch mehr Zeit, eine engere Bindung aufzubauen, damit Alec auch Dissoziationen bemerkt und Lust hat, selbstständig den Kontakt zu mir aufzunehmen.

 

Sonntag fahren wir endlich mal wieder nach Lindau und besuchen unsere Trainerin und die ehemalige Patenfamilie, in der Alec aufgewachsen ist. Das wird bestimmt schön, wenn Elvis und Alec sich wieder sehen, die waren ja von Anfang an beste Hundekumpels. Ich hoffe es klappt mit der Verständigung, denn momentan sieht es nicht so aus, als würde bis dahin meine Stimme wieder kommen.

 

Nächste Woche besucht uns eine Angestellte meiner Krankenkasse, denn wir wollen Pflegegeld beantragen. 

13 GIFs die das Leben mit einem Assistenzhund zusammenfassen!

www.theodysseyonline.com/13-gifs-sum-life-service-dog

 

1. Wenn du den Laden betrittst und jeder starrt dich an.

2. Wenn dich jemand freundlich fragt, ob er deinen Assistenzhund streicheln darf.

3. Wenn jemand deinen Assistenzhund streichelt, ohne vorher zu fragen.

4. Wenn du nur ein paar Dinge aus dem Laden brauchst und deinen Assistenzhund zu Hause lässt.

5. Wenn du mit deine Assistenzhund draußen bist und nicht auffallen möchtest.

6. Wenn dein Assistenzhund einen schlechten Tag hat.

7. Wenn jemand zu dir und deinem Assistenzhund sagt "Ich wette du kannst meinen Hund riechen."

8. Wenn dein Assistenzhund einen Unfall im Laden hat.

9. Wenn dir jemand sagt: "Den Hund habe ich ja gar nicht bemerkt."

10. Wenn dich jemand fragt, woher man die Kenndecke bekommen kann, damit die Person auch ihren Hund überall mit hin nehmen darf.

11. Wenn dein Assistenzhund alles richtig macht.

12. Wenn dein Assistenzhund buchstäblich dein Leben rettet.

13. Und die stillen Momente, in denen du merkst, dass es alles Wert ist.

0 Kommentare

Juni Training

Der erste von zwei Trainingstagen mit unserer lieben Trainerin ist vorbei. Meine Wünsche wurden leider nicht erhört, weder das Gefühl in den Beinen noch meine Stimme kam zurück. Zum Glück war Kathrin auf meinen Zustand vorbereitet und hatte einen Rollstuhl im Gepäck. So konnten wir auch gleich das richtige Gehen an einem Rollstuhl üben. Dazu haben wir mit dem fahrbaren Untersatz in einem Tierfachgeschäft und in einem Baumarkt geübt. Am Abend waren wir noch in einem Restaurant. Wir sind jetzt alle ziemlich erschöpft und müde, aber es war für mich schön, nach fünf Tagen, endlich wieder draußen sein zu können. Morgen geht's für uns erstmal zum Hühnerstall und danach versuchen wir noch Ladentraining zu machen.

Das war eins der anstrengensten Trainings, die er je hatte. Vögel und alle anderen Tiere mit Flügeln sind für Alec sehr interessant, da müssen wir noch etwas am Jagdtrieb arbeiten. Unsere Trainerin saß mit Alec ca. zwei Stunden vor dem Hühnerstall, mit einer bewundernswerten Ruhe und Geduld. Danach war der junge Herr völlig fertig.

Hühner jagen darf man nicht!!! Ca. 2 Stunden Hühner anschauen und sich dabei entspan-nen und nicht hinterher laufen, war sehr anstrengend für ihn. Nach dem Training durfte Alec Stress abbauen und mit einem anderen Hund spielen, dabei ist er so unbedacht umher gelaufen, dass er sich im wahrsten Sinne des Wortes, ordentlich auf die Schnauze gepackt hat. Es ist aber zum Glück nichts Schlimmes passiert, nur ein großer Schockmoment für alle.

Alec begleitet mich zur Therapie und zu meinem Psychiater. Dabei liegt er ganz entspannt neben mir und hilft mir im Hier und Jetzt zu bleiben.

30.06.2016

Ich muss da mal was loswerden. In den letzten Wochen habe ich ja recht wenig über uns geschrieben, vor allem weil ich Angst habe jemanden mit meinen ganzen Sachen zu nerven oder gar zu triggern. Aber ich muss jetzt echt mal sagen, dass ich wirklich so froh bin, meine Mutter zu haben, die mich unterstützt. Nur weil Alec jetzt da ist, heißt es ja nicht, dass plötzlich alles besser ist. Eher im Gegenteil, versteht mich nicht falsch, ich habe meinen Schokobär sehr in mein Herz geschlossen. Das Rausgehen, Menschen auf der Straße begegnen, das Assistenzhundetraining und das ganz normale Hundetraining hat mich sehr überfordert. Ich habe sehr große Selbstzweifel, die anderen Personen in mir veranstalten ein riesen Chaos und ich habe große Angst, Alec nicht das bieten zu können, was er braucht. Hätte ich meine Mutter nicht an meiner Seite, wüsste ich nicht was jetzt passieren würde. Vor allem auch in der Hinsicht, dass ich mal wieder komplett flach liege, stumm bin und kein Gefühl in meinen Beinen habe. Ich brauche immer wieder sehr intensive Hilfe z. B. eben auch dabei, vom Sofa auf den Bürostuhl zu kommen (der als Rollstuhl dient). Da wird mir wieder sehr bewusst, wie wichtig es ist eine Begleitperson zu haben, wenn man sich für einen Assistenzhund entscheidet. Ich möchte natürlich so viel wie irgendwie möglich selber machen, aber ohne sie würde ich jetzt z. B. auch nicht wissen wie ich mit Alec Gassi gehen könnte. Danke Mama, ich bin froh, dass es dich gibt!

15.06.2016

Nach ein paar Tagen, die nicht so gut liefen und an denen ich große Selbstzweifel hatte, hatten wir heute Morgen wieder ein sehr gutes Training. Gemeinsam mit meiner Mutter sind Alec und ich zu meinem Psychiater gegangen; der in der Innenstadt ist. Das „Fuß“ laufen ging recht gut und Alec war gut im Arbeitsmodus. In der Praxis lag Alec ganz ruhig neben mir und sprang noch nicht mal auf als mein Psychiater rein kam. Danach haben wir uns noch kurz in ein Café gesetzt. Dort hatte ich stark zu kämpfen, nicht zu dissoziieren. Die vielen verschiedenen Geräusche in der Stadt überfordern mich immer sehr. Aber auch dort lag Alec die meiste Zeit entspannt neben mir, er setzte sich nur manchmal auf, um zu schauen ob alles ok ist. Jetzt sind wir wieder zu Hause und der Schokobär schnarcht den Schlaf der Gerechten.

Wir gewöhnen uns aneinander

Das Leben mit Alec hat ganz schön viel verändert und ich möchte Euch natürlich auf dem Laufenden halten.

 

Mit jedem Tag kommt etwas mehr Routine in das Leben mit Hund, obwohl es für mich, die noch nie einen eigenen Hund hatte, noch eine riesen Ausnahmesituation ist. Ich trainiere fast täglich mit Alec und mittlerweile habe ich mich auch schon mehrmals getraut, alleine an einer belebten Straße zu üben. Ich habe mir schon oft vorgenommen alleine vor einem Supermarkt zu trainieren, aber da hat mich dann doch die Angst zu sehr im Griff. Alec geht jetzt schon ziemlich schnell und verlässlich in den Arbeitsmodus über, wenn er die Kenndecke trägt. Alec während der Arbeit und Alec während der Freizeit sind zwei ganz unterschiedliche Charaktere. 

 

Wenn ich mit meiner Betreuerin beim Bäcker sitze, verhält Alec sich mustergültig. Mit meiner Mutter war ich wieder in einem Tierfachgeschäft und habe den Einkauf geschafft. Beim Einkauf in einem Drogeriemarkt war Alec zu 100 % auf mich konzentriert. Zwar konnte ich nur einige wenige Minuten in dem Laden aushalten, bis die Luftnot und Dissoziation anfing, aber in der Zeit hat Alec sich einfach klasse verhalten. Die Kommandos „Block“ und „Check“ um mich von hinten und vorne abzusichern, führt er total zuverlässig aus. Er kam nicht mal auf die Idee an etwas zu schnüffeln. Außer bei Dissoziationen reagiert Alec jedes Mal, wenn es mir nicht gut geht: schaut mich intensiv an, kommt zu mir, stubst mich mit der Schnauze an und drückt seinen Körper an mich. Das macht er, ohne dass ich ihn dazu animiere.

 

Er ist wirklich sehr pflegeleicht. Ein 10 1/2 Monate alter Hund kommt natürlich manchmal auf ein paar dumme Ideen, aber lange kann man ihm ja auch nicht böse sein. Am Samstag haben wir Alec’s Hundekumpel Casbah besucht, das tat Alec sehr gut, dort konnte er endlich mal wieder frei toben und spielen.

Neue Erfahrungen

Ich mache ganz neue und für mich unvorstellbare Erfahrungen mit Alec. Da er mich ja momentan noch sehr austestet, muss ich auch des Öfteren mit ihm schimpfen und ihm Grenzen zeigen. Heute habe ich mit ihm draußen trainiert, aber die Situation völlig falsch eingeschätzt und habe uns beide dabei total überfordert. Für mich ist es unbegreiflich, dass Alec trotzdem bei mir bleiben möchte und mir weiterhin auf Schritt und Tritt folgt. Denn für mich heißt „etwas falsch machen“ oder „böse sein“ kompletter Kontaktabbruch, Abstoßung und Hass. Dass Alec mir trotzdem nicht von der Seite rücken möchte, obwohl ich Fehler mache, lässt mich mein kleines, verworrenes Hirn noch nicht wirklich begreifen.

0 Kommentare

Unsere erste gemeinsame Woche

Alec ist jetzt seit fast einer Woche bei mir und es ist anstrengend und toll zugleich. Mein Tagesablauf hat sich natürlich komplett verändert. Jeden Morgen steht jetzt eine schwanzwedelnde Grinsebacke vor mir. So wie ich es mir auch vorstellte, ist das Schwierigste für mich das mehrmals tägliche Rausgehen. Ich bin schon ein paar Mal im panischen Laufschritt nach Hause gelaufen. Aber gleichzeitig ist es auch schön draußen, vor allem, wenn ich Alec sehe wie er sich freut. Durch meine Anspannung und Unsicherheit bei Spaziergängen müssen wir noch ein bisschen an Hunde- und Menschenbegegnungen feilen. Er hat mich schon ein paar Mal aus Albträumen geweckt und bei Panikattacken reagiert er auch schon. Wir lernen uns jetzt erst so richtig kennen, gerade testet mich Alec natürlich noch sehr aus. Gut, dass ich ein Steinbock und deshalb auch sehr stur bin. Er kommt von Tag zu Tag immer öfter zu mir, um zu kuscheln, das ist sehr schön.

 

Freitag hatte meine Mutter Geburtstag und zum feierlichen Anlass waren wir zusammen in einem Restaurant. Es war eine große Überwindung und Anstrengung, aber mit Alec blieben wir etwa zwei Stunden im Restaurant. Zu Hause trainieren wir auch immer wieder und mit meiner Mutter sind wir durch ein Bekleidungsgeschäft gegangen. Dabei hat Alec sich toll verhalten. Für Montag habe ich mir fest vorgenommen, zusammen mit meiner Betreuerin zu Fuß zu meiner Therapeutin zu gehen und auf dem Weg zu trainieren. Ich bin gespannt wie es weitergeht!

Einarbeitung

Das dreitägige Übergabe-Training ist nun vorbei. Wir haben viel gelernt und ich bin dabei ziemlich an meine Grenzen gekommen. Dienstag waren wir beim Bäcker, in einem Klamottenladen, bei einem Tierfachgeschäft und bei Alec's neuer Tierärztin. Heute waren wir nochmal beim Bäcker und sind den Weg zu meiner Therapeutin abgelaufen. Dabei haben wir immer wieder seine bisher gelernten Assistenzleistungen wiederholt. Jetzt sind wir beide total erschöpft und versuchen uns zu entspannen. Ich bin wirklich froh, dass er hier ist und er weicht mir auch nicht mehr von der Seite. Wir passen einfach super gut zusammen.

Unser erster Tag

Hier ein kleines Update zu unserem ersten Einarbeitungstag. Seit heute Vormittag um 11:02 Uhr sind die Trainerin und Alec da. Alec hat vor Freude mich zu sehen unsere Trainerin fast umgerissen 😂😊. Zuerst haben wir einen schönen Spaziergang im Wald gemacht. Danach sind wir zu Media Markt gefahren. Als ich im Laden eine Panikattacke hatte, hat Alec zum ersten Mal von sich aus den Kontakt zu mir gesucht, schleckte mich ab, lehnte sich an mich und ließ sich streicheln, so hat er mir wirklich sehr geholfen. Bei solchen Situationen war er zuvor immer noch etwas unsicher und war sich nicht genau sicher wie er reagieren soll. Er hat das wirklich toll gemacht. Das Absichern war auch super, vor allem als wir an der Kasse standen, auch wenn ich mich nur noch verschwommen daran erinnern kann. Zu Hause haben wir noch einen Trainingsplan für Juni besprochen und aufgeschrieben. Wir hatten einen sehr erfolgreichen und anstrengenden Tag. Die Einarbeitung geht noch weitere zwei Tage. Ab Donnerstag fängt dann mein Leben mit Alec so richtig an.

Stress mit dem Versorgungsamt

Im August letzten Jahres habe ich mich überwunden, einen Antrag bei dem Versorgungsamt auf Feststellung der Schwerbehinderung zu stellen. Das fiel mir wahrlich nicht leicht, wer möchte schon mit 24 Jahren als schwerbehindert gelten?! Dennoch denke ich, dass ich einen Schwerbehindertenausweis brauche, damit ich weniger Probleme mit dem Zutritt in Geschäften bekomme. Besonders das Merkzeichen B (Begleitperson) ist mir wichtig, da ich auf ständige Begleitung angewiesen bin. Obwohl ich immer wieder durch die Dissoziative Bewegungsstörung nicht gehen kann, weiß ich jetzt schon, dass ich keine Chance habe das Merkzeichen G (Gehbehinderung) zu bekommen.

 

Im Februar 2016 habe ich den Bescheid bekommen. Mir wurde eine Behinderung bei seelischen Leiden mit 30 GdB (Grad der Behinderung) zugestanden. Das war eine ziemliche Backpfeife! Immer wieder muss ich festellen, dass psychische Erkrankungen nicht ernst genommen werden. Nur weil man mir das Handicap nicht an der Nasenspitze ansieht, heißt es nicht, das ich nicht extrem eingeschränkt bin. Meine Ärzte fanden das auch sehr unverständlich, denn auch sie hatten meinen Zustand genau geschildert und meinen Grad der Behinderung wesentlich höher eingeschätzt.

 

Ich legte also Widerspruch ein und schrieb ganz genau und unverblümt auf, wobei und welche Einschränkungen ich habe. Das wurde eine sehr lange Liste. Ich musste wieder drei Monate warten, bis ich den Bescheid bekam. Da kam der nächste Schlag: wieder seelisches Leiden mit 40 GdB. Somit bekomme ich auch nicht das Merkzeichen B (Notwendigkeit von ständiger Begleitung). Bei der beigefügten Erklärung sah jeder, dass der zuständige Arzt null Ahnung von meinem Fall hatte und etwas völlig Unpassendes dazu geschrieben hatte.

 

Ich schaltete also einen Anwalt ein (bzw. meine Mutter erledigte das). Nachdem er mit meiner Mutter ein langes persönliches Gespräch geführt hatte, war er auch der Ansicht, dass bei mir eine "Schwere Anpassungsstörung" vorliegt, was eine Schwerbehinderung begründet. Er holte sich also meine Akte vom Versorgungsamt und prüfte sie. 

 

Nun ist er mit der Prüfung fertig und kam zu dem Schluss, dass das Versorgungsamt Zitat "ungenau gearbeitet" hat. Denn aus den Unterlagen kam noch nicht mal heraus, ob sie überhaupt alle meine Diagnosen und Einschränkungen kennen.

 

Jetzt müssen wir schauen, ob das Versorgungsamt im Widerspruchsverfahren meinen GdB erhöht, oder ob wir eine Klage einreichen müssen. Dafür habe ich eigentlich überhaupt keine Kraft. Mir kommt es so vor, als würde das Versorgungsamt erst einmal immer viel zu wenig GdB feststellen und hoffen, dass der/die Betroffene nicht weiter nachfragt. Wieso legen sie kranken Menschen wie mir solche Steine in den Weg?  

 

Ich hoffe sehr, dass ich nicht vor Gericht gehen muss und halte Euch auf dem Laufenden.

0 Kommentare

Letztes Training vor der Übergabe

Gestern war ich ein letztes Mal zu Besuch und zum Training bei Alec, bevor er endgültig bei mir einzieht. In den letzten vier Wochen ging es mir sehr schlecht und die Sehnsucht nach ihm war riesig. Alec hat sich nochmal äußerlich etwas verändert. Sein Fell glänzt total schön und am Kragen ist das Braun noch ein bisschen heller geworden und schaut fast etwas kupfer-farben aus. Ein hübscher Kerl!

 

Er hat sich wieder total gefreut als ich ankam und lag beim Kaffeetrinken die meiste Zeit an meinen Füßen. Er hat das Kraulen merklich genossen und für mich war es auch sehr beruhigend und schön. 

 

Gegen Nachmittag sind wir nach Eckernförde gefahren, um noch etwas zu trainieren. Zuerst waren wir in einem Tierfachgeschäft, das ist natürlich durch die ganzen Gerüche echt fies für Alec. Er braucht immer ein paar Minuten Zeit, bevor er in den Arbeitsmodus übergeht, um zu verstehen, dass er jetzt nicht mehr schnüffeln darf. Das Absichern klappt super gut. Zwischen Ochsenziemer und Kauknochen konnte ich ihn ablegen und mich von ihm entfernen, ohne dass er aufgesprungen ist und sich an den leckeren Sachen bedient hat. Die Kaninchen und Meerschweinchen fand er sehr interessant. Gucken darf er ja. Dort habe ich ihn auch abgelegt. Ich bin wirklich stolz auf ihn und ich kann ihm vertrauen.

Danach sind wir noch etwas auf dem Fußgängerweg vor einem Lebensmittelgeschäft umhergelaufen. Es war dort sehr voll und ich schaffe es noch nicht, in Läden reinzugehen. Wir haben uns einen Einkaufswagen geschnappt und sind damit noch etwas auf dem offenen Parkplatz umhergegangen. Alec musste locker neben mir gehen und sich bei Straßen absetzen und erst weitergehen, wenn ich „Ok“ sage. Zuletzt haben wir noch das „An der Kasse stehen“ geübt, dabei musste Alec mich von hinten absichern. Danach haben wir noch einen Kaffee bei einem Bäcker getrunken. Wir saßen draußen. Alec lag die ganze Zeit neben mir bzw. mit seinem Körper an mich gelehnt. Auf Kommando hat er immer mal wieder mein Bein mit seiner Pfote angestupst und auf Kommando gebellt. Dieses ganze Training ging 30 Minuten und es war für mich eine Herausforderung. Als wir den Einkaufswagen zurückbrachten, fing ich auch wieder an zu dissoziieren. Ich konnte nicht mehr denken, war abgetrennt von mir und der Umwelt, ich war wackelig auf den Beinen und konnte nicht mehr viel sprechen. Mehr hätte ich also gar nicht geschafft. 

 

Wieder bei unserer Trainerin zu Hause war ich wieder mehr da. Wir haben spielerisch "Zieh" geübt. Ich habe an meinem Gürtel einen Ball mit einer Schnur befestigt, später soll er daran selbstständig ziehen, wenn er merkt, dass es mir in einer Situtution nicht gut geht. Zum Abschluss haben wir noch eine kleine Runde durch die Wiesen gedreht, sodass Alec mit seinem Kumpel Elvis rennen und spielen konnte. Der Abschied fiel mir so schwer, aber in zwei Wochen habe ich meinen Schokobären für immer.

 

"Ohne Worte"

Immer mal wieder bin ich bedingt durch Dissoziationen stumm. Genauso wie ich durch die Dissoziative Bewegungsstörung meine Beine nicht bewegen kann, bin ich auch manchmal unfähig zu sprechen. Mein Mund ist total verspannt, die Zunge klebt am Gaumen fest und die Stimmbänder funktionieren nicht. Wörter zu bilden ist einfach zu anstrengend und manchmal fehlen mir auch einfach die Wörter, um einen vollständigen Satz zu bilden. Ich kann nie genau wissen, wie lang das anhält .. Stunden?..Tage?.

 

Als ich vor ein paar Wochen eine ganze Therapiestunde mit meiner Therapeutin nur mit  Zettel und Stift kommuniziert habe, meinte sie, ich muss versuchen es einfach zu akzeptieren. Radikale Akzeptanz ist nur nicht ganz so leicht. 

 

Gestern habe ich etwas Böses zu meiner Mutter gesagt, deshalb entwickelte sich wieder die Stummheit. Heute kann ich mich bis jetzt nur mit Zeichensprache und Zetteln verständlich machen. Sowohl bei der Bewegungsstörung als auch in Phasen, in denen ich komplett stumm bin, ist die Panik nie weit weg. Dieser Kontrollverlust ist einfach beängstigend. Aber schließlich habe ich in solchen Phasen gar keine andere Wahl als es zu akzeptieren, das funktioniert zwar nicht immer, aber was bleibt mir Anderes übrig! 

 

Noch vier Wochen bis zum Einzug

Check - Absichern von hinten
Check - Absichern von hinten

Ich möchte Euch etwas Tolles und Wichtiges mitteilen!

Alec steckt seit mittlerweile vier Wochen im Intensivtraining. In der Zeit hat er schon vieles gelernt und hat dabei sehr große Fortschritte gemacht. 

Block und Check beherrscht er schon super gut. Darüber bin ich sehr froh, denn dass Absichern ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Alec hat. Mit dem vielen Training hat er nun auch gelernt sich ordentlich in der Öffentlichkeit zu verhalten.

 

Desweiteren lernt er momentan "Speak" - auf Kommando zu bellen. Davon habe ich vor zwei Tagen ein total süßes Video auf Facebook hochgeladen, welches ich von Kathrin's Familie bekommen habe. Er lernt auch gerade das Licht anzumachen und an einem Tau zu ziehen, das ich später an mir befestigen werde. Damit kann er mich aus einer unangenehmen Situation herausziehen. Außerdem lernt er, mich an den Rand zu führen z. B. aus einer Menschenmenge heraus und mir eine Bank zum Hinsetzten zu suchen.

 

Alec hat jetzt noch weitere vier Wochen lang Zeit, alle bisherigen Assistenzleistungen zu verfestigen.

 

Denn am Montag, 30.05. zieht Alec endlich bei mir ein!

 

Meine Trainerin bringt ihn mir an dem Montag und wird mit mir drei Tage lang die Einarbeitung machen. Bei der Übergabe werde ich nochmal in alle neuen Kommandos eingewiesen und lerne dabei, wie ich sie richtig einsetze. Wir werden versuchen, überall da, wo ich mich aufhalten werde zu trainieren. Ich fange jetzt an, alle Supermärkte in meiner Stadt anzuschreiben. Ich hoffe, dass ich dadurch keine großen Probleme mit dem Zutrittsrecht bekomme.

 

Nach der Einarbeitung fängt für mich erst die richtige Arbeit an. Alec und ich müssen dann richtig zusammenwachsen und täglich trainieren. Das wird für mich eine riesengroße Herausforderung und Umstellung sein. Ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr in Läden einkaufen, geschweige denn in der Innenstadt. Aber ich möchte ja nicht mehr einsam in meiner Wohnung vor mich hin vegetieren, deshalb werde ich mein Bestes geben und versuchen mich wieder ins Leben zurück zu kämpfen.

 

Dass ich mich auf Alec wirklich sehr freue, muss ich ja eigentlich gar nicht mehr erwähnen. Ich hoffe nur, dass ich dem Ganzen nun auch gewachsen bin. Aber ich bin dankbar, dass ich ein ganzes Hundeleben mit Alec verbringen darf.

Training bei mir zu Hause

Und schon ist die Zeit mit Alec wieder vorbei. Die zwei Tage sind wie im Fluge vergangen.

 

Alec, der mittlerweile neun Monate alt ist, befindet sich seit zwei Wochen im Intensivtraining. Während der Woche wird er jeden Tag intensiv auf seine spätere Arbeit vorbereitet.

Es ist phänomenal, welche Fortschritte Alec in dieser kurzen Zeit schon gemacht hat. Er ist unter der Kenndecke fast nicht wiederzuerkennen. Er geht jetzt die meiste Zeit total locker an der Leine und zieht nur noch ganz selten und auch nicht mehr so doll. Die zwei Wochen haben so viel verändert. Die Kenndecke hat er auf jeden Fall mit Arbeit verknüpft. Hunde- und Taubenbegegnungen laufen schon viel besser. Er lief sogar an einem Hund, der ohne Leine unterwegs war, ganz normal vorbei. Ich war wirklich sprachlos und bin Kathrin und Kati so dankbar. Auch in der Wohnung ist er echt pflegeleicht. 

 

21.04. Donnerstag

Meine Trainerin kam am Donnerstag gegen Mittag bei mir an. Ich hatte mich schon so auf sie und meinen Schokobär gefreut. Die Freude war auf beiden Seiten riesengroß. Wir sind zuerst spazieren gegangen. Das Wetter war klasse und ich habe es genossen, Alec dabei zuzusehen, wie er umhergelaufen ist und Spaß hatte. Dabei kam mir die Idee, dass ich gerne mit Kathrin und Alec ein Eis essen möchte. Gesagt - getan!

 

Nach unserer schönen Runde in der Natur sind wir also in die Innenstadt gefahren. Ein gesunder Mensch denkt jetzt vielleicht: "Na und, ist doch nur ein Eis", aber das ist es für mich nicht. Es ist schon eine Ewigkeit her, dass ich in der Innenstadt war und mich in ein Café setzten konnte. Für mich ist das eine riesige Herausforderung. In der Stadt war es ziemlich voll. Die Angst und Fluchtgedanken kamen auch immer wieder hoch, aber das Gute ist, dass sie mich mit Hilfe von Alec nicht überwältigt hat. Ich konnte mit Kathrins Unterstützung Alec nutzen. Ihn immer, wenn ich ihn brauchte kraulen, sein Fell spüren und ihn mich absichern lassen. Im Café habe ich mit Kathrin dreimal die Plätze getauscht, sobald ich merkte, dass ich mich in einer Position nicht sicher fühlte. Zwischendurch rauchte jemand eine bestimmte Zigarette, deren Geruch mich sehr triggerte (an eine bestimmte Person). Aber ich bin "da" geblieben. Während wir dort saßen, bin ich nicht weg-dissoziiert. Alec saß die ganze Zeit neben mir. Das Beste an der Situation war, dass die Kellnerin Angst vor Alec hatte, weil er so groß ist. Deshalb hat sie immer einen gesunden Abstand zu mir gehalten.

 

Auf dem Rückweg zum Auto, bin ich dann doch noch etwas abgeschmiert. Das Training in der Stadt war sehr anstrengend, mit vielen Triggern, das war sehr herausfordernd. Ich kann mich erst wieder daran erinnern, wie ich bei mir zu Hause aus dem Auto ausgestiegen bin. Kathrin hat uns mit ihrem Navi nach Hause gefahren, weil  ich wohl komplett die Orientierung verloren hatte und nicht mehr wusste wie der Weg nach Hause ist. In Alec's späteren Training, lernt er, mich nach Hause zu führen und selber den Weg zu finden. 

Am Abend sind wir zusammen in die Wohnung meiner Mutter gefahren. Unsere Katze war noch nie ein großer Tier-Freund. Alec fand sie total spannend und wir waren sprachlos, wie ruhig das Kennenlernen war. Die beiden werden nie "gute Freunde" werden, aber unsere Seniorin hatte weder einen Herzinfakt, noch ist sie panisch unters Bett verschwunden und es gab auch keine Schläge. Meine Mutter und ich hätten niemals gedacht, dass die Zusammenführung mit der Katze so gut verlaufen würde, weil sie doch sehr eigen ist. Wir haben uns dann noch einen schönen Abend gemacht.

 

Als Alec im Februar das erste Mal bei mir war, hat er andauernd versucht auf mein Bett und Sofa zu springen. Auch in der Nacht versuchte er auf mir herum zu tapsen. Jetzt war es komplett anders. Er lag die ganze Nacht in seinem Hundebett und hat nicht einmal versucht hochzuspringen. Wie auch schon in der Ferienwohnung am Anfang des Monats.

22.04. Freitag

Der Freitag fing für Alec und mich um kurz vor sieben an. Alec stand schwanzwedelnd vor mir und schaute mich mit seinen schönen hellen Augen an. Da konnte ich nicht länger im Bett liegen. 

 

Nach dem Aufstehen habe ich erstmal alleine mit ihm eine Morgenrunde um den nahe gelegenen See gedreht. Nichts besonderes??? - Doch, für mich ist es ein Stück Freiheit, denn in den letzten Jahren führe/führte ich ein sehr einsames Leben in meiner Wohnung. 

 

Um zehn Uhr kam unsere Trainerin wieder zu mir, die die Nacht in der Wohnung von meiner Mutter verbrachte. Wir sind dann zusammen zu einem Bäcker gegangen. Dahin gehe ich manchmal mit meiner Betreuerin, da das Café meistens recht leer ist und wir so versuchen, dass ich in die Außenwelt komme. Ich hatte jedoch Angst, dass ich dort mit Alec rausgeworfen werden würde, was dazu geführt hätte, dass ich mich nie mehr dahin traue. Meine Mutter rief am Vortag beim Bäcker an und erklärte die Situation der Geschäftsführerin, die sehr interessiert an dem Thema war und das "Ja" gegeben hatte. Die Mitarbeiterin waren nur leider noch nicht aufgeklärt und meinten erst, dass ich mit Alec nicht an den Tresen darf. Zum Glück haben die Mitarbeiterinnen es jedoch nett gesagt. Wir erklärten dann, dass wir vorher angerufen hatten und die Inhaberin uns das Ok gegeben hatte. Kathrin und ich erklärten dann noch, was ein Assistenzhund ist und ich war mit meinen Flyern bewaffnet. Alec hat mich während ich bestellte die ganze Zeit von hinten abgesichert (Check). Wenn ich mit meiner Betreuerin dort bin, versagt mir immer die Stimme und sie muss für mich bestellen, aber diesmal nicht! 

 

Mittags hatte ich einen Termin bei meiner Therapeutin. Unsere Trainerin ist dann mit mir zu Fuß, was ich mich schon sehr lange nicht mehr getraut hatte, zur Praxis gegangen. Immer wieder übten wir das Absichern und mich Anschauen. Auf dem Hin- und Rückweg ist uns leider zweimal der gleiche Mann entgegengekommen, dessen Geruch leider blöde Bilder und Erinnerungen hochriefen. Auf dem Hinweg hat unsere Trainerin versucht mich daran zu erinnern, Alec zu nutzen. Er schaute mich sehr, sehr aufmerksam an und fand das sehr eigenartig, wie ich mich verhielt. Nachdem ich ihn eine Weile kraulte und er sich gegen mich lehnte konnten wir weiter gehen. Auf dem Rückweg waren meine Beine wieder wie Wackelpuddig und bei der Begegnung habe ich Alec ganz schnell an mich rangezogen und mich zu ihm runter gekniet. Meine Psychotherapeutin war, glaube ich, erst mal ganz schön sprachlos ihn plötzlich zu sehen, denn sie wusste nicht, dass er die Tage bei mir war. In den ersten Minuten war Alec ganz schön frech, das war mir ziemlich peinlich, aber dann schlummerte er die restliche Zeit.

 

Der Abschied viel mir wirklich sehr, sehr schwer. Ich bin so gespannt wie Alec nach den weiteren sechs Wochen Intensivtraining sein wird, da er nach zwei Wochen Training schon so klasse ist. Ich bin unserer Trainerin so dankbar, dass sie zum Training hier her kam. Ich habe natürlich Versagensängste und manchmal habe ich Angst, dass ich das Ganze nicht schaffe und ihm nicht gerecht werden kann. Nach dem Training bin ich aber wieder sicherer mit Alec geworden. Alec ist ein wundervoller Hund, wir beide passen einfach zusammen. Fühlen kann/darf ich den Erfog zwar nicht, aber ich weiß, dass das Training total klasse war und ich dabei schon viel erreicht habe. Alec ist in meinem Leben!

02.04 - 09.04

Hier sind alle Posts zusammengefasst, die ich zu unserer Trainings- und Urlaubswoche auf Facebook geschrieben habe:

2. April

Wir sind gut in unserer Ferienwohnung angekommen. Es ist hier total ruhig und ländlich, gut zum Entspannen und die Wohnung ist Topp. Alec ist auch gerade gekommen und schaut sich noch etwas um. Wir werden jetzt erstmal richtig ankommen und später einen schönen großen Spaziergang machen.


3. April

Bei Sonnenschein haben wir die ersten zwei Urlaubstage "genossen". Die fremde Umgebung mit so vielen fremden Menschen macht mir doch ganz schön zu schaffen. Aber ich freue mich wirklich, hier mit Alec zu sein. 

Gestern Nachmittag haben wir erstmal einen ausgiebigen Spaziergang am Wittensee gemacht. Heute waren wir nochmal bei Kathrin. Alec hat jetzt einen neuen Freund: Casbah, der schwarze Labrador von Janika, die auch da war. Es war sehr schön, aber auch sehr, sehr anstrengend, da gab's doch ein paar Stimmen zu viel, die laut und durcheinander geredet haben. Zwischendurch brauchte ich mal eine kleine Auszeit um nicht ganz abzuschmieren. Da habe ich mir meinen Hund geschnappt und bin ein Stück mit ihm spazieren gegangen.

Alec geht jetzt schon viel besser an der Leine, zieht nicht mehr so doll und dackelt mir die ganze Zeit hinterher. 

Ab morgen geht das tägliche Training mit Kati los. Ich bin schon ganz schön aufgeregt, da werde ich sicherlich mit Situationen konfrontiert, die für mich wahnsinnig herausfordernd sind und die ich sonst vermeide. Aber ich stelle mich dem!!! Wahrscheinlich probieren wir es auch mal aus, ob ein Führgeschirr mir mehr Balance gibt.


4. April

Wir sind gerade vom Strand zurück gekommen. Deshalb hat er noch etwas Sand auf der Nase. Zuvor wollten wir eigentlich wo anders spazieren gehen, aber da war der Gestank von Gülle zu heftig, was mich zu sehr an einen früheren Wohnort erinnerte. Da kamen dann zu viele schlechte Erinnerungen hoch und dazu bin ich ja auch einfach extrem geruchsempfindlich. Am Strand war es dafür umso schöner. Alec konnte sich vor dem späteren Training noch mal richtig körperlich auspowern. Wieder in der Ferienwohnung kuschelte er sich ganz nah an mich, nun schläft er auf mir, tief und fest und gibt mir dabei Sicherheit. Ich bin so froh, dass er da ist. 


4. April

Das Training heute in Gettorf lief sehr gut. Ich bin echt stolz auf Alec, er hat das super gemacht. Wir sind in der recht leeren Fußgängerzone rauf und runter gelaufen und haben dabei Leinenführigkeit, "Schau" und "Check" geübt. Alec merkt jetzt schon, wenn die Menschen, die mir entgegenkommen, mir nicht ganz geheuer sind. Ansonsten ging Alec super an der Leine. An seiner Neugier an anderen Hunden müssen wir noch etwas feilen.

Da ich wegen der Dissoziativen Bewegungsstörung darüber nachdachte, Alec an ein Führgeschirr zu gewöhnen, damit ich mehr Balance habe, versuchten wir es mit einem Führgeschirr von Kati. Es war gut, dass ich das mal ausprobieren konnte. Es war noch ziemlich eigenartig, ihn so zu halten und es ist auch nicht das richtige Geschirr für mich, aber ich werde mich nochmal nach anderen Hundegeschirren mit festen Griff erkundigen.

Wir werden jeden Tag die Reize etwas steigern, aber nur so wie es für mich möglich ist. Wenn ich es schaffe, gehen wir morgen mal in ein Geschäft rein und am Mittwoch ist Wochenmarkt in Gettorf. Die letzten zwei Tage werden wir wahrscheinlich in Eckernförde (einer größeren Stadt mit vielen Reizen und Menschen) trainieren.


5. April

Vor dem Training in Gettorf hat Alec sich wieder ordentlich am Strand ausgetobt. Heute geht es mir nicht so gut. Bei der Fahrt zum Training war ich den Tränen nahe, ich weiß gar nicht genau warum, ich bin einfach total erschöpft und wollte mich zurückziehen. Sobald wir dann aus dem Auto gestiegen sind, kam meine sehr geübte Maske hoch – es ist ja alles gut. So eine Maske kennen wahrscheinlich viele Betroffene.

Alec hat zwar wieder bewiesen, dass er ein Sturkopf ist, aber mit viel Geduld und Konsequenz war das Training wieder sehr erfolgreich. Wir haben diesmal hauptsächlich die Ablage geübt. Dabei musste Alec entweder sitzen oder liegen bleiben, während ich mich von ihm entfernte und auf dem Rückweg einmal um ihn herum gegangen bin und mich wieder neben ihn gestellt habe. Danach wurde er natürlich ausgiebig gelobt. Zum Ende des Trainings sind wird noch zweimal durch einen Drogeriemarkt gegangen. Dort haben wir „Block“ und „Check“ geübt, sowie das richtige Verhalten in einem Geschäft.

Morgen werden wir das Training nach Eckernförde verlagern. Ich bin sehr gespannt drauf.


6. April

Heute waren wir zum Training mal nicht im kleinen Dorf, sondern an der Promenade in Eckernförde. Alec macht auf jeden Fall Fortschritte. Wir haben wieder Leinenführigkeit geübt. Mir geht es heute nicht so gut und hatte wenig Kraft. Kati hat mir den Tipp gegeben, die Leine hinter den Rücken zu nehmen, so konnte ich ihn viel besser halten und führen. Die Ablage klappt auch schon sehr gut, er liegt entspannt auf dem Boden bis ich ihn wieder hoch hole. Hundekontakte sind immer noch schwierig an der Leine, es geht aber von Mal zu Mal besser. Der Dickkopf muss einfach noch lernen, dass er unter der Kenndecke zu keinem Hund darf.

Heute wäre eigentlich ein Tag gewesen, an dem ich mich alleine in meiner Wohnung eingeschlossen hätte und den ganzen Tag stumm vor mich hin vegetiert hätte. Dank Alec war es aber nicht so, es war für mich natürlich trotzdem total schwer raus zu gehen, aber mit ihm ging es. Auch wenn Alec in zwei Monaten bei mir einzieht wird ja nicht alles plötzlich gut sein, aber es kann ja nur besser werden!


7. - 9. April

Nun ist die Woche mit Alec an der Ostsee schon wieder vorbei, ich möchte Euch noch von den letzten drei Tagen erzählen.

Am Donnerstag Vormittag mussten wir erstmal zum Tierarzt, weil Alec leider ein Triefauge hatte. Creme von einem ruppigen Typen in die Augen geschmiert zu bekommen mochte er verständlicherweise gar nicht. Ich habe versucht, dabei selber ruhig zu bleiben. Leider ohne Erfolg, weil der Tierarzt mir selber Angst gemacht hat. Mir tat es Alec gegenüber sehr leid, dass ich ihm nicht zeigen konnte, dass nichts Schlimmes passiert. Nunja nach der Behandlung war die ganze Sache für Alec schnell vergessen und wir konnten am Strand runter kommen und Spaß haben. 

Das Training am Donnerstag war in der Fußgängerzone in Eckernförde. Da waren ziemlich viele Menschen unterwegs und durch die Straßen zu gehen war sehr anstrengend für mich. Kati hat mir mit ihrer lockeren Art durch einige angespannte Situationen geholfen. Und wir haben dabei sehr viel gelernt. Alec kann mich schon super gut von vorne absichern (Block). "Check" (absichern von hinten) klappt auch schon sehr gut.

Freitag haben wir auch wieder in Eckernförde geübt. An dem Tag war ich nach all der Anstrengung der letzten Tage sehr wackelig auf den Beinen, weshalb wir oft Pausen machen mussten. Zusätzlich zu "Block und "Check" haben wir "Such Rand" - zum Rand führen und "Such Bank" - eine Sitzgelegenheit suchen, eingeführt. Es war sehr lehrreich.

Am Samstag Vormittag war die Zeit in der Ferienwohnung zu Ende. Wir packten unsere Sachen und sind zu Kathrin gefahren, wo Elvis (Alec's bester Hundekumpel) ihn stürmisch begrüßte. Mit Kathrin und Elvis sind wir ein letztes Mal zum Strand gefahren, wo die Hunde total schön miteinander gespielt haben. Alec ist ein wirklich sozialer Kerl. Zum Schluss waren wir noch etwas essen. Das war für mich sehr schwer, deshalb holten wir Alec aus dem Auto und setzten uns nach draußen in die Sonne. Alec hat das klasse gemacht. Er lag die ganze Zeit ganz entspannt neben mir, bzw, lehnte sich ganz fest gegen meine Beine, obwohl andere Hunde ganz nah bei uns saßen. Wäre er nicht da gewesen, wäre die Kellnerin wesentlich näher an den Tisch gekommen, was für mich bedrohlich gewesen wäre. Aber Alec hat zum Glück genügend Platz zwischen mir und der fremden Frau geschaffen. Ohne Alec hätte ich da nicht bleiben können.

Ich habe in dieser Woche sehr viel gelernt, nicht nur wie ich die Kommandos ausführe, sondern auch allgemein im Umgang mit meinem Hund. Ich bin wirklich stolz auf Alec, er ist ein ganz Toller. Ich vermisse ihn jetzt schon sehr. In zwei Wochen sehe ich ihn aber schon wieder.


Fotos von der Woche findet ihr auf meiner Facebook Seite!

Um Hilfe bitten und sie auch bekommen

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich glücklicherweise ein ganz tolles Team um mich herum habe. Bestehend aus meiner Psychotherapeutin, meine ambulante Betreuerin und meinem Psychiater. Alle drei sind sehr engagiert und helfen mir wo es auch geht. Ich möchte Euch erzählen, wie ich nach Hilfe gefragt habe und sie vor allem bekommen habe.

 

In den letzten Tagen ging es mir so schlecht, dass ich Nachts um 3 Uhr meine Therapeutin angeschrieben habe und um Hilfe gebeten habe. Meine Therapeutin und meine Betreuerin wissen beide, dass es mir grottig gehen muss, wenn ich um Hilfe bitte, denn das fällt mir nach all den Jahren immer noch sehr, sehr schwer. Meine Therapeutin schrieb mir gleich nachdem sie aufgestanden war um 6 Uhr morgens zurück. Mit meiner Betreuerin habe ich sogar eine Sondervereinbarung, dass ich einfach ein "." oder "!" per SMS an sie schicken kann, wenn mir keine Worte einfallen.

 

Als Betroffene, der es sehr schwer fällt Vertrauen aufzubauen und die immer Angst hat, jemandem zur Last zu fallen, ist es so wichtig, ein beständiges und funktionierendes Team zu haben. Ich kann mich auf sie verlassen und das ist ein riesen Schritt für mich!

 

Meine Therapeutin bot mir also per SMS an, dass wir unseren Termin von Freitag auf heute (Mittwoch) vorziehen können. Wie immer war sie unglaublich verständnisvoll, engagiert und tat ihr Bestes, mir mit meinem Leiden zu helfen und Wege zu finden wie ich mir selber zu Hause Linderung verschaffen kann. 

Von sich aus kam sie auch auf den Fonds für Sexuellen Missbrauch zu sprechen. Sie hatte schon mit dem Vertreter des Weißen Rings hier in meiner Stadt telefoniert, der auch bei Antrag-stellungen hilft und berät. Nun besteht die Möglichkeit, dass der Mann vom Weißen Ring zu uns in die Therapie kommt und mir beim Ausfüllen des Antrages hilft. Schon seit bald einem Jahr befinde ich mich ja in Therapiepause und muss noch ein weiteres Jahr warten, bis es weiter geht, da meine Krankenkasse die Therapie nicht mehr zahlt. Somit kann ich nur zweimal im Monat für 25 Minuten zu meiner Therapeutin. Das ist natürlich viel zu wenig! Durch den Fonds könnte ich also nicht nur Geld für Alec's Ausbildung bekommen, sondern eben auch die dringend benötigte intensive (Trauma-)Therapie.

Zusätzlich hatte meine Therapeutin von sich aus Kontakt zu einer Ergotherapeutin in Hamburg aufgenommen, die sich auf den Umgang mit Menschen mit einer schweren Dissoziativen Störung spezialisiert hat. Beim nächsten Termin bei meinem Psychiater werde ich also mal fragen, ob er mir Ergotherapie verschreiben könnte. Das würde mir sicherlich auch sehr helfen. 

 

Dieses Verhalten von meiner Therapeutin war wirklich einsame Spitze! Es ist nicht selbstverständlich, dass Therapeuten sich so ins Zeug legen: immer neue Therapien finden und sie ständig an die Patientin anpassen und von sich aus andere Möglichkeiten suchen. Sowas hilft mir, mein Vertrauen immer wieder ein kleines Stückchen mehr aufzubauen. Und beim nächsten Notfall fällt es mir vielleicht wieder etwas leichter um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen!

0 Kommentare

27.03.2016

Ich wünsche Euch allen Frohe Ostern! Ich hatte heute lieben Besuch von Janika und ihrem schwarzen Labbie Casbah. Die Streicheleinheiten mit Casbah, der schon etwas grau um die Schnute ist, taten mir echt gut. 

 

In den letzten Tagen ging es mir sehr schlecht. Ich konnte tagelang nicht sprechen und bin ständig von einer Dissoziativen Erstarrung in die nächste Panikattacke gerutscht. Da haben meine Beine auch wieder schlapp gemacht. Heute als ich mit Janika, ihrem Casbah und meiner Mutter am Elbstrand war wurde ich leider auch wieder von einem unfreundlichen Mann getriggert. Uff! Naja, ich versuche weiter durchzuhalten. Einen tollen Hund in meiner Wohnung zu haben war sehr schön und ab dem nächsten Wochenende sind wir ja schon in unserer Ferienwohnung mit Alec.

Realitätschecks

Wie viele andere PTBS Betroffene, habe ich oft heftige Albträume. Heute morgen wusste ich nach dem Aufwachen nicht mehr, ob das, was ich geträumt habe, wahr ist oder nicht. Realitätschecks helfen, wieder im Hier und Jetzt anzukommen.

 

Ich habe hier mal ein paar Tipps die mir persönlich helfen.

0 Kommentare

04.03.

Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder meine Wohnung verlassen und bin jetzt in der Wohnung meiner Mutter. Für Alec war ich heute sogar im Futterhaus und habe für ihn und seinen Kumpel Elvis ein neues Tau geholt.

 

Danach war ich noch mit meiner Mutter bei Media Markt. Dort war es aber ziemlich schwer für mich, denn dort wurde ich schnell reizüberflutet. Die ganzen Fernseher, gleichzeitig spielende Lieder, Dauerbeschallung, die Menschen und dabei noch aussuchen und entscheiden was ich haben möchte. Mir fiel es echt schwer im Laden zu bleiben und ich bekam schlecht Luft. Ich habe mir dann die meiste Zeit die Ohren zugehalten, mit dem Blick nach unten folgte ich dissoziiert den Schritten meiner Mutter. Ich habe es aber zum Glück geschafft alles zu bekommen, was ich wollte. 

 

Jetzt habe ich eine brandneue Kamera und einen MP3 Player. In Zukunft gibt es dann Fotos in besserer Qualität und nicht mehr diese nervigen Handy-Fotos. Vielleicht entdecke ich ja mein altes, verschollenes Hobby, das Fotografieren wieder. 

 

Ich freue mich so doll auf morgen, nach drei Wochen sehe ich endlich Alec, Elvis, Kathrin und ihre Familie wieder.

02.03.

 

Ich habe mich sehr über Euer positives Feedback zu dem Zeitungsartikel gefreut. Am Samstag fahre ich auch endlich wieder zu Alec hin, dann gibt es auch wieder neue Bilder und Infos zu dem Ausbildungsstand.

 

Der Besuch wird mir hoffentlich gut tun, denn mir geht es sehr schlecht. Ich habe gerade mal wieder eine Phase, in der ich noch nicht einmal den Kontakt zu meiner Mutter ertrage. Ich bin schon seit Wochen komplett isoliert in meiner Wohnung. Ich kann momentan auch nur sehr bedingt auf Nachrichten antworten.

 

Trigger!

-------------------------------------

Das Gefühl von: "Oh mein Gott, es ist so furchtbar in meinem Körper zu leben, ich will mir die Augen auskratzen und schreiend weglaufen" hört einfach nicht auf.

Verlängertes Wochenende mit Alec

Vor einer Woche war Alec noch hier. Wir haben für ein langes Wochenende schonmal ausprobiert, wie es ist, zusammen zu leben. Alec hat das so toll gemacht! Bei unserem Zeitungs-Interview meinte die Journalistin, dass sie nicht gedacht hätte, das er noch gar nicht bei mir wohnt - so vertraut wirkten wir zusammen. Aber es war natürlich auch ganz schön anstrengend. Normalerweise verlasse ich meine Wohnung ja recht selten und bewege mich dementsprächend wenig und nun war ich dreimal täglich mit ihm spazieren und bin viele Kilometer gelaufen. 

 

Ich vermisse ihn sehr, er hat ganz schön viel Schwung in meine Wohnung gebracht, nun bin ich wieder alleine. Jetzt funktioniert wieder gar nichts mehr und mir gehts ziemlich dreckig. Aber in 14 Tagen sehe ich ihn wieder und dann ist es auch nicht mehr lange zu unserer Trainings- und Urlaubswoche Anfang April.

Stupor im Einkaufszentrum

Nachdem ich Alec vier Wochen nicht gesehen hatte, konnte mich das schlechte Wetter am Samstag 23.01. nicht abhalten zu ihm zu fahren. 

 

Als meine Mutter und ich ankamen, wurden wir herzlich von Kathrin begrüßt. Alec war noch ein Stockwerk höher und hörte nicht, dass Besuch da war. Ich rief ihn und als er ankam und merkte, dass ich es war, hat er sich riesig gefreut, er hat sich fast nicht mehr eingekriegt, so freudig war er. 

 

Als wir einen Kaffee getrunken haben, kam Kati auch noch dazu. Kati wollte im Einkaufszentrum Block (von vorne absichern) Check (von hinten absichern) und Tick (auf Kommando mit der Pfote anstupsen) üben. Dort war es jedoch extrem voll und wir mussten das Training auch schnell wieder abbrechen, denn ich war im Dissoziatven Stupor

 

Im Auto auf dem Rückweg, saß Alec vor mir im Fußraum. Alec hat sich sehr gut auf mich konzentriert und wir haben "Schau" - mir in die Augen schauen und "Tick" geübt. Zu der Zeit war ich immer noch nicht wieder richtig da, aber Alec hat mir sehr gut geholfen. Er ist dann irgendwann mit den Vorderbeinen auf meinen Schoß gestiegen, hat meine Hände abgeschleckt und sich angekuschelt. So konnte ich sein Gewicht auf meinen Beinen spüren. Das hat bewirkt, dass ich viel schneller wieder in meinen Körper kommen konnte, mich bewegen und sprechen konnte. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich Stunden gebraucht um die Lähmung zu durchbrechen. Er hat es im Auto geschafft, dass ich in etwa 20 Minuten wieder ansprechbar war. Fantastisch!!!

 

Als wir wieder bei Kathrin auf dem Hof ankamen, konnte ich noch mit einem Pony kuscheln, ein weiterer Reiz, der mich wiederbelebt hat. Danach saßen wir noch eine Weile zusammen und Alec und ich haben es geschafft zusammen zu entspannen.

 

Ihn wieder zu verlassen fiel mir sehr schwer, aber die gute Nachricht lautet, dass ich Alec vom 12. - 15.02 mit zu mir nehmen werde. Ich freue mich riesig darauf, ihm sein Zuhause zu zeigen. Das Wochenende wird uns beiden Zeit geben, noch mehr aneinander zu wachsen.

 

Ansonsten ist noch zu berichten, dass er jetzt mit seinen 6 Monaten eine Schulterhöhe von 55 cm hat und etwas abgenommen hat und jetzt ca. 25 kg wiegt. Er wurde dann doch etwas moppelig. Labbi-Staubsauger! 

Stoff für das Hundebett

So jetzt gibt es endlich mal wieder ein Update von mir. Mir ging es unverändert, sehr schlecht und ich habe mich mal wieder ziemlich zurückgezogen. Die Depression, der Selbsthass und Selbstzweifel sind einfach zu stark, ich komme da einfach nicht raus. Ich habe sogar mal wieder Medikamente ausprobiert, obwohl ich absolut dagegen bin und riesige Angst davor habe. Die Geschichte wiederholte sich auch nur wieder und ich hatte wie damals, als ich Medikamente nahm, wieder nur Nebenwirkungen gehabt, deshalb habe sie auch schnell wieder abgesetzt.

Alec habe ich jetzt vier Wochen nicht mehr gesehen und das war echt eine viel zu lange Zeit, ohne mein Schokobärchen.

 

Nunja, morgen, am Samstag, ist es endlich wieder soweit. Gemeinsam mit meiner Mutter fahre ich zu ihm und Kathrin. Wir werden dann auch besprechen, wann Alec das erste Mal ein ganzes Wochenende bei mir verbringen wird. 

 

Heute war ich mit meiner Betreuerin in der Innenstadt. Wir haben in einem Stoffladen Stoff für Alec’s Hundebett gekauft. Denn gemeinsam mit ihr werde ich für Alec ein Hundebett nähen, das im Wohnzimmer liegen wird. Ich bin echt gespannt wie das wird. Ich finde es ist eine nette Idee, denn nicht nur hat Alec dann ein hübsches selbstgemachtes Bett, sondern für mich ist es auch eine Beschäftigungstherapie. Ich halte Euch auf dem Laufenden, ich hoffe das Bett wird was, das letzte Mal habe ich in der 7ten Klasse genäht :D.

Ansonsten war es in der Innenstadt sehr schwierig für mich, ich war seit Wochen mal wieder draußen. In der Stadt habe ich auch ordentlich Panik bekommen, im 1€ Laden war es sehr eng und eine Frau drängte sich an mir vorbei und es war sehr laut, denn ein Gebäude wurde abgerissen. Da gab es mal wieder eine heftige Reizüberflutung. Nachdem ich wieder etwas besser atmen konnte und mich etwas beruhigen konnte, ging es dann in die Dissoziation rein. Ich habe meine Beine nicht mehr gespürt, konnte schlecht gehen, die Gebäude um mich herum kamen mir riesig vor und die Welt war verlangsamt. Ich habe mich von allem getrennt gefühlt. Auch wenn das ein täglicher Zustand ist, macht es mir jedesmal Angst. Zum Glück wurde es besser als ich zurück nach Hause kam.

Termin beim Gesundheitsamt

Heute hatte ich einen Termin beim Gesundheitsamt. Beinahe hätte mir das Amt meine ambulante Betreuerin gestrichen. Als ich mit meiner Mutter und der Urlaubsvertretung meiner Betreuerin im Wartezimmer warten musste, wurde ich so doll getriggert, dass ich erstmal komplett dissoziiert bin, mit allem drum und dran. Als ich dann dran kam, war ich noch nicht wirklich wieder da, konnte nicht sprechen, geschweige denn gehen. Meine Mutter hat mich dann irgendwie in das Besprechungszimmer gebracht. Dann kam der Hammerschlag, denn die Mitarbeiter wollten meine Betreuung nicht mehr genehmigen. Obwohl wir eigentlich sogar mehr Stunden beantragt haben. Meine ambulante Betreuerin ist außer meiner Mutter und meiner Therapeutin, die einzige Person, der ich richtig vertrauen kann und mit der ich nach draußen gehen kann. Sie hilft mir auch z. B. beim Einkaufen, Arzttermine... So und das wollten die mir wegnehmen. Ich war entsetzt und wütend. Zum Glück konnte der Mitarbeiter von Bethel im Norden, die meine Betreuerin stellen, das Amt überzeugen, aber dafür mussten wir echt kämfen. Jetzt bin ich total erschöpft und ausgelaugt. Aber dafür unglaublich froh, dass ich so ein Glück habe mit Bethel im Norden und deren tolle und kümmernden Mitarbeitern. Jetzt habe ich satte vier Stunden in der Woche mit meiner Betreuerin.

Update on Alec's training

I haven't updated the English page for quite some time. So here comes an update on Alec's training.

 

He is five and a half months old now and doing amazing. He is still living with one of his trainers, who has a big farm with other animals such as horses and dogs. The whole family is doing a phenomenal job socializing him. 

 

Obviously he is still a very young Lab, but he is already very well behaved. He walks on the leash without pulling. He will sit, stay and lay down on command. He is awesome in the city, nothing can scare him and he has a very calm personality. With the command "look" he will look me straight in the eyes, this way I can concentrate on him. I am less likely to panic or dissociate when I can do that. He loves to play with his best buddy Elvis, which is a freakishly large Landseer. He is great with other dogs and curious to get to know more. He has been shown all kinds of different breeds, paces and circumstances. It is very important that a puppy gets to know as many different things to be able to socialize him properly. But it is even more important for him, because he is going to be a service dog one day who has to be calm at all times when working. You can tell that he wants to learn and work. 

 

He is a water and food junkie, true to his Labrador breed. :D

 

I visit him every two to three weeks. Our bond is getting stronger and stronger every time we see each other. He will stay at his trainers' house until Mai/June. Because I am not able to socialize and train him properly on my own due to my disability. We train together at every single meeting nonetheless. 

 

This month (January) his trainers will start teaching him his first service related tasks. Which is to block me from anyone, by standing in front of me and to cover me from behind. I easily panic from people getting too close to me, this way he is giving me more space from strangers. Later he will also learn to show me when someone is approaching me from behind. Alec will also learn to nudge me with his nose while I'm outside and to give me his paw when I am inside. This task is also immensely important, because of my dissociation, depersonalisation and derealisation, as he will ground me and to keep me in reality through nudging me .

 

Alec will start spending some weekends at my apartment starting in February. The purpose is to bond more and to get used to living together. I am definitely looking forward to spending more time with him and to show him his new home. 

In April we will spend a whole week together, while training every day with one of his trainers.

 

I absolutely adore him. He is so funny, I love watching him play especially with his best bud Elvis. Alec is quite big for his age, so he will become a pretty big dog. 

 

This blog entry is solely to inform you on how Alec is doing. I will post a blog on how I am holding up soon.

"Es ist nicht alles Gold, was glänzt."

Trigger!

 

Ich muss einfach mal ein paar Gedankengänge loswerden. Vielleicht hilft es anderen Betroffenen oder Angehörigen, psychische Krankheiten besser zu verstehen.

 

Unsichtbare Krankheiten sind ein schwieriges Thema. Außer wenn ich im Sommer T-Shirts trage sieht man mir nichts körperliches an. Denn außer den Narben, die meinen täglichen inneren Krieg zeigen, sehe ich ganz normal aus. Oft schaffe ich es sogar, ganz normal mit Menschen zu reden. Bei Freunden und Bekannten lächel ich und gerade erst zu Weihnachten wurde ich wieder von meinem Stiefbruder gefragt: "Geht's dir gut?" Die Frage war durchaus berechtigt, denn ich sah freudig aus und unterhielt mich ganz normal. Doch können Außenstehende nicht wissen, dass ich bei dieser Frage schreien, weinen und mir am liebsten die Haare ausreißen will. 

 

Niemand sieht wie schlecht es mir wirklich geht! Wie ich jede Nacht mit Bildern, Erinnerungen und auch dem Unwissen kämpfe. Wie ich mich die ganze Nacht im Bett wälze bis ich für kurze Zeit einschlafe, nur um dann wieder durch Alpträume aufzuschrecken. Wie ich mir jeden Tag denke "Verdammt, morgen muss ich schon wieder den ganzen Tag mit mir verbringen". Die Selbstzweifel, der Selbsthass und der Ekel vor mir sind immer da. So oft am Tag muss ich sehr stark gegen Impulse ankämpfen, wie z. B. den Spiegel wegen meines Spiegelbildes nicht zu zerschlagen und mir nicht in aller Öffentlichkeit gegen den Kopf zu hauen, wenn ich wütend auf mich bin, wenn ich denke, irgendetwas falsch getan zu haben, oder ein Triggergeräusch gehört habe. Menschen können meine Angst und Panik nicht sehen, die immer präsent ist. Ich habe gesehen, zu was manche Menschen in der Lage sind, jetzt sind alle eine potenzielle Bedrohung.

 

Niemand sieht meine innere Qual, mit der ich jeden Tag lebe. Die Schmerzen, die mich auseinander reißen.

 

Bei allem Sozialen bin ich unsicher. Nachrichten oder Emails verschicke ich mit pochendem Herzen und nachdem ich mindesten 10 mal  meine Mutter gefragt habe, ob so alles in Ordnung ist. Die Empfänger wissen nicht, wie viel Schweiß, Angst und Anspannung alleine hinter einem "Schön, das freut mich für dich" steckt. Über Gespräche grübel ich tagelang und wenn ich denke, dass ich etwas Falsches gesagt habe, muss ich lange Zeit meine eigene Wut spüren.

Generell versuche ich so wenig wie möglich aufzufallen oder jemandem zur Last zu werden. Mich hat keiner verdient. Schon wenn ich ein Kompliment bekomme, stellt sich alles in mir auf und etwas in mir fängt an, mich zu beschimpfen.

 

Ich weiß, dass es für nicht Betroffene unvorstellbar ist, so große Selbstzweifel und Selbsthass gegen sich zu haben um so weit zu gehen, sich selber bestrafen zu müssen. Ich habe mir schon Dinge angetan, wofür jeder Andere eine Anzeige kassiert hätte. Aber das ist es ja. Ich habe Täteranteile übernommen. Die Täter in mir gehen immer noch gegen mich vor und beherrschen mich. Seit Dezember habe ich eine neue Diagnose bekommen: Dissoziative Identitätsstörung. Außer meiner Therapeutin sind sich alle in meinem Umfeld unsicher, ob ich wirklich multipel bin, vor allem ich tue mich schwer mit der Diagnose.

 

Ich habe mich nach langer Zeit, in der ich alles mögliche gegen mein Leben unternommen habe, dafür entschieden, weiter zu kämpfen. Bevor Alec ins Bild kam, war der einzige Grund dafür meine Mutter. Nur weiter zu leben um einer Person nicht alles zu rauben, wird trotz aller Vorsätze auf Zeit schwer. Nun weiß ich, dass mein Assistenzhund ausgebildet wird. Der Gedanke an den Suizid begleitet mich aber trotzdem immer noch täglich und ich weiß auch nicht, ob der Gedanke jemals ganz fortgehen wird. Die Tage an denen die Gedanken leiser sind, überwiegen, an anderen Tagen sind sie lauter. Doch ich wünsche mir sehr, dass sie nie wieder so laut werden, dass ich nichts anderes mehr hören kann.

 

Niemand kann mir sagen, wie ich richtig leben kann. Aber mit Alec habe ich einen zweiten Lebensanker gewonnen. Ich vertraue darauf, dass ich durch ihn wieder mehr ins Leben finde. An ihn und meine Mutter kralle ich mich, so fest ich kann. Aber es ist ein täglicher Kampf. Ob er je endet? Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass einige Wunden zu tief sind und niemals ganz verschwinden. 

 

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, was man mir alles nicht ansieht. Hier gab es erstmal einen kleinen unverblümten Teil. Ich weiß, dass einige Äußerungen sehr, sehr hart klingen. Etwas positives über mich sagen darf ich nicht. Und ich habe es auch mit jahrelanger therapeutischer Unterstützung noch nicht hinbekommen, besser mit mir umzugehen, über mich zu reden oder auch nur irgendetwas in der Art zuzulassen. 

 

Das alles aufzuschreiben fiel mir sehr schwer und danach konnte ich mich durch eine Dissoziation stundenlang nicht bewegen. 

Weiterer Ausbildungsverlauf

Alec ist da, er ist in der Grundausbildung - aber wie geht es jetzt eigentlich weiter?

 

Ab Januar 2016 fangen seine Trainerinnen an ihm "Block" und "Check" beizubringen. Die beiden Kommandos sind für mich sehr wichtige Aufgaben, die mir sehr helfen werden. Bei "Block" wird er lernen sich vor mich zu stellen, um mir damit mehr Abstand zu Menschen zu garantieren. Leute in der Stadt sind dann eher geneigt einen größeren Abstand zu mir zu bewahren. Bei "Check" wird er sich hinter mich stellen und schauen ob jemand von hinten kommt. Somit kann mir niemand zu dicht auf die Pelle rücken z. B. später, wenn ich mit ihm einkaufen gehe und in einer Schlange stehe. Bei beiden Kommandos wird er nah an mir dran stehen, so dass ich ihn spüren kann. Das ist meine persönliche Präferenz, denn er könnte auch etwas Abstand zu mir halten, damit ich noch mehr Distanz zu Anderen bekomme. Aber mir ist es lieber, wenn er nah bei mir steht.

 

Auch fängt Kathrin jetzt an ihm beizubringen mich auf Kommando zu berühren. Wir haben abgemacht, dass er mir zu Hause auf Kommando die Pfote geben wird oder seine Pfote auf meine Beine stellt. Unterwegs wird er mich mit seiner Nase anstupsen. Das wird mir helfen, den Kontakt zu ihm aufrecht zu erhalten und im Hier und Jetzt zu bleiben.

 

In den nächsten Monaten wird Alec auch mal am Wochenende zu mir zu kommen. Darauf freue ich mich schon so sehr. Ich kann es kaum erwarten, ihn mit zu mir zu nehmen, ihm sein neues Zuhause und sein Bett zu zeigen. Dadurch, dass er an manchen Wochenenden zu mir kommt, wird auch unsere Bindung noch enger und wir können uns daran gewöhnen miteinander zu leben.

 

Anfang April mache ich mit meiner Mutter Urlaub in Schleswig Holstein. Natürlich ganz in der Nähe von Eckernförde. Meine Mutter und ich sind schon auf der Suche nach einer geeigneten Ferienwohnung, in der auch Hunde erlaubt sind. Denn Alec wird die ganze Woche mit mir verbringen. 

 

Im Mai oder Juni zieht er dann endgültig zu mir!!!! Wann genau er kommt, können wir noch nicht sagen, denn das hängt natürlich davon ab wie er sich in der Intensivausbildung macht.

Training auf dem Weihnachtsmarkt

Was ist denn da alles passiert?

 

Ich war gestern am 20.12. wieder bei Alec. Der Tag fing leider so gar nicht gut an, denn am Vortag wurde ich durch einen Artikel, den ich auf Facebook gesehen habe sehr doll getriggert. Die Nacht durch hatte ich immer wieder Flashbacks - schlimme Bilder im Kopf, von etwas, das ich mal wieder vorher nicht wusste. Oft bin ich durch mein eigenes Wimmern im Schlaf und weil ich um mich schlug aufgewacht. Nachdem ich kurz eingeschlafen war, fing ein Idiot um 6 Uhr morgens an draußen Lärm zu machen. Alles in allem war es keine gute Nacht. Verschlafen habe ich dann leider auch noch. Wir wollten um 9 Uhr losfahren, konnten wegen mir dann aber erst um kurz vor 10 Uhr los. 

 

Angekommen bei Alec, begrüßte er mich wieder stürmisch. Es ist so toll, dass er mich wiedererkennt. Diesmal war Kati auch mit von der Partie, denn wir wollten zusammen auf dem Weihnachtsmarkt in Kiel trainieren. Aber erstmal gab es Kaffee für mich und Kuscheleinheiten für Alec. Ich habe mich schon lange darauf gefreut, Kati endlich mal wieder zu sehen, das war total schön, denn wir hatten uns seit Anfang Oktober nicht mehr getroffen.

 

Eigentlich war ja geplant, dass uns wieder das Filmteam begleiten sollte, nur hatten sie nicht mehr rechtzeitig das Ok vom Sender bekommen. Deshalb wurde der Drehtermin nochmal verschoben.

 

Ich versuche mal, das ganze Geschehen zusammen zu puzzeln, was wir auf dem Weihnachtsmarkt in Kiel alles gemacht haben. Es macht mir ziemlich große Angst, denn Erinnerungen habe ich nicht viele, und die Erinnerungen an meine persönlichen Gefühle passen überhaupt nicht mit dem, was mein Körper alles erreicht hat zusammen. Meine Mutter hat ihre Sicht des Tages aufgeschrieben und ich meine. Auf jeden Fall war ich danach völlig ko. aber das ist normal nach einem Training.

 

Aus Sicht meiner Mutter


Wir kamen mit dem Auto auf dem Parkplatz am Rathaus an und gingen von dort aus in Richtung Fußgängerzone. Johanna mit Alec, Kati Zimmermann, Kathrin und Jasmin Neve und ich.

 

Kati ließ Johanna vorausgehen, wir andern folgten in einigem Abstand und sollten Johanna weder ansprechen noch zu nahe kommen, nur beobachten.

 

Der Weg zum Weihnachtsmarkt war unproblematisch. Auf dem Markt lotste Kati Johanna zunächst am Rand entlang, an der Häuserzeile. Schon dort war es relativ belebt. Johanna ging aufrecht, mit festem Schritt und zügig durch die belebte Straße. Immer wieder kamen andere Menschen ihr nahe. Johanna forderte immer wieder Alecs Aufmerksamkeit mit dem Kommando „schau“ ein und belohnte ihn mit Leckerli. Es bestand ständiger Kontakt zwischen Mensch und Hund. 

 

Zwischendurch machte sie eine kleine Erholungspause an der Hauswand. Johanna wirkte angestrengt, aber klar.

 

Am Ende des Marktplatzes forderte Kati Johanna auf, mitten durch die Budengasse zurückzugehen. Hier war es sehr voll. Ohne Zögern machte sich Johanna auf den Weg, der Gruppe vorausgehend, mit Alec an ihrer Seite und in ständigem Kontakt. Auch jetzt noch ging Johanna mit Alec zügig und gerade. An einer Kreuzung kam es zu einem größeren Gedränge und Johanna zog sich mit Alec in eine Ecke zurück. Immer noch war sie ansprechbar und aufmerksam. 

 

Kati beendete die Situation und lotste Johanna zum Glühweinstand, wo sie selbständig einen Früchtepunsch bestellte.  Sie wirkte sehr erschöpft, aber sprach mit uns und lächelte.

Nachdem wir alle ausgetrunken hatten, gingen wir zurück zum Auto, mit einer weiteren Zwischenrast auf einer Bank. Johanna unterhielt sich völlig normal mit Kati. Auch auf dem Rückweg ging sie mit Alec alleine voraus, wir anderen folgten in größerem Abstand.

 

Erst im Auto wurde eine starke Dissoziation erkennbar mit Sprachverlust, Abwesenheit und Bewegungseinschränkung. Beim Aussteigen ließ Kathrin zunächst Alec zum Streicheln und Schmusen zu Johanna, aber trotzdem mussten wir Johanna stützen und sie war sehr wackelig auf den Beinen.

Meine Erinnerungen


Wir sind mit Kathrins Bus alles zusammen nach Kiel gefahren. Dort angekommen, sind wir ausgestiegen und gen Weihnachtsmarkt gegangen. Alec und ich voraus. Wir haben durchgehend geübt, dass er mich anschaut. Zuerst hat er noch etwas an der Leine gezogen, da hat mir Kati etwas geholfen, bis er gemerkt hat, dass jetzt arbeiten angesagt ist. Danach war er echt super an der Leine für seine fünf Monate.

 

Hm ich komme jetzt schon ins Stocken.

Der Weihnachtsmarkt in Kiel war meines Erachtens ziemlich voll. Zuerst sind wir eher am Rand geblieben, da habe ich weiterhin versucht Alecs Aufmerksamkeit zu behalten. Wir sind an vielen Leuten mit Kindern und Hunden vorbeigegangen. Alec hat das echt super toll gemacht. Nur ich war da schon sehr angespannt und meine Stimme fing an zu versagen. Als ich nicht mehr konnte, sind wir wieder ganz zum Rand gegangen und ich habe mich zu Alec hingekniet, habe ihn gestreichelt und mich auf ihn konzentriert, denn er war total gelassen. Das half mir.

 

Ich weiß noch, dass wir weiter gegangen sind und dort, wo wir hingengangen sind, mehr Menschen waren. Ab dem Zeitpunkt versagt meine Erinnerung. 

An Angst und Kontrollverlust erinnere ich mich. Ich konnte nicht mehr sprechen und meine Beine wollten auch nicht mehr so wirklich. 

Dann waren wir bei einem Glühweinstand und ich habe Alec gekrault, der vor mir saß.

 

Dann waren wir auf dem Weg zurück zum Auto, da haben wir uns noch auf eine Bank gesetzt. Alec saß vor mir und Kati neben mir. Ich weiß noch, dass wir über meinen Schwerbehinderten-Ausweis sprachen und Unterlagen, die ich ausdrucken kann um sie mitzunehmen und in Geschäften vorzuzeigen. Ansonsten kann ich mich an das Gespräch nicht wirklich erinnern, außer, dass zwischendurch eine Frau ihren Hund auf Alec zugehen lassen hat und Kati ihr gesagt hat, dass sie das nicht solle.

 

Als wir weiter gingen, konnte ich wieder normal sprechen und besser gehen. Mit Alec habe ich weiterhin geübt. An Straßen habe ich ihn, bevor wir sie überquert haben, absetzten lassen. Das ging alles sehr gut. 

 

Nachdem wir losgefahren sind, fehlen mir wieder die Erinnerungen. Bis ich kurz bevor wir bei Kathrin ankamen, gemerkt habe, dass ich im Auto saß und große Angst vor meiner linken Hand hatte, weil sie mal wieder komplett fremd war. Kathrin hat die Tür vom Auto geöffnet und Alec gehalten, den ich mit der rechten Hand streicheln konnte. Das half mir wieder mehr in der Realität anzukommen. Beim Weg vom Auto bis aufs Sofa haben mir Kati und meine Mutter geholfen. Dort habe ich mich etwas hingelegt um den Tag zu verarbeiten, schlafen konnte ich aber leider nicht. Kati musste dann auch wieder los.


Wie man sehen kann, unterscheidet sich mein Erleben ziemlich von dem, was ich wirklich erreicht habe. Das verwirrt mich wirklich sehr und macht mir auch ziemliche Angst. Ich will mich an den Tag erinnern, um ihn auch richtig verarbeiten und reflektieren zu können. Und damit ich mir eingestehen kann, dass das toll war. Aber wie kann ich das, wenn meine Erinnerungen mir etwas komplett anderes vorgaukeln? Und dann ist die Frage da noch: "War ich das wirklich?"

 

Ich war am Abend echt ko., doch schlafen konnte ich leider auch nicht viel. Ich bin früh ins Bett gegangen, bin aber oft wieder aufgewacht. 

 

Nunja, was ich auch noch erwähnen möchte ist, dass Alecs und meine Bindung wirklich immer enger wird bei jedem Besuch. Bevor wir gegangen sind, saß ich noch eine  Weile neben ihm auf dem Boden und habe ihn gekrault. Er lag da und hat es merklich einfach nur genossen. Das war für uns beide ein sehr schöner Abschluss des Tages. Er ist so schön warm und sein Herzschlag beruhigt mich so sehr. Ich bin auch unglaublich froh, dass ich Kathrin und Kati als Trainerinnen habe. Kathrin und ihre Familie kümmert sich und sozialisiert Alec so gut. Und ich freue mich immer sehr zu Kahtrin zu fahren und mit ihr Zeit zu verbringen. Kati ist auch echt klasse. Ich finde, sie geht so toll mit Alec um und sie ist ein richitger Hundemagnet - Alec liebt sie. Beide, Kati und Kathrin sind super einfühlsam und es ist echt schön mit den beiden Zeit zu verbringen. 

 

Am nächsten Sonntag sind wir ja schon wieder alle zusammen, denn da "feiern" wir gemeinsam meinen Geburtstag. Den ich, wenn ich sie nicht hätte, im Bett verbracht hätte. *freu*

Treffen und Training

Ich konnte es kaum erwarten - Gestern am 5.12.2015 habe ich Alec wieder bei seiner supertollen Patenfamilie besucht! Alec ist nun 19 Wochen alt. Als ich ankam, hat er mich gleich erkannt und hat mich ganz aufgeregt und freudig begrüßt. Die meiste Zeit lag er auch neben mir. Er ist echt riesig geworden (man beachte die Pfoten!), deshalb sind wir zum Futterhaus gegangen, dort hat er ein schickes weinrotes neues Geschirr in Größe M bekommen. Da haben wir gleich die Situation ausgenutzt und haben im Laden geübt. Das war ganz schön schwierig, denn da waren so viele verlockende Gerüche und andere Hunde. Alec hatte aber überhaupt keine Angst und war viel entspannter als sein Frauchen. Auch als wir danach noch eine Übungsrunde durch die Fußgängerzone gedreht haben, hat er sich prima verhalten. Nichts kann ihn aus der Ruhe bringen. Er lässt sich schon gut absetzten, wenn er ohne Kommando wieder aufsteht, dann wieder hinsetzten. Mit "Ok" gehen wir weiter. Natürlich war er manchmal etwas abgelenkt, aber Frauchen versucht immer wieder, seine Aufmerksam zu bekommen. Wenn ich "schau" sag, guckt er mir in die Augen. Er ist wirklich ein toller Kerl. Jede Verabschiedung wird schwerer. Die Liebe ist schon so groß! Er hat so tolle große Schokobärchen-Pfoten... Fotos

Zeitlücken

Ich möchte niemandem auf die Nerven gehen, indem ich hier rum jammere. Mein Muster mich dann eher ganz zurückzuziehen muss ich noch lernen zu durchbrechen und ein gutes Mittelding finden. Es ist ja auch meistens nichts Neues. Erinnerungslücken machen mir momentan besonders zu schaffen. Mein Kurzzeitgedächtnis ist grottig, wenn ich mir die Dinge nicht sofort aufschreibe habe ich sie nach einer Minute wieder vergessen und ständig fehlen mir ganze Stunden, das macht mir jedes mal große Angst. Neben meinem Laptop liegt seit ein paar Tagen ein Zettel auf dem draufsteht wie viele Tage ich noch durchhalten muss bis ich Alec wiedersehe. Ohne den Zettel vergesse ich sogar das! Dass mir ständig meine Umwelt fremd vorkommt und ich mich dadurch schon mehrmals verlaufen habe macht es auch nicht besser. Dazu kommt oft die Frage „Ist das mein Bein, welches da neben mir liegt und wird es mich tragen, wenn ich jetzt aufstehe?“ oder "Was macht diese Hand da?“ - das nennt sich Depersonalisierung, ich komme mir selber fremd vor. Ich kenne es und weiß vom Kopf her auch, dass es zu mir gehört und trotzdem ist es sehr unangenehm und beängstigend. Diese ständigen Dissoziativen Zustände sind sehr anstrengend und ich muss sehr dagegen ankämpfen nicht in alte schädigende Verhaltensweisen abzurutschen. Eben war ich kurz draußen. Nach mehreren Tagen in denen ich meine Wohnung nicht verlassen habe musste ich mal wieder frische Luft schnappen. Da habe ich glatt wieder Panik bekommen als ich an gackernden Jugendlichen vorbei gegangen bin. Ich habe versucht mir bildlich vorzustellen wie Alec neben mir läuft, dass hat etwas geholfen. Ich finde es wirklich erstaunlich wie alleine der Gedanke an ihn mir hilft.

 

Worauf ich mich wirklich freue ist, dass ich Alec diesen Monat glatte dreimal sehen werde! Jetzt am 5. ist der erste Termin. Am 20. ist der nächste Drehtermin für die Reportage und an meinem Geburtstag am 27. fahren meine Mutter und ich auch zu ihm. Ich gebe wirklich nicht viel auf meinen Geburtstag, wenn wir nicht nach Schleswig Holstein fahren würden, würde ich den Tag im Bett verbringen. Aber die Aussicht meinen Geburtstag mit Alec, Kathrin und ihrer Familie und dazu noch Kati zu verbringen ist wirklich ein schöner Gedanke.

 

Am Wochenende gibt es dann auch wieder neue Bilder und Bericht von dem mittlerweile ziemlich frechen Kerlchen grin emoticon. Ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Weihnachtszeit!

Erster Schneespaß und kranke Katze

Am Sonntag hat es ja in fast ganz Deutschland geschneit, und so hat Alec an dem Tag auch das erste Mal Schnee gesehen. Es hat ihn überhaupt nicht davon abgehalten mit seinen Hundefreunden zu spielen. :)

 

Vom 7.11 - 8.11 war Alec gemeinsam mit Kati, Kathrin und anderen Hunden auf einer Gesundheitsmesse. Dort konnte er zeigen, dass was er schon alles drauf hat. Sogar mit großer Ablenkung bei einer Vorführung hat er alle Kommandos bravourös ausgeführt.

 

Gleich am nächsten Tag war er mit seinen Trainerinnen bei einem Feuerwehrtraining. Sturm, Regen, laute Geräusche, Männer in Uniformen - alles kein Problem für Mr. Cool. Das Training steht mit auf dem Ausbildungsplan, damit er, sollte es einmal einen Notfall geben, keine Angst vor den Feuerwehrmännern und den Geräuschen hat bzw. sie schon mal gesehen hat.

 

Am 14.11. war ich auch mal wieder bei ihm, er ist wieder so in die Höhe geschossen, aber vor allem ist er schwer geworden. Zu dem Zeitpunkt wog er 18 kg! Ach du dicker Hund, er wird auf jeden Fall ein Brocken sein, wenn er ausgewachsen ist. Das finde ich super, umso besser kann er abblocken und mehr Platz verschaffen. Sein erster Backenzahn ist jetzt locker, ich hab ihm natürlich neues Spielzeug mitgebracht worauf er ordentlich drauf rum-kauen kann. Er war wie immer super toll, wir waren in einer kleinen Stadt in der nichts los war. Dort durften wir im Rossmann üben. An der Leine laufen läuft klasse. Bleib-Übungen und hinter mir absetzen läuft auch schon echt gut. Wir haben auch noch in einem Bistro etwas gegessen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit, legte er sich dann auch ruhig hin. Vor allem ich muss es aber noch lernen. Aber mit Kathrin, die dabei war, fühl ich mich sicher. Zusammen mit Alec werde ich das auch lernen.

 

Mitte Dezember steht auch wieder der nächste Drehtermin für die Reportage an. Sie wollen diesmal auf einem Weihnachtsmarkt drehen. Oh weia, solche Veranstaltungen mit so vielen Menschen sind ja extrem schwierig für mich. Ich werde ja nicht alleine sein, aber trotzdem macht mich das jetzt schon ziemlich nervös. Ich versuche es wieder einfach auf mich zukommen zu lassen.

-------------------------------------------------------------------------

Trigger

 

An meiner Situation im allgemeinen hat sich nichts weiter verändert. Ich möchte nicht andauernd schreiben, wie schlecht es mir geht. Das wird ja auch irgendwann langweilig. Da schreibe ich lieber nichts. Mein Alltag besteht darin auf das Ende des Tages zu warten. Betroffene werden es wahrscheinlich verstehen, Menschen die dieses Gefühl nicht kennen, können das ganze Ausmaß zum Glück nicht einsehen und das ist auch gut so. Das wünsche ich niemanden.

 

Meine geliebte Katze "Miss Marple" die bei meiner Mutter wohnt ist in den letzten Tagen sehr krank geworden und ich glaube, dass sie es nicht mehr lange schafft. Sie ist schon seit einer halben Ewigkeit bei uns, sie stammt eigentlich aus einer Zeit die die Hölle war und am Anfang hat sie auch immer eine böse Person für mich verkörpert. Aber irgendwann konnte ich diese Assoziation ablegen und dann gab es Jahre lang nur noch meine Mutter, die Katze und mich. Ich hab sie immer als meine Therapie-Katze gesehen, sie schmust total gerne und oft ist sie das einzige Lebewesen, welches mir nah kommen durfte, wenn ich Nähe nicht ertragen kann. Sie lag oft auf mir schlafend, dass beruhigte mich meistens und half mir. Nun ist sie schon eine Seniorin und wie es bei Oma-Katzen nun manchmal so ist, bekam sie Zahnschmerzen. Die Zähne bis auf ein Backenzahn mussten rausoperiert werden. Wir wollten ihr damit Erleichterung verschaffen. Am Tag danach ging es ihr super, sie fraß und war ganz sie selbst. Dann plötzlich fraß sie nicht mehr und die Bluttests ergaben, dass sie ganz schlechte Leberwerte hatte. Somit musste sie stationär zurück zur Tierarztpraxis. Dort ergab sich auch noch, dass sie ein Herzproblem hat. Und als sie wieder nach Hause durfte musste sie andauernd niesen, ohne dass sie eine Entzündung hat. Jetzt frisst sie wieder nicht mehr und man merkt wie schlecht ihre Atmung ist, somit ist sie nun wieder in der Praxis. Ich möchte gar nicht wissen wie hoch die Tierarztrechnung sein wird. Ich halte den Gedanken, dass es ihr so schlecht geht und das sie bald ... nicht aus. An dem ersten Tag als sie zurück in die Praxis musste war ich Stunden lang im dissoziativen Stupor, nach Stunden bin ich daraus aufgewacht, dann konnte ich während mir es bewusst war für weitere zwei Stunden nichts bewegen und dann als ich wieder stehen konnte bin ich nach draußen gegangen, spazieren. Da habe ich mich dann in einer Nachbarstraße verlaufen, weil mir alles so fremd vorkam. Meinen linken Arm konnte ich erst wieder zwei Tage später normal bewegen. Ansonsten wechseln sich die Panikattacken mit schwerer Luftnot und die dissoziativen Zustände ab. Weil mich das ganze so überfordert kann ich wieder absolut keine Nähe zulassen. In die Augen schauen ist schon zu viel. Aber eigentlich möchte ich doch in den Arm genommen werden und vor allem bei Miss Marple sein. Die Schuldgefühle sind riesig, dass ich ihr und meiner Mutter nicht beistehen kann und dann ist die bestrafende Stimme sehr präsent.

 

Produktiver Tag

Uff! Heute war ein sehr erfolgreicher und produktiver Tag, wenn auch sehr anstrengend. Gemeinsam mit meiner Betreuerin war ich heute Mittag in der Stadt: Alec bei der Hundesteuer anmelden. Danach hat meine Betreuerin mir noch geholfen meinen Weihnachtseinkauf zu erledigen. Ganz ohne Dissoziation hat es zwar nicht geklappt und in den Geschäften habe ich auch schnell Panik bekommen - zum Schluss hat sie mich aus dem Geschäft bugsiert, aber zumindest muss ich im Weihnachtstrubel nicht mehr in die Läden. 

 

Eben war ich noch mit meiner Mutter bei der Bank, ein Spendenkonto eröffnen. 

 

Oh und morgen muss ich noch mit meiner Mutter zum Futterhaus um neues Spielzeug für meinen Liebling zu kaufen. Der erste Backenzahn ist schon locker, da braucht er jetzt etwas zum drauf rum kauen. Das bringe ich ihm dann am Samstag mit.

10.11.2015

Mir geht es momentan echt schlecht. Hab ständig Panikattacken, Dissos und Flashbacks. Ich schlafe kaum und wenn schrecke ich nach kurzer Zeit wieder wegen Albträumen auf. Die neue Diagnose kommt wahrscheinlich auch bald, sie verwirrt mich sehr und ich muss mich noch damit auseinandersetzten. Genau in diesem Moment nehme ich gerade meine Umwelt total verzerrt wahr (Derealisation). Ich muss momentan oft ins Krankenhaus hier in Stade für mehrere Neurologische Untersuchungen, das triggert mich jedesmal immens. Mir wurde gerade dieses Bild geschickt, es hätte keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können. Ich stelle mir gerade vor, wie er mich tröstet. Aber ich glaube ich muss jetzt nochmal ne Runde spazieren gehen.

Arzttermine und MRT

Was für eine Woche!!!

 

Schon so oft habe ich gedacht, dass es nicht schlimmer werden kann. Jedesmal liege ich falsch!

 

Ich will absolut nicht rumjammern. Und ich versuche auch penibel darauf zu achten, dass ich es nicht tue, aber das muss jetzt mal sein: *Seufz* 

 

Ich habe ja schon seit langer Zeit eine Bewegungsstörung, für mehrere Wochen am Stück kann ich nicht richtig gehen, habe eine schlechte Koordination und meine Arme sind zu schwach um Gegenstände zu halten. Nach einer längeren Wartezeit hatte ich nun endlich einen Termin bei einer Neurologin. Ich wollte mich ärztlich abchecken lassen um sicher gehen zu können, dass nichts körperliches dahinter steckt. Die Neurologische Ambulanz liegt hier in Stade mit in dem Krankenhaus, in dem ich auch schon mal für drei Wochen in der geschlossenen Psychiatrie war. Allein der Gang ins Krankenhaus triggerte wieder unschöne Erinnerungen. Meine Mutter begleitet mich natürlich immer, aber es ist trotzdem sehr schwierig für mich. Nunja, die Ärztin untersuchte mich und verschrieb mir ein MRT vom Kopf und vier EEGs.

 

Am 5.11 hatte ich um 16 Uhr meinen Termin bei der Kernspintomographie. Die ganze Woche ging es mir schon ziemlich bescheiden und ich habe mich schon mit dem Gedanken rumgequält, wie es wohl werden wird. Ich habe Klaustrophobie, das heißt ich bekomme Panik wenn ich in zu engen Räumen bin. Als wir ankamen konnte ich schon nicht mehr reden. Meine Mutter hat das für mich übernommen und ich wurden auch recht schnell aufgerufen. Ich sollte in einer winzigen Umkleidekabine alles Metallische ausziehen, da das Gerät ja ein Riesen-Magnet ist. In der Umkleidekabine habe ich schon mega Angst bekommen. Es ging aber auch schnell weiter. Mir wurde ein Zugang in den Arm gelegt und ich sollte mich auf die Liege hinlegen mit der man in das Gerät geschoben wurde. Mir wurde die Höchstdosis Valium gespritzt, damit ich mich entspannen kann. Pustekuchen! Außer dass mir ganz kurz sehr schwindelig wurde habe ich davon nichts gespürt. Ich war zu dem Zeitpunkt schon sehr panisch und konnte mich nicht mehr kontrollieren, sodass ich wie ein kleines Kind weinte. Als mir die Arzthelferinnen dann die Spule über den Kopf gestellt haben ging gar nichts mehr. Ich glaube ich wurde sehr laut und habe alles getan damit diese Spule weggenommen wurde. Ich hätte 30 Minuten ruhig im MRT Gerät liegen müssen.. für mich leider unmöglich. Allein das Geräusch konnte ich nicht ertragen. Ganz abgesehen von der Enge in der Röhre. Ich wollte nur noch weg, einfach flüchten, das war mein einziger Gedanke. Flucht! Die Autofahrt nach Hause war auch die Hölle. Ich musste danach einfach alleine sein. Meine Mutter musste mich zu mir nach Hause fahren, denn ich konnte jegliche Nähe nicht ertragen. Irgendwann gegen 03.30 Uhr in der Nacht konnte ich mich wieder einigermaßen beruhigen. Bis dahin hatte ich Panikattacken. Um ca. 1 Uhr nachts bin ich noch mal nach draußen geflüchtet, ich musste einfach weg. Ich fühlte mich so ausgeliefert und der Kontrollverlust war furchtbar. Ich habe natürlich ganz viele Skills ausprobiert, das heißt Methoden und Dinge die mir helfen mich zu beruhigen, aber nichts hat mir geholfen. Irgendwann bin ich dann auf dem Sofa vor Erschöpfung eingenickt, aber auch sehr schnell wieder hochgeschreckt, weil ich mal wieder Alpträume hatte. Die Untersuchung wäre so wichtig gewesen, ich mache mir echt Sorgen wegen der Bewegungsstörung und so kann es nicht weiter gehen. Aber ohne Vollnarkose werde ich eine MRT Untersuchung niemals aushalten. Die Neurologin meinte aber, dass das nicht ginge. Rational weiß ich ja, dass mir dabei nichts passieren kann. 

 

Nach der schlimmen Nacht, hatte ich heute am 6.11 um 11 Uhr noch meinen ersten EEG Termin, dabei werden die Gehirnströme gemessen. Ich war so fertig mit der Welt, aber zum Glück war die Frau beim EEG sehr freundlich und verständnisvoll. Meine Mutter durfte mit im Raum bleiben und als ich ihr sagte, dass ich so wenig angefasst werden möchte wie möglich hat sie auch sehr nett reagiert. Trotzdem war ich extrem angespannt und bin immer wieder leicht weg dissoziiert. In den nächsten zwei Wochen erwarten mich drei weitere solcher Termine.

 

Ich würde alles dafür geben, ohne diese ständige Angst ins Leben gehen zu können!

 

Auf die Feststellung der Schwerbehinderung warte ich auch immer noch. Der Antrag läuft schon seit einigen Monaten, aber bis jetzt hat sich das Versorgungsamt immer noch nicht gemeldet. 

 

Ich bin auch weiterhin fleißig mit meiner Therapeutin dabei, bei der Diagnosestellung einer weiteren Störung. Meine Therapiestunden sind nach drei Jahren durchgehender Therapie nun ausgelaufen, aber meine Therapeutin, die sehr bemüht ist, versucht trotzdem nochmal bei meiner Krankenkasse 20 Stunden durchzuboxen. Momentan habe ich alle zwei Wochen 25 Minuten Termine, damit wir unsere Zeit so weit wie möglich ausdehnen können.

28.10

Ich wünschte ich könnte ohne zu lügen schreiben wie gut es mir geht, aber das schaffe ich nicht. 

Heute Nachmittag habe ich gemeinsam mit meiner Mutter einen Friseur Termin. Davor habe ich schon mega Angst. Mein Wunsch nach Nähe und es dann absolut nicht ertragen zu können schlägt immer mal wieder um. Der Gedanke daran, dass mich später eine fremde Person anfassen wird, versetzt mich jetzt schon in Panik. Depersonalisation ist mein täglicher Begleiter, dass heißt, dass ich mir fremd bin. Ich weiche schon seit Tagen jedem Spiegel aus, weil ich mich jedes Mal erschrecke. Die Person die da im Spiegel ist, bin nicht ich, sie ist irgendeine Fremde. Genauso wie mein linker Arm und Hand. Es hängt an mir dran, aber es fühlt sich nicht wie meins an. Ganz schön gruselig. Ich merke auch mehrmals am Tag, dass ich dissoziiere, also dass ich mich nach einer unbestimmten Zeit wieder bewege um merke, dass ich wahllos irgendwo hin gestarrt habe. Über den Tag hinweg fehlt mir manchmal ganz schön viel Zeit. Seit gestern Abend knicken auch wieder die Beine unter mir weg. Sie sind wieder taub und haben keine Kraft mich zu tragen. Morgen habe ich endlich einen Termin bei einer Neurologin, darauf habe ich Monate lang gewartet. Dort werde ich auf meine Bewegungsstörung untersucht, damit ich Gewissheit habe, dass es wirklich alles nur dissoziativ ist.

24.10

Update zu Alec

Alec geht es super, er hat seine Tierärztin kennengelernt. Sie hat ihn geimpft und festgestellt, dass er ein großer und mächtiger Labrador wird. Gestern war er mit seiner Patenfamilie bei einem Laternenumzug mit viel lauter Musik und Trubel, das hat er auch ganz toll mitgemacht. Ich bin so stolz auf ihn.

Update zu mir

Meine Situation bleibt unverändert. Ich kann immer nur wiederholen wie froh ich bin meine Therapeutin und Betreuerin zu haben. Nun steht noch eine neue Diagnose im Raum, über die ich noch nicht reden möchte. Sollte es so sein, werde ich noch mal in eine spezialisierte Klinik gehen, die zum Glück ganz nah bei Alec liegt.

Für heute skille ich erstmal indem ich meinen Lieblingskuchen backe. Den nehme ich dann morgen zum langersehnten Besuch bei Alec mit. Der Kuchen ist natürlich nicht für Alec 😂 sondern für die liebe Patenfamilie. Das morgige Programm besteht aus Alec kuscheln, Alec schmusen und liebhaben und mit Alec zum Strand fahren. Alles ganz relaxt um ganz viel Alec-Liebe und Entspannung aufzutanken.

16.10

Eigentlich wollte ich jetzt über meinen Termin bei meinem Arzt berichten und wie mir Alec dabei hätte helfen können. Aber ich kann mich nicht lange genug dafür konzentrieren. Das war so anstrengend. Das Wetter passt zu meiner Stimmung. Zu wenig Schlaf, Albträume, Dissos, meh... Ich zieh mir jetzt die Decke über den Kopf und hoffe, dass die Zeit bis ich Alec wiedersehe schneller vergeht. Ich hoffe, dass es Euch gut geht und wünsche Euch allen einen schönen Tag.

9.10

In den letzten Tagen war es ja recht still auf meiner Seite. Ich habe mich etwas zurückgezogen. Durch Flashbacks sind neue Erinnerungen hochgekommen, die mich ziemlich aus der Bahn geworfen haben. Es gibt so böse Menschen auf dieser Welt! Mittwoch hatte ich um 19 Uhr noch einen Notfalltermin bei meiner Therapeutin bekommen. Bis um 22 Uhr war ich dann mit ihr in ihrer Praxis, weil sich eine sehr heftige Dissoziation einfach nicht löste. Die letzten Tage waren ein einziger Horror, ständig Flashbacks, Dissoziationen und Albträume, die Bewegungsstörung löst sich auch mal wieder nicht. Ich bin unglaublich froh, dass ich ein so gut funktionierendes Team (Therapeutin und Betreuerin) um mich habe. Ich schaue mir ständig die Bilder und Videos von Alec an und male mir aus was Alec in solchen Momenten wohl tun würde, oder wie wir kuscheln, allein das hilft mir schon. Flashbacks und Dissoziationen sind ja bei weitem nichts neues für mich, aber das was jetzt hoch kam wusste ich vorher nicht, bzw. habe es nur geahnt. Tröpfchenweise kommen jetzt die Bilder und Schmerzen zurück. Da habe ich wohl noch so einiges verdrängt.

Schlaflos

Diese blöden Flashbacks. Versuche mich abzulenken. Erstarre ständig. Mein Name ist Johanna ich bin 23 Jahre alt, es ist der 6.10.2015 01:17 Uhr es ist alles ok. Es ist vorbei, es kann mir hier nichts passieren. Memo an mich selbst.

Training und Drehtermin in Eckernförde

Gestern habe ich Alec wieder besucht – Oh Mann, ist der in den zwei Wochen gewachsen! Ein Fernsehteam hat uns auch begleitet. Es war der erste Drehtag für eine Reportage über PTBS und PTBS Assistenzhunde. Das Fernsehteam wird uns für ca. 12 Monate begleiten. Auf Alec habe ich mich so gefreut und es war klasse den kleinen Kerl, Kati und Kathrin wiederzusehen. Aber der Tag war auch sehr anstrengend, oft ist die Panik hochgekommen und ich musste oft gegen den Fall in die komplette Leere ankämpfen. 


Morgens um 8 Uhr habe ich mich mit meiner Mutter auf den Weg gemacht. Zwischendurch wollten wir an einer Autobahnraststätte Rast machen. Ich hab schon auf dem Parkplatz gesehen, dass es extrem voll war. Naja wir mussten rein. Bei den Toiletten gibt es ja immer diese Drehkreuze an denen man bezahlen muss. Die Schlange war mächtig lang. Mir war es sehr unangenehm mit den vielen Menschen die sich alle drängten. Als wir dann durch die Drehkreuze durch sind, hatte ich gleich, das Gefühl eingeengt zu sein und nicht weg zu können. Mir kamen gleich die Tränen und bekam große Angst. Meine Mutter bugsierte mich zum Auto zurück. Während meine Mutter noch Kaffee und ein Croissant holte verfiel ich wieder in eine Dissoziation. Reden ging nicht, alles war taub, bewegen konnte ich mich auch nicht mehr. Erst kurz bevor wir ankamen löste sich die Erstarrung wieder. 


Auf dem Parkplatz begrüßte uns Kati und der Regisseur der Reportage. Die Filmcrew war sehr nett. Sie wollten gleich das erste Aufeinandertreffen von mir und Alec filmen. Ich hab versucht so gut wie möglich die Kamera auszublenden. Alec war klasse, ich glaub er hat mich sogar wieder erkannt. Er kam gleich angelaufen. Er ist ja erst 10 Wochen alt aber Sitz und Platz klappte gleich auf Anhieb. Wir filmten dann noch wie ich Alec sein Halsband und Geschirr umlegte und dann sind wir auch schon nach Eckernförde gefahren. Obwohl es ein Feiertag war, waren die Geschäfte geöffnet. Schon als wir auf den Parkplatz gefahren sind, habe ich die Menschen gesehen, die alle am Hafen entlang gingen. Da kam auch gleich schon wieder die Angst. Ich war schon lange nicht mehr in Läden und in der Innenstadt unterwegs. Ich fing an zu zittern. Da wurde ich gleich schon von Kathrin und Kati gefragt ob ich Alec auf den Schoß bekommen möchte. Ich hatte zuerst Angst Alec zu erschrecken, aber er war total entspannt und ließ sich ganz ruhig von mir streicheln. Da sagt ein 10 Wochen alter Welpe zu mir: „Hey, ganz ruhig, ist doch gar nichts los, entspann dich!“ Klasse!


Wir gingen also los, mit der Kamera begleitet. Manchmal mussten wir Dinge nochmal machen oder wir wurden aus unterschiedlichen Perspektiven gefilmt, ganz schön eigenartig. Alec ist ein Wunderhund! Ohne dass wir ihm ein Kommando gaben, hat er sich instinktiv hinter mich gesetzt um mir mehr Platz zu verschaffen. Wir haben oft „Sitz“ und „Platz“ geübt, wir haben das Überqueren einer Straße geübt und dass Alec immer links an meiner Seite läuft. Es prasselten ziemlich viele Reize auf mich ein. Die Menschen um mich herum, die ganzen Gerüche und Geräusche. Ich bin mit Alec immer mal wieder, wenn es mir zu viel wurde, zum Rand gegangen, um ihn zu streicheln und mich zu beruhigen. Dieses kleine Lebewesen ist einfach perfekt. Er war die ganze Zeit so entspannt. Als wir jedoch wieder durch eine Passage zurück zum Auto gehen wollten, war ich plötzlich umringt von Leuten. Ich bekam Panik, konnte nicht richtig atmen. Bin schnell zum Rand gegangen und setzte mich hin. Mir kamen wieder die Tränen, glaub ich, ich kann mich nicht mehr so gut daran erinnern. Kati und Kathrin setzten Alec auf meinen Schoß. Er bewirkt bei mir echt Wunder! Es ist unglaublich, dass dieser kleine Kerl mir Sicherheit gab, nur indem er da war ich ihn streicheln konnte, er mich abschleckte und er so entspannt auf mir lag. Nach einigen Minuten konnten wir dann weiter gehen. Am Hafen haben wir uns alle nochmal hingesetzt und ein Fischbrötchen gegessen. Alec war so müde, er hat an dem Tag echt so viel geleistet. Er war völlig fertig, so dass ich dann meinen schlafenden Welpen zurück zum Auto trug.


Zurück bei Kathrin hat Alec erstmal den halben Teich leergetrunken. Beim Training hat er sehr viele Leckerlies bekommen, sein Bauch war schon so voll. Es sah echt lustig aus. Alec hat sich dann in seiner Box wieder aufs Ohr gehauen und ist bis wir gegangen sind nicht aufgewacht. Kathrins Kinder habe lieberweise noch einen Kuchen gebacken. Für die Reportage wurde ich dann noch interviewt. Zwischendurch wurde mir nochmal alles zu  viel. Wir saßen mit mehreren Leuten in einem Raum, alle redeten. Meine Wahrnehmung ist ja ziemlich verzerrt, deshalb kam es mir vor als würden alle schreien und alle kamen mir zwei Meter größer vor. Da ging ich raus schaute mir den Teich und die Fische an und streichelte mit Kathrin Elvis, einer ihrer Hunde, ein riesiger Landseer-Mischling. Alec hat es wirklich gut bei seiner Patenfamilie! Zum Schluss habe ich Alec noch auf dem Arm gehabt um „Tschüss“ zu sagen.


Es war ein sehr anstrengender Tag, und ich weiß auch, dass das Training noch anstrengender wird. Abe ich möchte das wirklich. Ich habe auch nicht wirklich eine andere Chance. Ich kann weiterhin vor mich hin vegetieren oder ich gebe jetzt Alles, geh über meine Grenzen um im Endeffekt ein besseres Leben zu haben. Die Entscheidung ist definitiv gefallen. Ich zieh das durch, auch wenn es hart ist und viel von mir abverlangen wird. Ich will das und es ist mein Schritt in die Zukunft.

Trigger und mein verqureres Denken

Was ist ein Trigger? – ein Trigger ist ein Auslöser. Es kann Gedanken und ein bestimmtes Verhalten auslösen (Dissoziationen, Panikattacke, abwer Verhalten, Rückzug …). Jeder sollte unbedingt seine Trigger kennen, damit man sich schützen kann. Dies können sein: Gerüche, einzelne Wörter, Stimmen, laute Geräusche, Sachen die um einen herum passieren, die wir als unangenehm oder gefährlich empfinden. Jeder hat andere Trigger und es gibt auch noch viel mehr.

Ich möchte eine extrem-Situation schildern, in der mir Alec gestern sehr geholfen hätte. Ich habe gestern Abend aus Versehen eine Suppe probiert. Nur wusste ich nicht, dass diese mit Curry gewürzt wurde. Curry ist ein sehr großer Trigger bei mir und ich meide es wie die Pest. Als ich es schmeckte, bekam ich sofort Panik, fing an unkontrollierbar zu weinen, bekam starke Atemnot und wurde sehr paranoid. Ich wollte rennen, konnte aber nicht, weil meine Beine nicht funktioniert haben. Ich konnte nicht sprechen und wollte nur noch allein sein. Zuhause war an Schlaf nicht zu denken. Ich lenkte mich ab, verfiel dabei aber in eine Dissoziation. Irgendwann bin ich dann doch ins Bett gegangen. Ich machte mir Kerzen an mit einem gut riechendes Duftöl und hörte ein Hörbuch. Ich sorgte also für mich.

Doch das geht leider so gar nicht. Wer mich besser kennt weiß, dass ich mit allen Mitteln gegen mich kämpfe. Ich erlaube mir nichts, verdiene nichts und mache eh alles falsch. Dies ist der innere Anteil der Täter, die mir Jahre lang eingeredet haben wer ich bin und wo mein Platz ist. Ich weiß vom Kopf her, dass mein Verhalten und Denkweise völlig daneben ist und dass ich besser mit mir umgehen sollte. Die Umsetzten gestaltet sich jedoch schwierig. Jetzt bin ich wütend auf mich, weil ich für mich gesorgt habe.

Wenn jemand Angst hätte, weinen würde und Hilfe bräuchte, wäre ich die erste Person die zu der Person hinrennen würde, sie trösten würde und ihr sagen würde wie wertvoll sie ist. Aber bei mir selber funktioniert das auch nach jahrelanger Therapie noch nicht.

Alec hätte mir helfen können mich aus dieser Situation zu befreien, mich beruhigen und trösten können. Die Panikattacke und Dissoziation unterbrechen können. Und er könnte mich jetzt ablenken und mir Sicherheit spenden.

Countdown bis zur Abholung

Nun ist es bald soweit. Durch die Spendengelder habe ich ganz offiziell Alec gekauft. Am Samstag 19.09.2015 wird der kleine Racker von der Züchterin abgeholt. Ich werde mich gemeinsam mit Kati auf den Weg machen. An dem Tag werde ich auch die Patenfamilie kennenlernen, die Alec für die ersten Monate aufnehmen wird, ich freue mich schon sehr darauf. Ich bin generell schon sehr hibbelig, ich kann es kaum erwarten ihn wiederzusehen. Die Züchterin hat mir wöchentlich neue Videos geschickt, darauf sieht man wie sehr er schon gewachsen ist. Zwischen März und Mai 2016 wird er dann bei mir einziehen.

Alec und Zusage von Sponsoren

Gestern am 29.08.2015 bin ich zusammen mit meiner Mutter zu einer Züchterin in der Nähe von Bremen gefahren. Kati, hatte ein paar Tage zuvor die Welpen getestet und mir Bilder von einem Rüden geschickt, der alle Tests mit Bravour bestanden hat. 

 

Ich habe mich gleich in ihn verliebt, er war die ganze Zeit total gelassen und ist gleich in meinem Arm eingeschlafen. 

 

Den Vertrag habe ich schon unterschrieben. Am 19.09.2015 wird er von Kati und der Patenfamilie abgeholt. Da werde ich auch mit dabei sein. 

 

Ich freue mich so sehr, dass Kati diesen tollen Rüden gefunden hat. Danke Kati! Alec und ich werden bestimmt ein tolles Team.

 

Passend dazu habe ich die erste Rückmeldung von einem Sponsorenkreis bekommen. Ich weiß noch nicht ob es denen Recht ist, wenn ich deren Namen nenne. Ich bekomme für Alecs Ausbildung 500 Euro. Danke!!!


Persönlich geht es mir nicht gut. Die Depression hat mich fest im Griff. Gestern auf dem Nachhause weg, bin ich mit meiner Mutter noch Essen gegangen. Die Kellnerinnen und die plötzlich auftauchenden Menschen die alle sehr laut waren, natürlich auch plötzlich direkt hinter mir standen und dabei die Ausgänge versperrt haben, haben gleich wieder zur Erstarrung geführt. Meine Bewegungsstörung wird auch nicht besser, im Gegenteil. Nächste Woche habe ich einen Termin bei einem Neurologen. Ich bin mir sicher, dass das Dissoziativ ist, aber um alles körperliche auszuschließen, soll er mich einmal durchchecken. Angst! Mir wird jetzt schon ganz anders, wenn ich darüber nachdenke, nächste Woche zur Untersuchung zu müssen. Es steht auch schon im Raum, dass ich in die MRT Röhre soll. Ich habe Platzangst - extreme Platzangst!! Keine gute Idee!

Planänderung

Leider kann die Labrador Hündin, die ich vor kurzem vorgestellt habe leider doch nicht meine Assistenzhündin werden. Sie wurde vom Züchter abgeholt, als sie dann bei der Patenfamilie war, stellte sich heraus, dass sie vom Wesen her nicht geeignet und krank war. Die Suche nach einem geeigneten Hund geht weiter.

Aufbau meiner Website und mein Hund

Die Hündin wird hoffentlich mal eine große und ganz tolle Assistenzhündin. Demnächst bekommt sie auch noch einen Namen. Ich werde jetzt die Tage die Auszahlung von 1200 € von Betterplace veranlassen, damit ich mit dem Geld den Welpen kaufen kann. Zuerst wird sie zu einer Patenfamilie ziehen um dort sozialisiert zu werden, wenn sie alt genug ist kommt sie ins Intensivtraining zu Kati Zimmermann. Hier geht es zu ihrer Website, wo es auch Neuigkeiten zu meiner Hündin gibt. Ich freue mich sehr bald meine Kleine Labrador Hündin kennen zu lernen. 

 

Danke an alle die diesen Schritt möglich gemacht haben. Das kann ich nicht oft genug sagen! Ich bin Euch allen so unglaublich dankbar.

 

Momentan bin ich auch sehr damit beschäftigt meine eigene Website auf Vordermann zu bringen. Ich bin keine Ärztin, aber ich möchte trotzdem gerne versuchen, meine Krankheiten zu erklären um Leute aufzuklären. Es ist alles noch in Arbeit. Bitte verzeiht mir, wenn etwas Fachlich nicht genau stimmt. Ich beschreibe alles als Betroffene.  

 

Mir geht es immer noch nicht so gut. Ich habe fast täglich Dissos, manchmal mehrmals am Tag und dann fällt es mir sehr schwer zu gehen. Ich hänge schon seit über einem Jahr in der Schwebe. Ich weiß nie genau wie es weiter geht. Und alles was ich schon seit langem brauche ist Stabilität, Sicherheit und Gewissheit. Momentan habe ich auch keinerlei Therapie, da meine Therapeutin, meine Betreuerin und mein Therapiepferd im Urlaub sind.


Ich habe noch keine Antworten von den Stiftungen und Zeitschriften erhalten. Auf die Einschätzung meiner Schwerbehinderung warte ich auch weiterhin. Habe ich schon erwähnt, dass ich eine sehr ungeduldige Person bin?!

Der heutige Tag

Ich war heute mit K. in der Nähe von Ueltzen und habe mir bei einer Züchterin einen Collierüden angeschaut. Ein toller Hund! Leider stresste ihn unser Ausflug in die Stadt zu sehr, ansonsten hätten wir perfekt zusammen gepasst. Es war sehr interessant, aber der Tag war auch für mich sehr anstrengend. Vielleicht folgen dazu noch Fotos. 

 

Ich habe heute auch noch eine Bewerbung für die Finanzierung von einer Stiftung abgeschickt. Morgen hat die Stiftung ihre Vorstandssitzung, dort wird entschieden, ob mein Assistenzhund gefördert wird. 

Ich möchte mich weiterhin bei allen Unterstützern bedanken! 

 

Erste Schritte

So die ersten Schritte sind getan. Ich habe in der letzten Zeit sehr viel Zeit und noch viel mehr Energie in die Vorbereitung meines Spendenaufrufs gesteckt. Ich bin total erschöpft und mit den Nerven am Ende. Es ist alles noch gar nicht richtig öffentlich, aber ich habe jetzt schon eine Höllenangst davor wie das alles aufgefasst wird. Ich spreche ja normalerweise überhaupt nicht über meine Krankheiten. Und ich kann mir auch noch nicht vorstellen, dass irgendjemand für mich spenden würde. 

 

Eben gerade habe ich noch eine Email von meiner Trainerin bekommen, sie hat bereits einen Hund für mich gefunden! Ein einjähriger weißer Collie, der wunderschön aussieht und eine tolle Statur und Ausstrahlung auf den Bildern hat. Wir wollen uns jetzt noch absprechen und dann fahren wir bald zur Züchterin um uns den Rüden anzuschauen. Ich bin echt aufgeregt. Hoffentlich passen wir gut zusammen.