Das regelmäßige Pflegeberatungsgespräch

Wer einen Pflegegrad ab PG 2 hat und zu Hause gepflegt wird, muss in regelmäßigen Abständen ein Pflegeberatungsgespräch bekommen. Das Gespräch wird mit einer Mitarbeiterin von einem von Dir ausgesuchten ambulanten Pflegedienst geführt, um sicherzustellen, dass Deine häusliche Pflege gesichert ist und es Dir und Deiner Pflegeperson gut geht. Bei Pflegegrad 2 und 3 muss das Beratungsgespräch alle sechs Monate geführt werden, bei PG 4 und 5 alle drei Monate. Die Beratung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn man diese nicht macht, kann es zu Sanktionen von der Krankenkasse kommen. 

 

Ich habe in Foren zu Pflegegraden oft Fragen zu genau dieser Pflegeberatung gesehen. Ich habe von Leuten gelesen, die Angst davor hatten und sich nicht wirklich vorstellen konnten, worum es dabei geht. Deshalb wollte ich Euch kurz berichten wie die Beratung bei mir und meiner Mutter, die auch meine Pflegeperson ist, abläuft. Vielleicht kann ich Euch ein bisschen die Angst davor nehmen.

 

Ich habe seit Dezember 2017 nach einem erfolgreichen Höherstufungsantrag den Pflegegrad 4. Somit findet die Beratung bei uns jedes Quartal statt. Meine Mutter rief bei einem uns bekannten Pflegedienst an und bat um eine leise und umsichtige Pflegerin. Die Beratung findet in der eigenen Wohnung statt. 

 

Bei uns ist es immer die gleiche Fachkraft, die zu uns nach Hause kommt. Ich finde die Frau sehr nett und ich merke deutlich, dass sie auf „meiner Seite“ ist. Der Ablauf ist ganz unkompliziert. Je nachdem, wie ich mich fühle, sitze ich im Rollstuhl oder bleibe im Bett. Bei den ersten Malen blieb sie weit auf Abstand; mittlerweile sitzt sie auf einem Stuhl neben meinem Bett. Meine Mutter/Pflegeperson bleibt die ganze Zeit dabei. Die Pflegerin fragt meine Mutter und mich, ob sich etwas am Zustand oder der Pflege verändert hat und ob wir mit der Pflege zurechtkommen. Falls es etwas gibt, hört sie uns geduldig zu. Dann fragt sie uns, ob wir noch weitere Hilfe oder Hilfsmittel benötigen. Wenn ihr etwas auffällt, rät sie uns von selber, welches Hilfsmittel vielleicht helfen könnte. Falls nötig, bietet sie uns an eine Stellungnahme zu schreiben, z. B. wenn wir bei der Beantragung von Hilfsmitteln ihre fachliche Meinung brauchen. Sie ist dazu da alle unsere Fragen zu beantworten und uns Rat zu geben.

 

Je nachdem wie viel wir zu berichten haben, dauert der Termin 20 bis höchsten 60 Minuten. Zum Ende des Gesprächs füllt sie ein Formular für die Krankenkasse aus. Und dann sehen wir uns in drei Monaten wieder. Die Pflegeberaterin bietet uns auch immer an, sie bei allen Fragen rund um die Pflege stets anrufen zu können. 

Ich schreibe hier natürlich von meinen eigenen Erfahrungen. Die Pflegeberatung ist für einen da, um zu helfen und da zu unterstützen wo man es braucht. Es ist absolut keine Begutachtung, bei der man fürchten muss, dass einem der Pflegegrad aberkannt oder herunter-gestuft werden könnte. Man wird auch nicht ausgehorcht oder verurteilt.

Klar ist es anstrengend und aufregend, wenn eine fremde Person das eigene sichere Zuhause betritt, aber der Termin geht schnell vorbei. Die Beratung ist für uns wirklich etwas Positives!

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