Pflegegrad bei Dissoziativer Störung

Seit dem 1 Januar gibt es ein neues Pflegegesetz, das psychische Störungen besser berücksichtigt. Letztes Jahr wurde mein Antrag auf Feststellung einer Pflegestufe nach einer Begutachtung abgelenht. Nachdem ich und meine Mutter im Januar einen neuen Antrag gestellt hatten, war letzte Woche nochmal eine Gutachterin vom MDK bei mir zu Hause. Die Gutachterin war sehr nett, wohlwollend und umsichtig. Sie hatte sich offentsichtlich über die Dissoziativen Störungen einschl. DIS vorher informiert und sich vorher erkundigt, wie sie mit mir umgehen sollte: z. B. leise sprechen, nicht anfassen, Abstand halten. Das Gespräch dauerte ca. zwei Stunden, sie schaute sich die Wohnung an und ging mit uns einen Fragebogen durch. Die Entscheidung kam innerhalb weniger Tage. Ich habe den Pflegegrad 3.

 

Hier könnt ihr nachlesen, welche Voraussetzungen, welche Pflegegrade es gibt und wie hoch die Leistungen sind. 

www.pflege.de

 

Ob jemand einen Pflegegrad bekommt, hängt nicht nur von den Diagnosen ab, sondern von den tatsächlichen Einschränkungen und wie sich diese auf das Leben auswirken. Es wird darauf geschaut, was man selbstständig tun kann, was mit Hilfe gelingt und was gar nicht funktioniert. Bei mir sind es eben körperliche und psychsiche Einschränkungen, die dazu führen, dass ich ganz viele alltägliche Dinge gar nicht oder nur mit Unterstützung tun kann. Ein kleines Beispiel: Ich kann kein Geschirr abwaschen. Dabei ist es egal, ob ich es nicht tun kann, weil ich nicht aufrecht stehen kann oder weil ich mich sehr vor Schmutz ekle oder weil ich keine komplexen Handlungen ausführen kann ohne dabei zu dissoziieren.

 

Natürlich habe ich mir mein Leben anders vorgestellt und ich finde es ziemlich schwer, die Situation, so wie sie jetzt ist zu akzeptieren. Aber die Leistungen der Pflegeversicherung helfen dabei, zusätzliche Betreuungsstunden zu bekommen, meine Mutter zu entlasten und hoffentlich bald in eine barrierefreie Wohnung zu ziehen. Im Moment verhandelt meine Mutter noch mit dem Sozialamt, welche Kosten für eine rollstuhlgerechte Wohnung übernommen werden. Wahrscheinlich müssen wir etwas zuzahlen, weil die Miete höher ist, als der "angemessene Satz". Eine barrierefreie Wohnung und vor allem ein rollstuhlgerechtes Badezimmer würden mir ein ganzes Stück zusätzlichen Freiraum gewähren und auch für meine Mutter wäre es eine Entlastung, weil ich mir z. B. mal selber einen Yoghurt aus dem Kühlschrank holen könnte.

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